Österreich verspielt Chance auf günstige Strom- und Netzkosten: E-Control wird „Batterieverzögerungs-VO“ beschließen

„PV&B Austria, Windkraft Österreich und der Bundesverband Energiespeicher schlagen Alarm: Nach neun Monaten fehlt die Grundlage für den dringend nötigen Speicherausbau.“

Die Verbände kritisieren scharf, dass Branchen-Fachleute in den Beschluss der finalen Verordnung nicht eingebunden wurden. Über 1.000 Seiten an Stellungnahmen, vielfach fachlich begründet und fundiert wurden während der Begutachtung eingebracht und in unzähligen Einzelgesprächen erläutert. Statt einem fachlich und transparenten gemeinsamen Abschluss des Prozesses, wurden nun offenbar in Verhandlungen hinter verschlossenen Türen letztlich einzelne Partikularinteressen bevorzugt. Diese intransparente Entwicklung ist eine denkbar schlechte Vorlage.

Statt den Standort zu stärken, droht die finale Verordnung genau das Gegenteil zu bewirken. Schon heute fehlt es im österreichischen Energiesystem an ausreichender Flexibilität – und diese Lücke wird sich weiter vergrößern, wenn der Ausbau von Speichern nicht rasch ermöglicht wird. Die Folge sind steigende Systemkosten: Strom wird nicht günstiger, Netzengpässe nehmen weiter zu und der Bedarf an zusätzlichem Netzausbau steigt. Viele EU-Länder haben sich anders entschieden: in diesen werden Speicher ausgebaut, was ein Sinken der Strom- und Netzkosten zur Folge hat. In Deutschland, wo die netzentlastenden Funktionen von Stromspeichern in den Netzgebühren berücksichtigt wurde, hat dies bereits zu Kosteneinsparungen von 3,9 Milliarden Euro pro Jahr für Stromkunden geführt (Frauenhofer-Studie, 2026).

Die SNE-G-V in ihrer derzeitigen Ausgestaltung hat das Potential zu einer reinen „Batterieverzögerungs-Verordnung“ zu verkommen. Auch die in Aussicht gestellte Option, Fehler im Laufe des nächsten Jahres nachzubessern, greift zu kurz. Die Regierung muss dafür sorgen die politischen Ziele sicherzustellen. Der heimische Strommarkt braucht rasch Entlastung durch Stromspeicher sowie Planungssicherheit und Kontinuität. Österreich droht die historische Chance auf eine nachhaltige Senkung der Netz- und Stromkosten zu verspielen. Weltweit ist klar, dass Batterien dringend und in hohem Ausmaß notwendig sind, um eine günstige, sichere und unabhängigere Energieversorgung zu gewährleisten. Intransparentes Vorgehen schadet dem Wirtschaftsstandort und gefährdet genau jene Investitionen, welche das ermöglichen. Erfolgreiche Standortpolitik sieht anders aus.

KONKRETE FORDERUNGEN AN DIE POLITIK

Die Verbände stehen weiterhin für eine transparente und fachlich fundierte Gestaltung zur Verfügung und appellieren eindringlich an die zuständigen Stellen, die Verordnung vor ihrer Finalisierung in entscheidenden Punkten anzupassen. Auch die Regierung ist in dieser Sache gefordert. Es geht nicht mehr und nicht weniger darum, die netzentlastenden Funktionen von Stromspeichern in den Netzgebühren anzuerkennen und diese durch strenge, jedoch effektive Regularien einzufordern. Dieser entscheidende Sachbezug fehlt, womit Stromspeicher keinen Anreiz haben entlastend zu agieren und damit im System fehlen.

Aktuelle Studien zeigen, dass die Höhe der Abgaben einen signifkanten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeicherprojekten hat. Eine entsprechende Gleichstellung mit Pumpspeichern und das Gewahrsein der die Wirtschaftlichkeit stark dämpfenden Wirkung von Netzentgelten ist für die Entwicklung und damit einhergehend sinkende Stromkosten in Österreich dringlich.

Bundesverband Energiespeicher Österreich
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E-Mail: office@energiespeicher-oesterreich.at

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