
Freiwilligendienste jetzt stärken: Bestehendes Engagement junger Männer anerkennen!
Gemeinsame Presseaussendung von Freiwilligendiensten Österreichs zu geplanten Änderungen im Zuge der Wehrpflichtreform
DER VEREIN FREIWILLIGES SOZIALES JAHR (FSJ), DIE JUGEND-UMWELT-PLATTFORM (FUJ), CARITAS, DIAKONIE, WELTWEGWEISER, JUGEND EINE WELT, DIE AG GLOBALE VERANTWORTUNG, INTERNATIONALE FREIWILLIGENEINSÄTZE UND DER VEREIN ÖSTERREICHISCHER AUSLANDSDIENST SIND SICH EINIG:
Junge Menschen wollen sich engagieren. Sie übernehmen Verantwortung, unterstützen andere und leisten damit einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Die geplante Reform von Wehrdienst, Zivildienst und Zivilersatzdiensten darf dieses Engagement nicht ausbremsen.
Die unterzeichnenden Organisationen und Bündnisse begrüßen die Entscheidung, die Freiwilligendienste als Zivilersatzdienst im In- und Ausland auch weiterhin anzurechnen. „DIE VORGESCHLAGENE EINENGUNG AUF 1% DER STELLUNGSPFLICHTIGEN MÄNNER IST JEDOCH VÖLLIG INAKZEPTABEL“, APPELLIEREN DIE FREIWILLIGENORGANISATIONEN IM NAMEN TAUSENDER ENGAGIERTER JUNGER ERWACHSENER AN DIE PARLAMENTSPARTEIEN. Das wären derzeit nämlich nur rund 360 Plätze pro Jahr. Dem stehen rund 900 junge Männer gegenüber, die aktuell jährlich einen anrechenbaren Zivilersatzdienst im In- und Ausland leisten. Es ist ein Widerspruch, junges Engagement fördern zu wollen, während gleichzeitig Hürden für jene aufgebaut werden, die bereit sind, sich für andere einzusetzen. Das geplante Kontingent würde das bestehende Freiwilligenengagement auf rund ein Drittel reduzieren. „Zumindest die derzeit rund 1.000 Plätze müssen auch künftig zur Verfügung stehen.“
FREIWILLIGENDIENSTE ALS ZENTRALER BAUSTEIN GESELLSCHAFTLICHEN ENGAGEMENTS
Freiwilligendienste sind ein zentraler Baustein gesellschaftlichen Engagements junger Menschen. Sie ermöglichen Erfahrungen, Verantwortung und konkrete Hilfe für andere. Gleichzeitig sind soziale, pädagogische, ökologische und internationale Einrichtungen vielfach auf die Unterstützung durch Freiwillige angewiesen.
Zu diesen Formen des Engagements zählen auch Auslandsfreiwilligendienste wie der Gedenk- und Friedensdienst. Sie ermöglichen jungen Menschen, sich im Ausland konkret für Erinnerungsarbeit, Verständigung, Dialog, soziale Entwicklung und ein friedliches Zusammenleben einzusetzen und dabei gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Darüber hinaus entfalten diese Dienste auch außenpolitische und diplomatische Wirkung: Sie fördern internationalen Austausch, vertiefen wechselseitiges Verständnis und leisten damit einen nachhaltigen Beitrag zu vertrauensvollen Beziehungen und internationaler Zusammenarbeit. „Auslandsdienst bedeutet, Verantwortung über Grenzen hinweg zu übernehmen und Österreich durch konkretes Engagement für Erinnerung und Frieden sichtbar zu machen.“
Die Verschlechterungen im Freiwilligendienst würde nicht nur das Engagement junger Männer schwächen, sondern auch die Bemühungen, sie langfristig für Sozial-, Pflege- und Umweltberufe zu gewinnen. Denn: Mehr als 70 % der FSJ- und FUJ-Absolventen entscheiden sich für weitere Tätigkeiten im Sozial-, Pflege- oder Umweltbereich, ebenso wie eine Vielzahl Zivilersatzdienstleistender im Ausland.
ANRECHENBARKEIT JA – ABER PRAXISTAUGLICH
Ein anrechenbarer Dienst muss innerhalb von maximal zwölf Monaten absolvierbar sein. Er darf nicht an fehlenden Plätzen, komplizierten Vorgaben oder unrealistischen Zeitmodellen scheitern. Die Dauer des Dienstes muss mit den Bildungs- und Lebenswegen der jungen Erwachsenen vereinbar bleiben. Es braucht Planbarkeit und Absicherung – sowohl für die Organisationen als auch für die jungen engagierten Männer.
FÜNF KLARE LEITLINIEN:
* Freiwilligendienste weiter stärken und ausbauen, anstatt deren Existenz durch falsche Kontingentierung zu gefährden.
* Anrechenbare Zivilersatzdienste so gestalten, dass sie realistisch innerhalb von maximal zwölf Monaten absolviert werden können.
* FSJ, FUJ und Auslandsfreiwilligendienste für Frauen gezielt attraktivieren.
* Ausreichend Plätze und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen für alle Freiwilligendienste sicherstellen.
* Die derzeitige Zahl von rund 1.000 Männern in Freiwilligendiensten absichern und die massive Schwächung von Freiwilligenarbeit verhindern.
Junge Menschen wollen sich einbringen. Dafür brauchen sie aber Rahmenbedingungen, die dieses Engagement ermöglichen – und keine Barrieren und Kontingente, die es ausbremsen.
Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste (Verein FSJ) | Jugend-Umwelt-Plattform | Caritas | Diakonie | WeltWegWeiser | Jugend Eine Welt | AG Globale Verantwortung | Verein Österreichischer Auslandsdienst
Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste
MMag. Elisabeth MARCUS, Geschäftsführerin
Telefon: 067687763915
E-Mail: elisabeth.marcus@fsj.at
Website: https://www.fsj.at
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