
Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser erhielt Anas Schakfeh-Preis
Preisgeld geht an Frauenprojekt der Diakonie
Die Diakonie freut sich über die Zuerkennung des des Anas Schakfeh-Preises für Verdienste um Frauenförderung und die Beteiligung von Frauen an der Gesellschaft für Diakonie Direktorin Maria Katharina Moser.
In ihrer Dankesrede betonte Moser den kritischen Blick, den jede Religionsgemeinschaft auf die eigene Tradition haben müsse: „Wenn wir wollen, dass Frauen ein freies und gutes Leben leben können, muss jede Kirche, jede Religionsgemeinschaft, jede Community, jede Weltanschauung an Geschlechtergerechtigkeit arbeiten.“ Welche Chancen und Wahlmöglichkeiten Frauen haben, wie es um ihre Rechte und ihre Freiheit bestellt ist, sei eine Frage, die sich an den Schnittstellen von Geschlecht, ökonomischem Status, Herkunft, Religionszugehörigkeit, Behinderung etc. entscheidet, so Moser weiter. Deswegen sei sie „zutiefst davon überzeugt: Wer über Frauenrechte reden will, darf zu Armut, Rassismus und Diskriminierung von Minderheiten – auch religiösen – nicht schweigen.“
Und Nina Horaczek unterstrich in ihrer Laudatio: „Ihr Feminismus bleibt nie an der Oberfläche. Denn jedes Frauenleben ist anders und wer dies nicht mitdenkt, wer nur das Frau-Sein sieht und andere Aspekte ausblendet, denkt falsch.“
DAS PREISGELD BEKOMMT EIN FRAUENPROJEKT DES DIAKONIE FLÜCHTLINGSDIENST
Das Preisgeld gibt die Diakonie Direktorin weiter an ein Projekt des Diakonie Flüchtlingsdienstes, das sich „Gestärkt durch Frauenrechte“ nennt und wo es um Peer-Arbeit geht. Wie das funktioniert, erklärt Maria Katharina Moser so: „An die Frauenberatungsstelle des Diakonie Flüchtlingsdienstes angeschlossen ist ein „Wohnzimmer“. An drei Tagen die Woche können sich Frauen hier treffen. Im Gespräch und begleitet von einem engagierten Team können Frauen mit Migrations- und Armutserfahrung hier Tee trinken und Selbstbewusstsein tanken. Sie erwerben Wissen zu ihren Rechten und auch zu Erziehungsfragen und Kinderrechten. Sie werden gestärkt und stärken einander. Die Frauen können ihre Themen setzen. Für viele ist das eine neue Erfahrung: „Was? Da darf ich reden, worüber ich will?“
Das Projekt muss immer wieder um seine Existenz bangen und ist auf Spenden angewiesen ist. Da kommt das Preisgeld gerade recht.
DER PREIS FÜR FRAUENFÖRDERUNG IST EIN WICHTIGES ZEICHEN
Dass es diesen Preis in der Kategorie Frauenförderung und Beteiligung gebe, sei ein wichtiges Zeichen in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation, betont Moser: „Auf der einen Seite erfahren Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von Frauen einen Backlash – die Desavouierung der sprachlichen Sichtbarmachung von Frauen als „Gender-Wahn“ und Verbote des Genderns sind dafür ein sprechendes Symptom. Auf der anderen Seite wird so getan, als wäre Gleichberechtigung ein Problem migrantischer Communities und des Islam als Religion.“
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Fotocredit: Gemeinnützige Privatstiftung Anas Schakfeh
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