Sicherer Weg für die Wiener Amphibien

Im Wienerwald entstehen neue Schutzanlagen für wandernde Amphibien

Alle Jahre wieder beginnt im Frühling die „Krötenwanderung“, zahlreiche Amphibien wie Molche, Frösche oder Salamander kehren zu ihren Laichgewässern zurück. In starken Wanderjahren sind im Frühjahr entlang der Strecke zwischen Amundsenstraße 5 und dem Kreisverkehr bei der Marswiese bis zu 3000 Individuen unterwegs.

Dort wo ihre Wege Straßen queren, sorgt der Autoverkehr leider oft für ein tödliches Ende der Wanderung. Um die Zahl an tierischen Straßenopfern gering zu halten, waren bisher zur „Krötenhauptsaison“ zahlreiche Freiwillige, etwa vom Verein gegen Tierfabriken (VGT), täglich stundenlang im Einsatz. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird im Bereich des Hanslteichs im 17. Bezirk von der Stadt Wien eine permanente Amphibienschutzanlage errichtet. Diese bedeutet einen weiteren Schritt hin zur Stabilisierung der streng geschützten Amphibien-Populationen im Wienerwald.

Der Spatenstich für das zweite Teilprojekt erfolgte am 28. September 2026 und wurde von der Stadt Wien ebenso wie von den Bezirken Penzing und Hernals und dem VGT feierlich vorgenommen. Nach Abschluss der Bauarbeiten im November stehen den Amphibien und Kleintieren insgesamt 11 Querungsmöglichkeiten entlang der Amundsen- und Neuwaldeggerstraße zur Verfügung.

„Amphibienschutz ist auch Artenschutz, denn hier kommt etwa der seltene und stark gefährdete Alpenkammolch vor. Der Aufwand zur Errichtung der Anlage macht sich doppelt bezahlt: Für die Amphibien mit einem aufgewerteten Lebensraum und für die freiwilligen Helfer*innen, die nicht mehr Freizeit und Nachtruhe opfern müssen, um die Tiere sicher über die Straße zu tragen“, betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Peter Jagsch, Bezirksvorsteher von Hernals, begrüßt das erfolgreich gestartete zweite Teilprojekt ebenso: „Ich freue mich, dass die Arbeiten jetzt starten. Mit den fixen Tunneln können unsere heimischen Arten sicher die Straße unterqueren. Danke an die Fachabteilungen der Stadt Wien für die professionelle Vorbereitung und an den VGT (Verein gegen Tierfabriken), der seit Jahren mithilft, die Tiere sicher über die Straße zu bringen.“

Im ersten Teilprojekt, wurde im 14. Bezirk und teils auch im 17. Bezirk die bestehende Amphibienschutzanlage beim Schottenhof in beide Richtungen unter der Bauaufsicht der Stadt Wien – Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) verlängert. Diese Arbeiten haben im Juli 2026 begonnen und stehen kurz vor der Fertigstellung.

„Ich freue mich, dass der Bezirk Penzing mit dem ersten Abschnitt der Anlage dazu beitragen kann, dass in Zukunft die hier vorkommenden Amphibien besser geschützt an ihr Ziel kommen. Diese Tunnel erleichtern zudem die Arbeit der vielen Freiwilligen, bei denen auch ich mich noch einmal ausdrücklich für ihre Unterstützung bedanken möchte“, ergänzt Michaela Schüchner, Bezirksvorsteherin von Penzing.

Geplant wurde das Projekt unter Federführung der Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22), ermöglicht durch die Zustimmung auch der privaten Grundstückseigentümer*innen (Stift St. Peter, Erzdiözese Wien, Stift Schotten, Common Estate Verein & Co KG).

WIENS AMPHIBIEN-WANDERSTRECKEN

In Wien werden Amphibien hauptsächlich dort wahrgenommen, wo sie während der Wanderzeit Straßen queren müssen: im Prater, in Kaiserebersdorf, bei der Mauerbachstraße oder Sophienalpe sowie am Bisamberg und rund um den Schwarzenbergpark. An einigen der Hauptwanderrouten gibt es schon fixe Amphibienschutzanlagen, an anderen wird noch mit der Zaun-Kübel-Methode gearbeitet. Bei letzterer werden Kröten und Co an mobilen Krötenzäunen entlang zu eingegrabenen Kübeln geleitet, in die sie hineinplumpsen, um von geschulten freiwilligen Helfer*innen über die Straße getragen zu werden.

Insgesamt leben in Wien17 Amphibienarten, darunter auch seltene Arten wie die Wechselkröte oder der Berg- und der Donaukammmolch. Häufiger zu beobachten sind Erdkröten und diverse Froscharten. Feuersalamander sind trotz der leuchtend gelben Zeichnung außerhalb der Wanderzeit seltener zu sehen.

Alle in Wien vorkommenden Amphibienarten sind nach dem Wiener Naturschutzgesetz streng geschützt. Es darf ihnen oder ihrem Lebensraum kein Schaden zugefügt werden. Erlaubt ist es jedoch, sie von einer Gefahrenstelle an einen sicheren, nahen Ort zu bringen, wobei aber immer auf die eigene Sicherheit zu achten ist!

Pressebilder zu dieser Aussendung sind in Kürze unter https://presse.wien.gv.at/bilder abrufbar. (Schluss)

Silvia Kubu
Stadt Wien-Umweltschutz
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E-Mail: silvia.kubu@wien.gv.at
Website: https://www.umweltschutz.wien.at

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