
Familienbund: Aktive Väter wichtig für Gesellschaft
Vater sein heißt, Verantwortung teilen
Viele junge Eltern wünschen sich eine partnerschaftliche Beziehung und eine faire Aufteilung von Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Haushalt. Mit der Geburt eines Kindes geraten Paare jedoch häufig in traditionelle Rollen zurück: Der Vater übernimmt stärker die finanzielle Verantwortung, die Mutter einen größeren Teil der Betreuungs-, Haushalts- und Organisationsarbeit.
„Wenn zwei Menschen Eltern werden, sollten nicht automatisch alte Rollenbilder mit einziehen. Junge Familien brauchen Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, ihr Familienleben so aufzuteilen, wie es für sie passt“, erklärt Familienbund-Präsidentin Abg.z.NR Mag.a Johanna Jachs.
Partnerschaftliche Elternschaft bedeutet daher mehr, als einzelne Aufgaben aufzuteilen. Entscheidend ist, VERANTWORTUNG ZU TEILEN: beide Elternteile kennen die Abläufe, treffen Entscheidungen gemeinsam und fühlen sich gleichermaßen für Familienorganisation, Betreuung und Erziehung zuständig.
Die Weichen dafür werden früh gestellt. Bereits während Schwangerschaft, Geburt und erster Zeit mit dem Kind sollten sich beide Elternteile mit Betreuung, Erziehung, Haushaltsorganisation und der späteren Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit auseinandersetzen.
Väter brauchen dabei nicht nur die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch Wissen, Übung und gesellschaftliche Selbstverständlichkeit. Dieter Breitwieser-Ebster von Papainfo setzt bei werdenden und jungen Vätern an und bietet unter anderem Beratung, Elternbildung und Austauschformate an. Der Verein versteht aktive und fürsorgliche Vaterschaft ausdrücklich auch als Beitrag zur Gleichstellung und zur Entlastung von Familien.
„Fürsorge und Gleichberechtigung prägen auch die Art, wie wir Beziehungen führen. Wenn Männer selbstverständlich Sorgearbeit und Verantwortung übernehmen, kann das zu partnerschaftlicheren und weniger von Gewalt geprägten Beziehungen beitragen“, so Mag. (FH) Dieter Breitwieser-Ebster
Internationale Studien zeigen, dass partnerschaftliche Entscheidungsstrukturen und Programme, die Männer stärker in Sorgearbeit und gleichberechtigte Elternschaft einbeziehen, mit weniger Gewalt in Partnerschaften und Familien verbunden sein können.
„Fair bedeutet nicht, dass jede Aufgabe mathematisch fünfzig zu fünfzig geteilt werden muss. Fair bedeutet, dass Verantwortung gemeinsam getragen wird und sich nicht einer dauerhaft für alles zuständig fühlt“, betont Jachs.
VÄTER VON ANFANG AN IN DIE VERANTWORTUNG HOLEN – UND LASSEN.
Väter sollen rund um Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensjahre selbstverständlich in Beratung, Elternbildung und Betreuung eingebunden werden. Diese frühe Zeit ist wesentlich für den Aufbau einer eigenständigen Vater-Kind-Beziehung., das kommt auch klar in der qualitativen Studie das Österreichischen Familienbundes „Väter im Hürdenlauf (2019) heraus. Väterkarenz ist eine gute Möglichkeit, Beziehung und Bindung zu stärken.
Unternehmen brauchen planbare, familienfreundliche Arbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, in der auch Karenz und Familienzeit für Männer selbstverständlich sind. Starre Karrieremodelle und fehlende betriebliche Unterstützung identifiziert die oben genannte Studie als zentrale Hürden.
Die gesamte Unterlage des Pressegesprächs vom 23.9.2026 finden Sie auf www.familienbund.at
Österreichischer Familienbund
Marietheres van Veen
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