IV zu Pensionen: Fakten zeigen massiven Kostenanstieg und dringenden Handlungsbedarf

Zugangsalter anheben statt Zahlen schönrechnen, anachronistische Seniorendefinition anpassen

Der massive Kostenanstieg im Pensionsbereich ist evident. Die Budgetzahlen weisen für die Bereiche „gesetzliche Pensionsversicherung“ und „Beamtenpensionen“ für 2027 rund 35,4 Milliarden Euro aus, für 2028 rund 36,8 Milliarden Euro. Während im Jahr 2025 etwa 27,0 Prozent der Gesamtauszahlungen des Bundes auf Auszahlungen in diesen Bereichen entfielen, steigt dieser Anteil bis 2031 auf 30,8 Prozent an. Der Budgetdienst hat unlängst darauf hingewiesen, dass der zur Pensionsversicherung gesetzlich verankerte Nachhaltigkeitsmechanismus mit der aktuellen Budgetplanung verfehlt wird. Die regelmäßigen Analysen der OECD zeigen die exorbitante Kostenbelastung im Pensionsbereich auch im internationalen Vergleich.

Das österreichische Pensionssystem braucht ein Alters-Update hält die Industriellenvereinigung (IV) zur aktuellen Pensionsdebatte fest. Es braucht Reformen im Pensionssystem, ein Schönrechnen der Zahlen funktioniert nicht. Auch die OECD weist in ihren rezenten Empfehlungen darauf hin, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden muss. Gleichzeitig braucht es Einschränkungen bei Frühpensionen, um das System finanziell zu entlasten und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Ein höheres gesetzliches Antrittsalter ist der effektivste Hebel für ein nachhaltiges Pensionssystem.

Anachronistisch und ein falsches Signal ist auch die nach wie vor geltende gesetzliche Definition, die Frauen ab dem Alter von 55 und Männer ab dem Alter von 60 automatisch als „Seniorinnen“ bzw. „Senioren“ qualifiziert. Anstatt an nicht mehr zeitgemäßen Definitionen festzuhalten und gleichzeitig nach neuen bürokratischen Belastungen für die Betriebe wie einem Bonus-Malus-System zu rufen, gilt es vielmehr die demografischen Realitäten anzuerkennen und dringend gebotene strukturelle Reformschritte im Pensionssystem umzusetzen. Österreich braucht den Mut, Reformen anzugehen, um die Finanzierbarkeit des Pensionssystems dauerhaft sicherzustellen. Die steigende Lebenserwartung und die zunehmende Belastung des Budgets machen eine faktenbasierte und ideologiefreie Diskussion über die Weiterentwicklung des Systems notwendig. Wer Generationengerechtigkeit, einen starken Sozialstaat und ausreichend Spielraum für Zukunftsinvestitionen sichern will, darf notwendige Reformen nicht länger aufschieben.

Industriellenvereinigung
Marlena Mayer, BA
Telefon: +43 (1) 711 35-2315
E-Mail: marlena.mayer@iv.at
Website: https://www.iv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender