Marchetti zu sechsjähriger Volksschule: Inhalte wichtiger als neue Türschilder

ÖVP-Bildungssprecher: Unklar, welchen Mehrwert Modellversuch für Schülerinnen und Schüler haben soll

“Die vierjährige Volksschule erzielt gerade in Wien nicht die Ergebnisse, die wir uns wünschen würden. Sie hat große Probleme bei der Sprachförderung und beim Erreichen der Bildungsziele. Es würde den Schülerinnen und Schülern wesentlich mehr bringen, wenn die Ressourcen darin investiert werden, dass die vierjährige Volksschule besser funktioniert. Die entscheidende Frage ist doch: Was hilft unseren Kindern konkret beim Lernen? Wir müssen darüber sprechen, wie wir die Sprachprobleme an unseren Schulen lösen, wie wir die Unterrichtsqualität verbessern, die Lehrerausbildung weiterentwickeln und den Schulen mehr echte Autonomie geben, die auch wirklich mit Ressourcen unterlegt ist”, erklärte ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti zum heute von Bildungsminister Wiederkehr vorgestellten Modellversuch einer sechsjährigen Volksschule in Wien.

“Es ist völlig offen geblieben, was sich durch die sechsjährige Volksschule bei diesen konkreten und realen Problemen tatsächlich verbessert. Das Türschild zu tauschen, ohne tatsächlich einen Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler zu schaffen, ist noch lange keine sinnvolle Reform”, so Marchetti.

Marchetti weiter: “Eine generelle Reform der Organisationsform der Primarstufe oder der Sekundarstufe 1 ist aus gutem Grund nicht Teil des Regierungsprogramms. Was aber im Regierungsprogramm steht: Elementarpädagogik weiter ausbauen und verbessern. In der Schule die Sprachförderung stärken, die Lehrerausbildung verbessern und ein eigenes Lehramt für Inklusion und Sonderpädagogik einführen. Diese Projekte wollen wir mit aller Kraft gemeinsam umsetzen, weil sie einen konkreten Mehrwert für die Kinder und Jugendlichen haben.”

Marchetti spricht sich zudem gegen eine Einschränkung der Wahlfreiheit für Eltern aus: “Kinder haben unterschiedliche Bedürfnisse. Begabungen, Interessen und Entwicklungsverläufe sind unterschiedlich. Deshalb brauchen wir unterschiedliche Förder- und Bildungsangebote und eine Wahlfreiheit für Eltern.” (Schluss)

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