
Korosec zu Felbermayr: „WIFO-Studie über Anreizsysteme für Unternehmen soll bessere Chancen für Ältere am Arbeitsmarkt ausarbeiten!“
Seniorenbundpräsidentin sieht Übereinstimmung bei mehr Flexibilität, stärkerer Berücksichtigung der Erwerbsdauer und Notwendigkeit, das faktische Antrittsalter zu erhöhen
SENIORENBUNDPRÄSIDENTIN INGRID KOROSEC begrüßt die Aussage von WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr bei der heutigen ORF-Pressestunde, dass das faktische an das gesetzliche Pensionsantrittsalter angepasst werden muss und dazu die Unternehmen mit Anreizsystemen stärker in Verantwortung genommen werden müssen: „Wir sind uns einig, dass das faktische Pensionsantrittsalter steigen muss. Dafür müssen Menschen aber auch tatsächlich länger gesund in Beschäftigung bleiben können. Der Übergang in die Pension zeigt Handlungsbedarf: Rund ein Viertel der Menschen tritt die Alterspension schon heute nicht unmittelbar aus einer Beschäftigung heraus an. Genau deshalb müssen wir bei den Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt ansetzen und die Unternehmen in Verantwortung nehmen. Daher hat der Seniorenrat das WIFO mit einer Studie über ein Bonus-Malus-System beauftragt, das effektive Anreizssysteme wissenschaftlich fundiert und aufkommensneutral ausarbeiten soll. Bis Jahresende sollen mögliche Varianten vorliegen und anschließend der Bundesregierung präsentiert werden.“
„Unser Pensionssystem ist sicher, aber wir müssen jetzt die Zeit nutzen ideologiefrei und vorausschauend in den nächsten 15-20 Jahren ein faires und zukunftssicheres Pensionssystem zu entwickeln“, so KOROSEC, die Felbermayrs Aussagen zu mehr Freiheit beim individuellen Pensionsantritt ausdrücklich unterstützt: „Die Vorstellung, dass Menschen stärker selbst entscheiden können, wann sie in Pension gehen – verbunden mit fairen und transparenten Zu- und Abschlägen – geht in die richtige Richtung. Genau diese Flexibilität brauchen wir. Nicht jeder Mensch hat dieselbe Erwerbsbiografie, dieselben gesundheitlichen Voraussetzungen oder dieselbe berufliche Belastung.“
Für KOROSEC wäre ein solches Modell ein wesentlicher Schritt weg von starren Altersgrenzen: „Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, neue Berufsbilder und veränderte Erwerbsbiografien werden die Arbeitswelt der kommenden Jahrzehnte grundlegend verändern. Weiterentwicklung ja – aber richtig. Wir brauchen ein Pensionssystem für die nächsten Jahrzehnte: flexibler, stärker an Erwerbs- und Beitragsjahren orientiert und angepasst an neue Arbeits- und Lebenswelten. Und wir müssen jetzt dafür sorgen, dass ältere Menschen am Arbeitsmarkt auch tatsächlich eine Chance bekommen.“
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