
Wirtschaftsbund Österreich und alle neun Landesorganisationen fordern sofortiges Aussetzen aller unnötigen Berichtspflichten
Wirtschaftsbund startet bundesweite Herbstoffensive: Staat soll künftig begründen müssen, warum Berichtspflichten für Unternehmen weiterhin notwendig sind
Der Wirtschaftsbund Österreich (WBÖ) startet gemeinsam mit allen neun Landesorganisationen eine bundesweite Initiative gegen unnötige bürokratische Belastungen für heimische Unternehmen. Im Zentrum steht eine klare Forderung: Berichtspflichten für Betriebe sollen grundsätzlich auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei soll die bisherige Logik umgedreht werden. „Nicht die Unternehmerinnen und Unternehmer sollen erklären müssen, warum eine Berichtspflicht abgeschafft werden soll. Der Staat muss erklären, warum sie überhaupt noch notwendig ist“, lautet die gemeinsame Position des Wirtschaftsbund Österreich und seiner neun Landesorganisationen.
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten muss sich die Politik darauf konzentrieren, Unternehmen zu entlasten und unternehmerische Tätigkeit zu erleichtern. Jede Stunde, die Unternehmerinnen und Unternehmer für vermeidbare Dokumentations- und Berichtspflichten aufwenden müssen, fehlt für Kunden, Mitarbeiter, Innovation und die Weiterentwicklung des Betriebs.
Wie groß die administrative Belastung in einzelnen Bereichen ist, zeigen die Erhebungen der Statistik Austria: Allein dafür mussten österreichische Unternehmen im Jahr 2025 rund 737.000 Stunden betriebliche Arbeitszeit aufwenden. Rund 50.500 Unternehmen waren von zumindest einer Erhebung betroffen. Wenn die Bundesregierung Unternehmerinnen und Unternehmer tatsächlich entlasten und den Wirtschaftsstandort stärken möchte, muss sie genau bei solchen Belastungen ansetzen.
BUNDESWEIT GESCHLOSSEN GEGEN BÜROKRATIE
Der WBÖ und sämtliche Landesorganisationen stehen geschlossen hinter dem Ziel, die bürokratische Belastung heimischer Unternehmen deutlich zu reduzieren. „Vom Neusiedlersee bis zum Bodensee erleben Unternehmerinnen und Unternehmer dieselbe Realität: Zu viel Zeit geht für Dokumentation und Verwaltung verloren. Unsere Betriebe laufen längst mit einem Rucksack voller Berichtspflichten. Statt immer noch etwas hineinzupacken, müssen wir endlich Ballast herausnehmen und den Betrieben wieder Luft zum Atmen zu geben“, sagt Wirtschaftsbund-Österreich Präsidentin Martha Schultz.
Im Rahmen der Offensive sollen bestehende Berichtspflichten einem konsequenten Notwendigkeitscheck unterzogen werden. Kann die Notwendigkeit nicht nachvollziehbar belegt werden, soll die entsprechende Verpflichtung entfallen.
BEWEISLAST UMKEHREN
Der Wirtschaftsbund fordert damit einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Verwaltungspolitik. Bislang müssen Unternehmen und Interessenvertretungen oftmals ausführlich argumentieren, warum bestehende Verpflichtungen reduziert oder abgeschafft werden sollten. Künftig soll gelten: Nicht das Wegfallen einer Berichtspflicht muss begründet werden, sondern ihr Fortbestehen.
Damit soll sichergestellt werden, dass bürokratische Verpflichtungen nicht allein deshalb bestehen bleiben, weil sie über Jahre oder Jahrzehnte Teil des bestehenden Systems geworden sind. „Jede Berichtspflicht muss sich rechtfertigen lassen. Bürokratie darf niemals Selbstzweck sein. Wenn eine Meldung keinen klaren Mehrwert hat, dann muss sie entfallen“, so Schultz.
Der gemeinsame Anspruch von Bundes- und Landesorganisationen ist dabei klar: „Weniger ist mehr. Weniger Berichtspflichten bedeuten mehr Zeit für Unternehmertum, Wachstum und Arbeitsplätze. Denn eine starke Wirtschaft ist die Grundlage für unseren Wohlstand und einen leistungsfähigen Sozialstaat. Genau deshalb drücken wir bei überbordender Bürokratie jetzt gemeinsam die Stopptaste.“
Wirtschaftsbund Österreich
Nadja Jilly, MA
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