Schließung der Russmedia-Druckerei: Gewerkschaft GPA fordert umfassenden Sozialplan

GPA-Schweighofer kritisiert Folgen der Russmedia-Übernahme

Nach der heute angekündigten Schließung der Druckerei der Moser Holding in Innsbruck fordert die Gewerkschaft GPA einen umfassenden Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten. Die Belegschaft wurde heute über das geplante Aus des Standorts mit Ende März 2027 informiert.

„Für die betroffenen Beschäftigten ist diese Nachricht eine Katastrophe. Hinter der Schließung stehen 63 Einzelschicksale, Familien und Lebenspläne. Viele Kolleginnen und Kollegen waren über Jahrzehnte im Betrieb tätig, manche stehen bereits kurz vor der Pension. Jetzt wird ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen“, betont Harald Schweighofer, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA Tirol.

Umso dringender braucht es rasch verbindliche Perspektiven. „Wer nach Jahrzehnten im Betrieb seinen Arbeitsplatz verliert, braucht mehr als gute Wünsche für die berufliche Neuorientierung. Wir fordern einen umfassenden Sozialplan, der der Lebenssituation der Betroffenen gerecht wird“, so Schweighofer weiter. „Gerade ältere Beschäftigte dürfen mit der schwierigen Suche nach einem neuen Arbeitsplatz nicht allein gelassen werden. Deshalb fordern wir die Errichtung einer Arbeitsstiftung, die die Betroffenen bei der beruflichen Neuorientierung bestmöglich unterstützt“, appelliert der Gewerkschafter.

Für Schweighofer bestätigt die angekündigte Schließung die Bedenken, die die Übernahme der Moser Holding durch Russmedia von Anfang an begleitet haben. Auch die Bundeswettbewerbsbehörde hatte Bedenken hinsichtlich der Medienvielfalt und ließ den Zusammenschluss nur unter Auflagen zu. „Während vor den Folgen dieser Konzentration gewarnt wurde, haben die Unternehmen die Übernahme als Stärkung des regionalen Medienstandorts präsentiert. Wenige Monate später zeigt sich, wie viel dieses Bekenntnis wert ist, sobald es um die Arbeitsplätze der Menschen vor Ort geht“, kritisiert Schweighofer.

„Genau deshalb haben wir die Übernahme von Anfang an kritisch gesehen. Medienvielfalt und lokale Arbeitsplätze brauchen mehr als schöne Absichtserklärungen. Wer den Standort stärken will, muss auch Verantwortung für die Menschen übernehmen, die ihn tragen. Regionale Verwurzelung darf nicht beim Firmenlogo enden“, so der Gewerkschafter abschließend.

Gewerkschaft GPA – Öffentlichkeitsarbeit
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