Umarmungen und Stoßgebete: Aufbruch zur Medaillenjagd nach Shanghai – AUDIO / FOTO

Österreichs Nationalteam der Berufe reist mit viel Motivation und Glücksbringern zu WorldSkills – Bundesministerin Claudia Bauer verabschiedete das Team am Flughafen Schwechat.

Ein kräftiges „T“, „E“, „A“ und „M“ hallt durch Terminal 3. Dann heißt es vorerst Abschied nehmen: von Eltern und Großeltern, Freundinnen und Freunden. Und von Österreich. Flug OS15 nimmt Kurs aufs Reich der Mitte: Für 48 junge Fachkräfte beginnt mit dem Abflug nach Shanghai das bisher spannendste Kapitel ihrer beruflichen Laufbahn. Bei WorldSkills messen sich die 48 österreichischen Berufs-Asse in 42 Wettbewerbsberufen mit 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Regionen dieser Welt.

* Gruppen-FOTO mit Ministerin Claudia Bauer: Team Austria vor dem Abflug am Flughafen Wien-Schwechat (© SkillsAustria/Wieser/Slovencik).
* Alle Fotos vom Abschied am Flughafen (© SkillsAustria/Lehner)

Persönlich zur Verabschiedung kam – wie schon in den vergangenen Jahren – CLAUDIA BAUER, Bundesministerin für Europa, Integration und Familie. „Bei der Verabschiedung des Team Austria ist unglaublich viel Gänsehaut dabei. Am liebsten würde ich mit in den Flieger steigen, um diese Stimmung vor Ort zu erleben“, sagte Bauer. Österreich schicke die Besten der Besten nach Shanghai: „Sie sind Botschafterinnen und Botschafter für die praktische Ausbildung in Österreich, auf die wir zurecht stolz sein können.“

* O-TON von CLAUDIA BAUER, BUNDESMINISTERIN FÜR EUROPA, INTEGRATION UND FAMILIE

„Mit dem Abflug nach Shanghai endet eine monatelange, intensive Vorbereitung – und für unsere 48 jungen Fachkräfte beginnt das bisher größte Abenteuer ihrer beruflichen Laufbahn. Sie vertreten in China nicht nur Österreich, sondern zeigen der Welt, welche Qualität in unserer beruflichen Ausbildung steckt“, betont SkillsAustria-Präsident JOSEF HERK.

UMARMUNGEN DER MAMAS, STOSSGEBETE DER OMAS

Am Terminal stehen jene Menschen im Mittelpunkt, die ihre Berufs-Asse in den vergangenen Monaten begleitet und unterstützt haben. MARIA FELLNER ließ es sich etwa nicht nehmen, ihre Enkelin JULIA KAUFMANN AUS HART BEI GRAZ persönlich zum Flughafen zu begleiten. „Unsere Julia ist einfach ein ganz großer Schatz“, sagt die Steirerin. Dass die 18-jährige Modetechnologin gegen die besten Nachwuchs-Schneider:innen der Welt antritt, erfüllt die Großmutter mit besonderem Stolz.

Immerhin habe die Begeisterung für den Beruf Tradition in der Familie: „Meine Großmutter war schon Schneiderin. Ich glaube, sie hat da ihre Finger im Spiel und wird Julia auch im Wettbewerb zur Seite stehen“, erzählt die Oma. Eine Medaille steht für sie nicht an erster Stelle: „Das Wichtigste ist, dass Julia gesund nach Hause kommt, neue Erfahrungen sammelt und neue Freunde kennenlernt. Das ist unser größter Wunsch.“ Für die Modetechnologin selbst fühlt sich der Abflug surreal an: „Es fühlt sich fast wie ein Fiebertraum an, dass ich jetzt tatsächlich dorthin fliege.“

* O-TON von MARIA FELLNER (Steiermark), Oma von Julia Kaufmann (Mode-Technologie)
* O-TON von JULIA KAUFMANN (Modetechnologin), Steiermark

Auch Floristin JULIA GSCHWANDTNER AUS BERGHEIM wurde am Morgen noch von ihrer Mutter zum Zug gebracht. „Da gab es noch einmal eine richtig feste Umarmung“, erzählt die 22-Jährige. Schon am Tag zuvor waren zahlreiche Verwandte und Freunde vorbeigekommen, um sich persönlich zu verabschieden. Gemeinsam sahen sie sich am Abend noch einen Fernsehbericht über Julias bevorstehendes Abenteuer an. „Alle fiebern mit mir mit. Die Unterstützung meiner Familie ist für mich eine große Stütze“, erzählt die Salzburgerin.

