
11 Millionen Schritte gegen Gewalt: Jetzt müssen politische Schritte folgen
Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich an „Gehen gegen Gewalt“ – FRAUEN FÜR FRAUEN fordert konsequente Prävention, besseren Schutz und langfristige Unterstützung für Betroffene
Mehr als 11 MILLIONEN SCHRITTE GEGEN GEWALT, 563 DIGITALE TEILNEHMER*INNEN und ÜBER 500 MENSCHEN, DIE INSGESAMT PHYSISCH MITGEWANDERT UND SICH ENTLANG DER VIERTÄGIGEN WANDERUNG AKTIV BETEILIGTEN: Die Initiative „Gehen gegen Gewalt“ von FRAUEN FÜR FRAUEN Weinviertel hat gezeigt, wie groß die Bereitschaft in der Bevölkerung ist, gegen Gewalt an Frauen aufzustehen. Beim Abschluss am Michelberg kamen mehr als 100 Wander*innen gemeinsam ins Ziel.
Für Manuela Kräuter, Geschäftsführerin von FRAUEN FÜR FRAUEN Weinviertel, ist diese breite Beteiligung vor allem eines: ein klarer Auftrag, aus öffentlicher Aufmerksamkeit konkrete Veränderung entstehen zu lassen.
„_Wir sind allein in der digitalen Challenge mehr als elf Millionen Schritte gegen Gewalt gegangen. Jetzt müssen politische Schritte folgen. Mehr als 1.000 Menschen haben sich aktiv beteiligt, weil sie nicht länger ohnmächtig zusehen wollen. Diese Bereitschaft dürfen wir nicht unterschätzen. Menschen wollen etwas tun – wir müssen ihnen zeigen, was sie tun können, und gleichzeitig jene politischen Rahmenbedingungen schaffen, die Gewalt tatsächlich verhindern können._“
GEWALT VERHINDERN, BEVOR SIE ESKALIERT
Mit Stand 4. September 2026 dokumentiert der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser österreichweit bereits 18 MUTMASSLICHE FEMIZIDE UND 45 FÄLLE SCHWERER GEWALT GEGEN FRAUEN.
Für FRAUEN FÜR FRAUEN ist deshalb klar: Gewalt darf nicht erst dann zum gesellschaftlichen und politischen Thema werden, wenn eine Frau schwer verletzt oder getötet wurde.
Der Verein fordert insbesondere die KONSEQUENTE UMSETZUNG UND AUSREICHENDE FINANZIERUNG DES NATIONALEN AKTIONSPLANS GEGEN GEWALT AN FRAUEN UND MÄDCHEN 2025–2029. Im Mittelpunkt müssen dabei stehen:
* PRÄVENTION VON ANFANG AN: Gewaltprävention, Gleichstellung und das Aufbrechen gewaltfördernder Rollenbilder müssen bereits bei Kindern und Jugendlichen beginnen. Männer- und Burschenarbeit muss einen festen Stellenwert bekommen. Gleichzeitig braucht es dauerhaft und ausreichend finanzierte Frauenberatungsstellen, damit Prävention, frühe Unterstützung und Schutz verlässlich gewährleistet sind.
* FRÜHES ERKENNEN VON GEWALT UND HOCHRISIKOSITUATIONEN: Polizei, Justiz, Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe sowie spezialisierte Gewaltschutzeinrichtungen müssen verbindlich und rasch zusammenarbeiten.
* FLÄCHENDECKENDE UND LANGFRISTIG FINANZIERTE UNTERSTÜTZUNG: Frauen müssen unabhängig von ihrem Wohnort rasch Zugang zu Frauenberatung, Gewaltschutz, Psychotherapie und sozialer Unterstützung bekommen – auch im ländlichen Raum.
* KONSEQUENTE TÄTERARBEIT UND LANGFRISTIGE HILFE FÜR BETROFFENE: Verantwortung muss dort liegen, wo sie hingehört – bei den Tätern. Gleichzeitig dürfen Frauen nach schwerster Gewalt und überlebten Femizidversuchen nicht allein gelassen werden.
_„Femizide sind keine unvermeidbaren Tragödien. Prävention kann wirken. Frühes Eingreifen kann wirken. Konsequenter Schutz kann wirken. Dafür braucht es verlässliche Strukturen, ausreichend Geld und politischen Willen. Gewalt darf nicht erst dann ernst genommen werden, wenn eine Frau tot ist“_, so Kräuter.
BETROFFENEN EINE STIMME GEBEN
Ein zentraler Bestandteil von „Gehen gegen Gewalt“ war es, nicht nur über Gewalt zu sprechen, sondern BETROFFENEN ZUZUHÖREN UND IHNEN ÖFFENTLICHKEIT ZU GEBEN. Mit NICOLE DILL UND RENATE HOFER, BEIDE ÜBERLEBENDE VON FEMIZIDVERSUCHEN, SOWIE MIT-INITIATORIN RENATE MONTIGEL kamen Frauen zu Wort, die aus eigener Erfahrung wissen, was Gewalt bedeutet und welche Unterstützung Betroffene brauchen.
_„Diese Stimmen müssen gehört werden. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, müssen die Erfahrungen von Betroffenen in Prävention, Gewaltschutz und politische Entscheidungen einfließen“_, betont Kräuter.
AUS OHNMACHT INS TUN KOMMEN
Vier Tage lang führte „Gehen gegen Gewalt“ durch das Weinviertel. Menschen gingen einzelne Etappen oder über mehrere Tage mit, Gemeinden und Vereine beteiligten sich, Männer aus Sportvereinen bezogen öffentlich Position gegen Partnergewalt, und hunderte Menschen aus mehreren Bundesländern gingen über die digitale Challenge mit.
Für Kräuter liegt darin eine der wichtigsten Erkenntnisse der Initiative:
_„Gehen gegen Gewalt war für viele Menschen ein Geschenk, weil es ihnen die Möglichkeit gegeben hat, aus der Ohnmacht ins Tun zu kommen. Viele wollen einen Beitrag leisten, wissen aber oft nicht, wie. Wir müssen diese Möglichkeiten schaffen und Zivilcourage vorleben. Aus dieser Bereitschaft kann eine starke Bewegung an der Seite von Betroffenen entstehen. Gehen gegen Gewalt darf deshalb nicht mit dem letzten Schritt am Michelberg enden. Aus elf Millionen Schritten müssen jetzt politische Schritte werden.“_
→ Hier gehts zu weiteren Fotos
SPENDEN FÜR FRAUEN IN NOT
Wer die Arbeit von FRAUEN FÜR FRAUEN und die Unterstützung von Frauen in Not fördern möchte, kann unter folgendem Konto spenden:
IBAN: AT09 4715 0504 0209 0000
FRAUEN FÜR FRAUEN; Niederösterreich
Manuela Kräuter
Telefon: 066488213430
E-Mail: manuela.kraeuter@frauenfuerfrauen.at
Website: https://www.frauenfuerfrauen.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender