
Gesunde und nachhaltige Ernährung beginnt mit Wertschätzung
Zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September betont das Ökosoziale Forum: Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist Teil gesunder, nachhaltiger Ernährung.
In Österreich werden jährlich mehr als eine Million Tonnen noch genießbarer Lebensmittel entsorgt. Rund 54 Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle entstehen in privaten Haushalten. Gleichzeitig sind in Österreich rund 420.000 Menschen von schwerer Ernährungsarmut betroffen.
Große Mengen genießbarer Lebensmittel gehen verloren. Zugleich haben viele Menschen nur eingeschränkten Zugang zu ausreichender und ausgewogener Ernährung. Lebensmittelverschwendung ist damit nicht nur ein ökologisches und wirtschaftliches Problem, sondern auch eine soziale Herausforderung.
GESUNDE ERNÄHRUNG BRAUCHT VERLÄSSLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
Ob Menschen sich gesund ernähren können, hängt nicht allein von individuellen Entscheidungen ab. Leistbarkeit, Verfügbarkeit, Bildungsniveau und soziale Lebensbedingungen prägen maßgeblich die Möglichkeiten im Alltag.
Besonders für Kinder und Jugendliche ist eine ausgewogene Ernährung von zentraler Bedeutung. Sie unterstützt Wachstum, Immunsystem, Knochenentwicklung und geistige Leistungsfähigkeit und kann langfristig dazu beitragen, das Risiko ernährungsbedingter Erkrankungen zu senken. Da Ernährungsgewohnheiten früh geprägt werden, ist ein verlässlicher Zugang zu hochwertigen und gesunden Lebensmitteln besonders wichtig. Gleichzeitig beeinflussen verschiedene soziale, gesundheitliche und strukturelle Faktoren die Ernährungsgewohnheiten und das Risiko für Übergewicht und Adipositas. Dazu zählen etwa ein niedriger sozioökonomischer Status, psychosoziale Belastungen, Bewegungsmangel sowie das Lebensmittelangebot und der Umgang mit Lebensmitteln. Auch Wissen darüber, wie Lebensmittel verarbeitet, gelagert und haltbar gemacht werden können, spielt eine wichtige Rolle. Dieses Verständnis stärkt die Wertschätzung von Lebensmitteln, kann dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig eine gesunde Ernährung zu fördern.
Gesunde Ernährung ist daher nicht allein eine Frage persönlicher Verantwortung, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Schulen und Kindergärten können mit gesunder und nachhaltiger Verpflegung sowie Ernährungsbildung wesentlich dazu beitragen, gesundheitliche Chancen früh zu verbessern.
FORSCHUNG UND PRAXIS ZUSAMMENFÜHREN
Als Teil des FEAST-Konsortiums beschäftigt sich das Ökosoziale Forum mit der Frage, wie gesunde und nachhaltige Ernährung im Alltag gestärkt werden kann. Gemeinsam mit der Polytechnischen Schule Korneuburg wird der Schulstandort Windmühlgasse in diese Richtung weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt stehen Angebote, die gesundheitliche, ökologische und praktische Anforderungen miteinander verbinden und zugleich die Lebensrealität der Jugendlichen berücksichtigen. Ziel ist es, nachhaltige Ernährung nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern im schulischen Alltag konkret erfahrbar zu machen.
FEAST wird kofinanziert von: European Union’s Horizon Europe research and innovation programme.
Ökosoziales Forum Österreich & Europa
Johanna Kramer, MA
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