* O-TON von JULIA GSCHWANDTNER (Floristin), Salzburg

VERSPRECHEN AN MAMA EINGELÖST

Für Speditionslogistiker PAUL ZADRAVEC AUS LEITRING ist der Abflug auch die Einlösung eines Versprechens: 2021 besuchte er gemeinsam mit seiner Mutter EuroSkills in Graz. Damals befand sich der Südsteirer noch mitten in der beruflichen Orientierung.

Vor dem Wettbewerb der Speditionslogistiker sagte er zu seiner Mutter: „In vier oder fünf Jahren wirst du mich dort auch sitzen sehen.“ Fünf Jahre später sitzt Zadravec tatsächlich im Flieger zur Berufs-WM. Seine Mutter, sein Bruder und seine Nichte reisen ebenfalls nach Shanghai. „Das Versprechen an meine Mutter ist eingehalten – und das ist das Wichtigste“, sagt der 21-Jährige. Eine Medaille wäre für ihn die „sprichwörtliche Kirsche auf der Torte“.

Entscheidend sei zunächst, die eigene Leistung abrufen zu können – das soll auch mit der Hilfe seiner Liebsten gelingen: „Wenn ich meine Familie sehe oder einfach weiß, dass sie im selben Land ist, gibt mir das genug Glück und Energie.“

* O-TON von PAUL ZADRAVEC (Speditionslogistiker), Steiermark

DER SECHSKANT-SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG

Mit dem Abflug geht’s auch für MARWIN KREMSER AUS SEIERSBERG-PIRKA los. In den letzten beiden Tagen habe ihn vor allem der Abschluss der Vorbereitungen nervös gemacht, jetzt sei er „fast schon tiefenentspannt“. Seine Mutter habe der Abschied dagegen etwas „emotionaler gestimmt“, erzählt die Fachkraft. Kremser will sie daher aus Shanghai laufend auf dem aktuellen Stand halten; einige Kollegen seines Arbeitgebers werden hingegen vor Ort mitfiebern.

Beim Packen musste der Robotik-Spezialist besonders genau aufpassen: Inbusschlüssel und 3D-Druckteile dürfen schließlich nicht im falschen Gepäckstück landen. „Alles muss zu jedem Zeitpunkt griffbereit sein“, weiß Kremser. Einen Glücksbringer braucht er nicht – spätestens ab Mittwoch gilt seine volle Konzentration dem Aufbau und der Programmierung des autonomen Roboters.

* O-TON von MARWIN KREMSER (Autonomous Mobile Robotics), Steiermark

VORARLBERGER SETZT AUF SCHILDKRÖTE DER „GOTA“

Bei Schweißer SIMON ÖSTERLE AUS KRUMBACH überwiegt trotz gesunder Nervosität die Vorfreude. Im Wettbewerb will er vor allem ruhig bleiben und sich von möglichen Fehlern nicht aus dem Konzept bringen lassen: „Zu Beginn muss ich erst einmal in den Wettbewerb hineinfinden und darf nicht in Hektik verfallen. Dann startet Modul 1. Das ist in meinem Beruf eines der wichtigsten Module und wird fast den gesamten ersten Tag in Anspruch nehmen. Entscheidend sind Gelassenheit, sauberes Arbeiten und das Vermeiden von Fehlern. Ich darf nicht hudeln oder hektisch werden.“ Daran soll ihn ein Glücksbringer seiner Taufpatin erinnern: „Meine Gota hat mir vergangene Woche eine kleine Schildkröte geschenkt. Die wird wahrscheinlich direkt neben den Schweißgeräten stehen.“

