
Danube Private University: Start für neues EU-Forschungsprojekt zu Eierstockkrebs
Die DPU koordiniert mit IMPACT-OC ein internationales Forschungsprojekt zu Künstlicher Intelligenz und Eierstockkrebs, das die EU mit knapp vier Millionen Euro fördert.
Gemeinsam mit anderen Organisationen aus sechs europäischen Ländern untersucht die Danube Private University (DPU), wie Künstliche Intelligenz künftig dabei unterstützen kann, komplexe medizinische Informationen bei Eierstockkrebs zusammenzuführen und medizinische Teams bei schwierigen Entscheidungen zu unterstützen.
Eine wichtige Rolle übernimmt dabei die DPU-Forschungsgruppe Medical Image Analysis & Artificial Intelligence (MIAAI). Sie ist im Technologie- und Forschungszentrum (TFZ) in Wiener Neustadt angesiedelt und bringt ihre Expertise in medizinischer Bildanalyse, Radiomics und Künstlicher Intelligenz in das Projekt ein.
VIELE INFORMATIONEN – EIN GESAMTBILD
Bei Eierstockkrebs müssen Ärzt:innen zahlreiche Informationen gleichzeitig berücksichtigen – darunter medizinische Bilder, Gewebeproben, genetische Daten und Angaben zum Krankheitsverlauf. IMPACT-OC untersucht, wie KI diese unterschiedlichen Daten gemeinsam auswerten und nachvollziehbar aufbereiten kann.
Dafür entwickeln die Forschenden mehrere spezialisierte KI-Systeme, sogenannte KI-Agenten. Sie sollen unterschiedliche Informationsquellen analysieren – etwa Bilddaten, Gewebeproben, genetische Informationen oder klinische Befunde. Ein übergeordnetes System soll die Ergebnisse anschließend zusammenführen und mit medizinischen Leitlinien abgleichen. Dabei soll auch sichtbar bleiben, wie eine Einschätzung zustande kommt und wie sicher das System dabei ist.
„Die Koordination des hochkompetitiven IMPACT-OC-Projekts ist ein großer Erfolg für die DPU und ein wichtiger Meilenstein für mich persönlich. Das Projekt bestätigt unsere strategische Ausrichtung, internationale Konsortien zu führen und generative KI in praxisnahe klinische Anwendungen zu überführen“, so Ioannis Lazarou, MSc, PhD, Koordinator für EU-Forschungsprojekte an der DPU.
DREI KONKRETE ANWENDUNGSBEREICHE
IMPACT-OC konzentriert sich auf drei zentrale Fragestellungen. Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs soll untersucht werden, wie KI bei der Entscheidung unterstützen kann, ob zunächst eine Operation oder eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein könnte.
Ein weiterer Bereich ist die Erkennung eines möglichen erblichen Krebsrisikos. Die Forschenden untersuchen, ob sich aus Routine-Ultraschalluntersuchungen Hinweise darauf ableiten lassen, dass eine Frau möglicherweise ein erhöhtes, vererbbares Risiko für Eierstockkrebs hat. Die KI soll damit eine genetische Beratung unterstützen, diese aber nicht ersetzen.
Außerdem soll KI dabei helfen, Veränderungen und Knoten im Eierstockbereich genauer einzuschätzen. Ziel ist unter anderem, unnötige weitere Untersuchungen oder Eingriffe möglichst zu vermeiden.
DIGITALER ZWILLING UND SICHERE ERPROBUNG
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist der sogenannte „digitale Zwilling“. Dabei werden relevante Informationen über eine Patientin und ihren bisherigen Krankheitsverlauf in einem digitalen Modell zusammengeführt. So sollen verschiedene „Was-wäre-wenn“-Szenarien untersucht werden können: Wie könnte sich ein Krankheitsverlauf unter unterschiedlichen Voraussetzungen entwickeln?
Noch handelt es sich ausschließlich um Forschung. Die entwickelten Methoden werden zunächst anhand vorhandener beziehungsweise zeitlich verschobener, de-identifizierter Daten getestet. In den Pilotstudien läuft die KI im sogenannten „Schattenmodus“: Sie analysiert Fälle im Hintergrund, ihre Ergebnisse werden den behandelnden Ärztinnen und Ärzten nicht angezeigt und haben keinen Einfluss auf die Versorgung.
PATIENTINNENPERSPEKTIVE VON ANFANG AN EINGEBUNDEN
Neben Kliniken und Forschungseinrichtungen sind auch Patientinnenorganisationen in das Projekt eingebunden. Sie sollen dazu beitragen, dass die Entwicklung der neuen Technologien an den Bedürfnissen und Anliegen von Patientinnen ausgerichtet bleibt.
„Es freut mich sehr, dass unsere langjährige internationale Zusammenarbeit nun in ein federführendes Projekt zum Ovarialkarzinom mündet. Als tödlichste Krebserkrankung des weiblichen Beckens braucht es neue Ansätze: Mit KI-basierten Agenten wollen wir Diagnostik und Therapie gezielter und wirksamer machen. Die aktive Einbindung von Patientinnenvertreterinnen ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor“, sagt Univ.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Ramona Woitek, PhD, Projektkoordinatorin und Leiterin der MIAAI-Forschungsgruppe.
INTERNATIONALE FORSCHUNG MIT EXPERTISE AUS WIENER NEUSTADT
Das IMPACT-OC-Konsortium bringt zehn Organisationen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich zusammen. Die DPU übernimmt die Koordination und ist u.a. für die Entwicklung von KI-Methoden zur medizinischen Bildanalyse sowie als Sponsor der klinischen Studien verantwortlich.
Die MIAAI-Forschungsgruppe der DPU arbeitet im TFZ in Wiener Neustadt an medizinischer Bildanalyse, Radiomics und Deep Learning. Mit IMPACT-OC fließt diese Expertise in ein internationales Forschungsprojekt ein.
DPU-Direktor Robert Wagner, MA, betont: „Dass die DPU ein internationales Horizon-Europe-Projekt dieser Größenordnung koordiniert, ist ein bedeutender Meilenstein für unsere Forschungsentwicklung. IMPACT-OC zeigt, dass wir mit unserer Verbindung von Medizin, Künstlicher Intelligenz und internationaler Zusammenarbeit Forschung auf europäischem Spitzenniveau vorantreiben können – mit dem klaren Ziel, wissenschaftlichen Fortschritt in einen konkreten Nutzen für Patientinnen zu übersetzen.“
Das Projekt IMPACT-OC – Interpretable Multimodal Predictive Agents and Digital Twins for Ovarian Cancer läuft seit 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2030. Die Europäische Union stellt dafür insgesamt knapp vier Millionen Euro zur Verfügung.
IMPACT-OC – GRANT AGREEMENT NR. 101306266
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