Gleiche Standards brauchen gleiche Finanzierung

Der Kindergarten- und Hortträger KIWI – Kinder in Wien begrüßt österreichweite Mindeststandards, fordert aber gleiche Finanzierung pro Platz unabhängig vom Träger

KIWI – Kinder in Wien begrüßt die aktuelle Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung an der Universität Wien zu den Ausgaben für Elementarbildung und Kinderbetreuung in Österreich. Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für die weitere Diskussion über Qualität, Rahmenbedingungen und Finanzierung der ersten Bildungsstufe.

KIWI begrüßt ausdrücklich die Bestrebungen, österreichweit einheitliche Mindeststandards für Kindergärten und Horte zu schaffen. Der Bildungs- und Betreuungsort eines Kindes darf nicht darüber entscheiden, welche grundlegenden Qualitätsstandards ihm zur Verfügung stehen. Österreichweit vergleichbare Mindeststandards können einen wichtigen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit und zur Weiterentwicklung der Elementarbildung leisten. Gleichzeitig müssen Qualitätsstandards und deren Finanzierung untrennbar miteinander verbunden werden.

GLEICHE STANDARDS MÜSSEN AUCH FINANZIERT WERDEN

Neue oder höhere Mindeststandards bringen entsprechende Anforderungen an Personal, Organisation, Räume und pädagogische Qualität mit sich. Diese Verbesserungen sind zu begrüßen – sie müssen aber auch vollständig, dauerhaft und verlässlich finanziert werden.

Es kann nicht funktionieren, zusätzliche Anforderungen an die Träger zu stellen, ohne gleichzeitig die notwendigen finanziellen Mittel für deren Umsetzung bereitzustellen. Österreichweite Mindeststandards brauchen daher auch eine entsprechende Finanzierungsstrategie.

GLEICHES GELD PRO PLATZ – UNABHÄNGIG VOM TRÄGER

Darüber hinaus fordert KIWI eine konsequente Gleichstellung öffentlicher und privater bzw. gemeinnütziger Träger bei der Finanzierung. Innerhalb eines Bundeslandes sollte für einen vergleichbaren Bildungs- und Betreuungsplatz grundsätzlich die gleiche öffentliche Finanzierung zur Verfügung stehen – unabhängig davon, ob dieser Platz von einem öffentlichen oder einem privaten bzw. gemeinnützigen Träger angeboten wird.

Die unterschiedlichen Systeme und finanziellen Rahmenbedingungen der Bundesländer können dabei berücksichtigt werden. Innerhalb eines Bundeslandes darf es jedoch bei einem vergleichbaren Platz keinen finanziellen Unterschied aufgrund der Trägerschaft geben. „Ein Bildungs- und Betreuungsplatz muss der öffentlichen Hand gleich viel wert sein – unabhängig davon, wer ihn betreibt“, so Thomas-Peter Gerold-Siegl, MBA, wirtschaftlicher Leiter und Geschäftsführer von KIWI – Kinder in Wien und Mag.a Gudrun Kern, pädagogische Leiterin und Geschäftsführerin von KIWI – Kinder in Wien.

PRIVATE UND GEMEINNÜTZIGE TRÄGER LEISTEN DENSELBEN BILDUNGSAUFTRAG

Private und gemeinnützige Kindergärten und Horte übernehmen einen wesentlichen Teil des Bildungs- und Betreuungsauftrags. Sie erfüllen gesetzliche Vorgaben und Qualitätsanforderungen und stehen bei Personalgewinnung, steigenden Kosten und pädagogischer Weiterentwicklung vor denselben Herausforderungen wie öffentliche Einrichtungen. Wer daher vergleichbare Leistungen und Qualitätsstandards erwartet, muss auch vergleichbare finanzielle Voraussetzungen schaffen. Eine Gleichstellung darf nicht bei gesetzlichen Vorgaben und Qualitätsanforderungen enden. Sie muss auch bei der Finanzierung stattfinden.

Besonders deutlich zeigt sich diese Frage beim Personal. Der zunehmende Bedarf an qualifizierten Mitarbeiter*innen gehört zu den größten Herausforderungen der Elementarbildung. KIWI setzt sich dafür ein, dass Mitarbeiter*innen bei vergleichbarer Ausbildung, Tätigkeit und Verantwortung auch vergleichbar bezahlt werden können – unabhängig davon, ob sie bei einem öffentlichen oder einem privaten bzw. gemeinnützigen Träger beschäftigt sind.

Dafür müssen jedoch auch die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Eine faire Finanzierung pro Platz ist daher nicht nur eine Frage der Gleichbehandlung von Trägern, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für attraktive Arbeitsbedingungen und langfristige Personalbindung.

ELEMENTARBILDUNG ALS ERSTE BILDUNGSSTUFE ERNST NEHMEN

Wenn Österreich Elementarbildung tatsächlich als erste Bildungsstufe versteht, braucht es ein gemeinsames Verständnis darüber, welche Qualität wir jedem Kind garantieren wollen und wie diese Qualität finanziert wird. KIWI fordert daher vier miteinander verbundene Schritte:

* Österreichweit einheitliche Mindeststandards für Kindergärten und Horte
* Gleiche öffentliche Finanzierung pro vergleichbarem Platz innerhalb des jeweiligen Bundeslandes, unabhängig davon, ob der Träger öffentlich, privat oder gemeinnützig ist
* Eine gesicherte Finanzierung der vereinbarten Mindeststandards – zusätzliche Anforderungen dürfen nicht ohne entsprechende finanzielle Mittel beschlossen werden
* Finanzielle Rahmenbedingungen, die eine vergleichbare Bezahlung der Mitarbeiter*innen bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation ermöglichen

„Wir begrüßen österreichweit einheitliche Mindeststandards ausdrücklich. Aber wer gleiche Qualität fordert, muss auch deren Finanzierung sicherstellen. Und innerhalb eines Bundeslandes sollte ein vergleichbarer Platz gleich finanziert werden – egal, ob er von einem öffentlichen oder einem privaten gemeinnützigen Träger angeboten wird. Qualität darf nicht von der Trägerschaft abhängen“, so Thomas-Peter Gerold-Siegl, MBA, wirtschaftlicher Leiter und Geschäftsführer von KIWI – Kinder in Wien und Mag.a Gudrun Kern, pädagogische Leiterin und Geschäftsführerin von KIWI – Kinder in Wien.

KIWI – Kinder in Wien
Susanne Borth, MSc
Telefon: 01/526 70 07-20
E-Mail: s.borth@kinderinwien.at
Website: https://www.kinderinwien.at

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