* O-TON von SIMON ÖSTERLE (Schweißer), Vorarlberg

EIN WENIG PLATZ IST IM KOFFER FREI

Fliesenleger ANDREAS LANDL AUS WARTBERG AN DER KREMS ist vor dem Abflug nicht um klare Ansagen verlegen: Ab Mittwoch werde er „von der ersten Minute an“ alles geben und voll fokussiert arbeiten. Was ihn konkret erwartet, erfährt er – wie die meisten Teilnehmer – erst kurz vor dem Wettbewerb. Beim Kofferpacken war für den Oberösterreicher vor allem das Arbeitsgewand entscheidend; sein Werkzeug wartet bereits in Shanghai. Etwas Platz habe er jedenfalls noch im Gepäck, lacht Landl: „Bei der Rückreise ist hoffentlich eine Goldmedaille mehr im Koffer.“ Die Menschen zu Hause sollen jedenfalls kräftig die Daumen drücken: „Wir werden unser Bestes geben.“

* O-TON von ANDREAS LANDL (Fliesenleger), Oberösterreich

AM WICHTIGSTEN: „HIRN UND FOKUS“

Das trifft auch auf Gartengestalter SIMON WEISS AUS SANDL zu. Die Vorfreude sei nach den vielen gemeinsamen Trainings mit Teampartner MARCEL ORTNER jedenfalls riesig: „Am meisten freue ich mich auf die Zusammenarbeit. Marcel und ich sind eine sehr gute Gemeinschaft und wollen gemeinsam das Beste herausholen“, erzählt Weiß. Beim Kofferpacken war er pragmatisch und aufs Wesentliche beschränkt. Denn: „Bei einem WorldSkills-Koffer darf man vor allem das Hirn und den Fokus nicht vergessen. Ich glaube aber, beides haben wir ohnehin immer dabei.“ Was Sandl aus China mitnehmen will? „Am liebsten würden wir natürlich eine Medaille mit nach Hause nehmen. Das ist, glaube ich, allen klar, die an einem solchen Wettbewerb teilnehmen.“

* O-TON von SIMON WEISS (Gartengestalter), Oberösterreich

Bei Bautischler PAUL MEISTERHOFER AUS LANZENKIRCHEN hält sich die Nervosität am Flughafen noch in Grenzen. Spätestens beim Wettbewerbsstart werde die Anspannung aber steigen. Ein halbes Jahr lang hat sich der Niederösterreicher intensiv vorbereitet und frühere WorldSkills-Werkstücke trainiert. Was er in Shanghai tatsächlich bauen muss, erfährt er erst kurz vor dem Start. „In den ersten beiden Stunden möchte ich auf jeden Fall den Aufriss fertigstellen und die technische Zeichnung, die wir abgeben müssen, abschließen. Danach heißt es: Vollgas weiterarbeiten“, hat sich der Niederösterreicher bereits einen Schlachtplan zurechtgelegt.

* O-TON von PAUL MEISTERHOFER (Bautischler), Niederösterreich

Am Dienstag werden die bislang größten WorldSkills aller Zeiten mit der Opening Ceremony eröffnet. Von Mittwoch bis Samstag folgen vier Wettbewerbstage, ehe am Sonntag die Medaillen vergeben werden. Dann soll die rot-weiß-rote Reise möglichst dort enden, wo sie begonnen hat: mit einem lautstarken „T“, „E“, „A“ und „M“ – und der einen oder anderen Medaille im Gepäck.

* AKTUELLE O-TÖNE für die Berichterstattung: Sendefähiges Audiomaterial der Teilnehmer:innen sowie Transkripte – weitere Audioinhalte werden laufend ergänzt.

FOTOS:

* Hier finden Sie die Fotos von der Abreise – (© SkillsAustria/Lehner) – Bilder sind beschriftet
* Alle Fotos im FlickR-Kanal von SkillsAustria (© SkillsAustria/Wieser/Slovencik)

Während der Wettbewerbstage wird auch VIDEOMATERIAL zur Verfügung stehen. (PWK451/HSP)

SkillsAustria – Verein zur Förderung von Berufswettbewerben
Kommunikation & Medienbetreuung
Christoph Sammer
Telefon: +43 664 233 0908
E-Mail: christoph.sammer@skillsaustria.at

Wirtschaftskammer Österreich
Digital Media & Communication
Pressestelle
Telefon: T 0590 900 – 4462
E-Mail: dmc_pr@wko.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender