
ÖGPRÄC Tagung 2026
Qualität in der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie zeigt sich dort, wo es für Patient:innen entscheidend wird.
ANLÄSSLICH IHRER 64. JAHRESTAGUNG ZEIGT DIE ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR PLASTISCHE, REKONSTRUKTIVE UND ÄSTHETISCHE CHIRURGIE (ÖGPRÄC), WAS MEDIZINISCHE QUALITÄT HEUTE KONKRET BEDEUTET UND WARUM FUNDIERTE BERATUNG, FACHÄRZTLICHE EXPERTISE UND REALISTISCHE ERWARTUNGEN ENTSCHEIDEND FÜR DIE SICHERHEIT VON PATIENT:INNEN SIND.
DIE GESAMTE PRESSEMAPPE INKL. STATEMENTS DER ÖGPRÄC-VORSTANDSMITGLIEDER SOWIE WEITERES BILDMATERIAL FINDEN SIE UNTER DEM FOLGENDEN LINK: HIER KLICKEN.
Ein ästhetischer Eingriff lässt sich heute mit wenigen Klicks finden und buchen. Doch ebenso leicht zugänglich sind oftmals unseriöse Angebote ohne erforderliche fachärztliche Qualifikation.
Gleichzeitig erweitern moderne rekonstruktive Verfahren die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Patient:innen. Mit künstlicher Intelligenz entstehen darüber hinaus innerhalb weniger Sekunden Bilder, die Patient:innen zeigen, wie sie nach einer vermeintlichen ästhetischen Veränderung aussehen könnten.
Diese Entwicklungen führen zu einer gemeinsamen Frage: Woran können Patient:innen medizinische Qualität erkennen?
QUALITÄT BEGINNT VOR DEM EINGRIFF
Gerade im ästhetischen Bereich ist für Patient:innen nicht immer leicht zu erkennen, welche medizinische Qualifikation hinter einem Angebot steht. Eine bestimmte Behandlung oder Operation anzubieten, sagt noch wenig darüber aus, ob Risiken richtig eingeschätzt und mögliche Komplikationen beherrscht werden können. Die Fachgesellschaft sieht eine ihrer Aufgaben deshalb darin, Orientierung zu geben.
FACHÄRZTLICHE AUSBILDUNG ALS BASIS FÜR PATIENT:INNENSICHERHEIT
Die Mitgliedschaft in der Fachgesellschaft macht für Patient:innen die entsprechende fachärztliche Qualifikation als wesentliche Voraussetzung für medizinische Qualität transparent und überprüfbar. Die sechsjährige Ausbildung zur Fachärztin bzw. zum Facharzt wird mit einer umfassenden Facharztprüfung abgeschlossen, die neben operativen Fertigkeiten auch Diagnose, Indikationsstellung, Therapiewahl und den Umgang mit Komplikationen umfasst.
ÖFFENTLICHE VERSORGUNG: MEHR OPERATIONEN, VERÄNDERTE RESSOURCEN
Qualität braucht auch entsprechende strukturelle Voraussetzungen. Eine aktuelle Erhebung zeigt: Seit 1995 stieg die Zahl der Spitalsabteilungen mit Plastischer Chirurgie von 9 auf 13 (+44 Prozent), die Zahl der Betten jedoch nur um 14 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Operationen auf rund 25.000 pro Jahr etwa verdoppelt.
Parallel dazu sank die Zahl der durchschnittlich durchgeführten Operationen pro Fachärzt:in im öffentlichen Krankenhaus von über 300 auf rund 170 pro Jahr – unter anderem aufgrund veränderter Arbeitszeitregelungen und geringerer Anwesenheitszeiten.
MODERNE BRUSTREKONSTRUKTION
Wie sehr medizinische Qualität auch langfristig gedacht werden muss, zeigt die moderne Brustrekonstruktion. In Österreich erkranken jährlich rund 7.000 Frauen neu an Brustkrebs, zugleich liegt das relative Fünf-Jahres-Überleben mittlerweile bei 88,2 Prozent. Damit rückt neben der unmittelbaren Rekonstruktion zunehmend die langfristige Unterstützung von Körperbild und Lebensqualität in den Fokus.
Für die Brustrekonstruktion stehen Implantate und körpereigenes Gewebe zur Verfügung. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Tumorsituation, weiteren Behandlungen wie Bestrahlung, den individuellen Gewebeverhältnissen, Risikofaktoren und den persönlichen Wünschen ab – moderne Rekonstruktion bedeutet daher vor allem individuelle Planung mit langfristiger Perspektive.
WENN KI EIN ERGEBNIS ZEIGT, DAS MEDIZINISCH VIELLEICHT GAR NICHT MÖGLICH IST
Zunehmend bringen Patient:innen solche KI-generierten Wunschbilder mit. Die KI berücksichtigt jedoch wesentliche medizinische Faktoren wie individuelle Anatomie, Haut- und Gewebebeschaffenheit, Funktion oder die Grenzen einer sicheren Operation nicht zuverlässig.
Hinzu kommt: Wer sich selbst bereits mit der vermeintlichen Wunschnase oder veränderten Körperform gesehen hat, bringt dieses Bild als Vergleichsmaßstab mit. Selbst ein sehr gutes Operationsergebnis kann dann enttäuschen, wenn ihm ein künstlich erzeugtes Ideal gegenübersteht. Für Plastische Chirurg:innen bedeutet das, nicht nur zu erklären, was eine Operation leisten kann, sondern auch, wo ihre medizinischen Grenzen liegen.
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Mag. Lisa Haider
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