IV: Zukunftsdepot adressiert Vorsorge und Kapitalmarkt

Rasche und unbürokratische Umsetzung würde jungen Menschen Finanzwissen vermitteln und dem heimischen Kapitalmarkt einen Schub geben – auch kleine Beträge haben große Effekte

Angesichts der aktuellen Diskussionen rund um den Vorschlag eines Zukunftsdepots ruft die Industriellenvereinigung (IV) dazu auf, dabei den eigentlichen Wert des Vorhabens nicht aus den Augen zu verlieren, denn mit dem geplanten Wertpapierdepot für Kinder und Jugendliche lassen sich zwei Ziele gleichzeitig erreichen, die in Österreich beide seit Jahren zu kurz kommen: der frühe Aufbau von Finanz- und Wirtschaftswissen und die Stärkung eines Kapitalmarkts, der im internationalen Vergleich nach wie vor unterentwickelt ist.

Das von Bundeskanzler Stocker Ende August präsentierte Modell sieht vor, dass Eltern ab der Geburt eines Kindes bis zu 5.000 Euro pro Jahr in Wertpapieren ansparen können, kapitalertragssteuer- und gebührenfrei bis zum 18. Geburtstag. Für die IV ist der Bildungseffekt des Zukunftsdepots ebenso wichtig wie der Vorsorgeeffekt. Ein eigenes Depot macht für Kinder und Jugendliche sichtbar, wie Veranlagung, Zinseszins und Marktschwankungen funktionieren. Der Beitrag zur Finanz- und Wirtschaftsbildung für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ist dabei ebenfalls ein positiver Nebeneffekt, der ohne zusätzliche Unterrichtsstunden auskommt.

STEUERBEFREIUNG SETZT STARKEN ANREIZ

Ein weiterer Hebel des Zukunftsdepots liegt in der steuerlichen Ausgestaltung. Wer für sein Kind bis zu 5.000 Euro jährlich in Wertpapieren anlegt, zahlt darauf bis zum 18. Geburtstag keine Kapitalertragssteuer. Ein Betrag, der sonst über Jahre durch die KESt geschmälert würde, kann so über einen langen Anlagehorizont ungebremst wirken. Aus einem einmaligen Sparimpuls wird damit ein struktureller Beitrag zum Kapitalmarkt: Eine ganze Generation lernt von Geburt an, Vermögen über Wertpapiere, statt ausschließlich über das klassische Sparbuch aufzubauen, und bringt dieses Verhalten mit ins Erwachsenenleben.

KAPITALMARKT BLEIBT AUSBAUFÄHIG

Laut Aktienbarometer, einer Umfrage im Auftrag von Aktienforum, IV und Wiener Börse, besitzen aktuell 31 Prozent der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren Wertpapiere, rund 2,4 Millionen Menschen. Rund 1,3 Millionen davon verdienen netto weniger als 3.000 Euro im Monat. Veranlagung ist damit längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, nicht auf einige wenige Gutverdiener beschränkt, wie in der aktuellen Debatte mitunter behauptet wird. Dennoch macht die kapitalmarktbasierte Vorsorge in Österreich weiterhin weniger als 10 Prozent des BIP aus, deutlich weniger als in nordischen Ländern, die diesen Weg schon lange konsequenter gehen. Ein Instrument, das eine ganze Generation von klein auf mit dem Kapitalmarkt vertraut macht, trägt daher unmittelbar auch zur Stärkung des heimischen Kapitalmarkts bei.

„Wer als Kind sein erstes eigenes Wertpapierdepot hat, entwickelt ein anderes Verständnis für Geld als jemand, der erst im späteren Lebensverlauf zum ersten Mal ein Sparbuch eröffnet. Das Zukunftsdepot verbindet Finanzbildung mit privater Vorsorge und stärkt gleichzeitig einen Kapitalmarkt, der in Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch zu wenig ausgebaut ist. Zwei Fliegen mit einer Klappe, wie man in Österreich sagt“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Die IV spricht sich daher für eine rasche und unbürokratische Umsetzung des Zukunftsdepots aus, damit sein doppelter Nutzen für Finanzbildung und Kapitalmarkt möglichst bald zum Tragen kommt.

Industriellenvereinigung
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