
Für einen starken ORF: Film- und Musikbranche bringen gemeinsame Positionen ein
Impulse für Film, Fernsehen, Musik aus Österreich
Zum Abschluss des ORF-Zukunftsforums präsentieren der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft, die Akademie des Österreichischen Films und der österreichische Dachverband der Filmschaffenden gemeinsame Positionen zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im Zentrum stehen ein starker und unabhängiger ORF, die Absicherung heimischer Produktionen, faire Rahmenbedingungen für Filmschaffende und Produktionsunternehmen sowie mehr Sichtbarkeit für österreichische Musik.
ZWTL.: DUMREICHER-IVANCEANU: „DER ORF MUSS SICH ÖFFNEN UND NEUES ZULASSEN“
„Wie wichtig der ORF allen ist, hat dieses Zukunftsforum gezeigt. Es wurde lebhaft diskutiert und es gab viele konstruktive und positive Vorschläge für einen starken, unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den unsere Demokratie und auch die Film- und Musikwirtschaft als Partner dringender denn je brauchen“, erklärt ALEXANDER DUMREICHER-IVANCEANU, OBMANN DES FACHVERBANDES DER FILM- UND MUSIKWIRTSCHAFT.
Für Dumreicher-Ivanceanu muss die Weiterentwicklung des ORF vor allem mit mehr Offenheit verbunden sein: „Der ORF muss die gesellschaftliche Breite und Tiefe Österreichs abbilden, Talente entdecken und wieder mehr Mut zum Experiment haben. Dazu gehört auch, den ORF durchzulüften, neue Ideen und Perspektiven hereinzuholen und das Publikum stärker einzubinden. Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist dann stark, wenn er nicht nur für die Menschen Programm macht, sondern sie auch daran teilhaben lässt.“
Der Fachverband tritt darüber hinaus für transparente Vergabeverfahren, faire Vertrags- und Produktionsbedingungen und die Priorisierung von Programminvestitionen gegenüber Overhead ein. Ab 2027 sollen verbindliche „Terms of Trade“ ausgewogene und verlässliche Rahmenbedingungen zwischen ORF und Produktionswirtschaft schaffen.
ZWTL.: „ORF DARF NICHT KAPUTTGESPART WERDEN“
Eine zentrale gemeinsame Position ist die Absicherung der rund 100 Millionen Euro, die der ORF jährlich in unabhängige österreichische Produktionen investiert. Diese Programminvestitionen sind eine wesentliche Stütze der heimischen Film- und TV-Wirtschaft. Gleichzeitig spricht sich die Branche für die Valorisierung des seit 2011 mit acht Millionen Euro dotierten Film/Fernseh-Abkommens aus.
„Die Finanzierung eines öffentlich-rechtlichen Senders muss politisch gesichert sein – hier darf nicht kaputtgespart werden. Wer bei den 100 Millionen Euro Programminvestitionen kürzt, spart nicht an Luxus, sondern an kultureller Identität, an unverwechselbaren Geschichten aus Österreich – denn wer soll sie denn sonst erzählen? Öffentlich-rechtlich heißt auch Verantwortung für die heimische Kreativwirtschaft, die unterschiedlichste Arbeitsplätze schafft, heißt eine Partnerschaft auf Augenhöhe, mit fairen Bedingungen und Transparenz“, betont MARKUS SCHLEINZER, VORSITZENDER DES ÖSTERREICHISCHEN DACHVERBANDS DER FILMSCHAFFENDEN.
ZWTL.: AKADEMIE: „ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTEN BRAUCHEN IHREN PLATZ IM ORF“
Die Akademie des Österreichischen Films unterstreicht die kulturelle und gesellschaftliche Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Österreichische Filme erzählen Geschichte und Gegenwart, machen unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar und tragen zur gesellschaftlichen Debatte bei.
„Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist einer der wichtigsten Orte, an denen sich Österreich selbst sehen, hinterfragen und wiedererkennen kann. Österreichische Filme erzählen unsere Geschichten, unsere Geschichte und unsere Gegenwart. Diese kulturelle Vielfalt braucht einen starken und verlässlichen ORF und darf nicht einer reinen Reichweiten- oder Sparlogik untergeordnet werden“, erklären ARASH T. RIAHI UND VERENA ALTENBERGER VON DER AKADEMIE DES ÖSTERREICHISCHEN FILMS.
ZWTL.: „ÖSTERREICHISCHE MUSIK IST EINE TRUMPFKARTE FÜR DEN ORF“
Auch für die heimische Musikwirtschaft ist der ORF ein zentraler Partner. „Der ORF spielt eine zentrale Rolle dabei zu zeigen, dass Österreich nicht nur eine große Kulturgeschichte, sondern auch heute eine ungemeine Vielfalt und Originalität in der Musiklandschaft zu bieten hat. Ein starker ORF braucht mehr Mut, diese Trumpfkarte auch zu spielen und das große Potenzial heimischer Musik stärker zu nutzen. Mehr österreichische Inhalte in Radio und Fernsehen hätten enorme positive Effekte – wirtschaftlich und gesellschaftlich. Und nicht zuletzt wären sie ein starkes Alleinstellungsmerkmal für den ORF selbst“, erklärt HANNES TSCHÜRTZ, MUSIKSPRECHER IM FACHVERBAND DER FILM- UND MUSIKWIRTSCHAFT.
Der Fachverband tritt für eine neue Musik-Charta mit einer schrittweisen Erhöhung des Anteils österreichischer Musik, mehr heimisches Repertoire zu attraktiven Sendezeiten und eine stärkere Nutzung österreichischer Musik in ORF-Eigen- und Auftragsproduktionen ein. Zudem soll sich der ORF wieder am Österreichischen Musikfonds beteiligen oder eine gleichwertige Unterstützung für Produktion, Distribution und Export österreichischer Musik leisten.
ZWTL.: GEMEINSAMER APPELL: ORF-ZUKUNFT BRAUCHT STARKE HEIMISCHE INHALTE
Fachverband, Akademie und österreichischer Dachverband der Filmschaffenden sehen das ORF-Zukunftsforum als Ausgangspunkt für konkrete weitere Schritte. Ein starker und unabhängiger öffentlich-rechtlicher Rundfunk braucht starke Inhalte aus Österreich, Offenheit für neue Ideen und Talente sowie verlässliche Rahmenbedingungen für jene, die diese Inhalte schaffen. (PWK434/HSP)
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