Gemeinsam gegen Phishing: Dritte Auflage von „#10TageGegenPhishing“ startet

Bundeskriminalamt, Österreichische Nationalbank und rund 60 Partner setzen gemeinsame Präventionsinitiative fort – 2025 rund 7.000 Phishing-Fälle und 22 Millionen Euro Schaden

Am 9. Oktober 2026 startet bereits zum dritten Mal die Initiative „#10TageGegenPhishing“. Gemeinsam mit der Österreichischen Nationalbank, Payment Services Austria, Banken, Unternehmen und weiteren Partnerorganisationen setzt das Bundeskriminalamt damit die österreichweite Präventionsarbeit gegen Phishing und andere digitale Betrugsformen fort. Rund 60 Partner beteiligen sich heuer an der Initiative und tragen die gemeinsamen Präventionsbotschaften über ihre jeweiligen Kommunikationskanäle in die Bevölkerung.

Den Auftakt bildeten ein gemeinsamer Medientermin mit Innenminister Gerhard Karner, dem Gouverneur der Österreichischen Nationalbank Martin Kocher und Bundeskriminalamtsdirektor Andreas Holzer sowie eine anschließende Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Telekommunikation, Finanzwesen und Prävention.

AUS EINER INITIATIVE IST EIN BREITES NETZWERK GEWORDEN

Den Grundstein für die heutige Zusammenarbeit legte im Jahr 2023 die Gründung der Plattform gegen Phishing. Gemeinsam mit Payment Services Austria, österreichischen Banken und weiteren Partnern aus der Wirtschaft wurden Strukturen geschaffen, um Informationen auszutauschen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsame Maßnahmen gegen Phishing voranzutreiben.

2024 folgten erstmals die „#10TageGegenPhishing“ sowie die begleitende Social-Media-Kampagne „Phishen Impossible“. Seitdem ist das Netzwerk kontinuierlich gewachsen. Rund 60 Institutionen und Unternehmen unterstützen mittlerweile die gemeinsame Initiative und bringen sowohl ihre fachliche Expertise als auch ihre Kommunikationskanäle ein.

Die gemeinsame Präventionsarbeit erzielt dabei eine beträchtliche Reichweite. Rund 75 Prozent aller Bankkundinnen und Bankkunden konnten mit den bisherigen Maßnahmen erreicht werden. Die Videokampagnen unter dem Titel „Phishen Impossible“ erzielten insgesamt rund 30 Millionen Aufrufe.

Mit „Phishen Impossible 3.0“ wird die gemeinsame Social-Media-Kampagne nun fortgesetzt.

Innenminister Gerhard Karner hob hervor: „Der konsequente Kampf gegen die Cyberkriminalität gehört mittlerweile zu den Hauptaufgaben unserer Polizei. Denn bereits mehr als jede zehnte Anzeige in Österreich betrifft den Cyberbereich. Weil die Aufklärung von internationalen Straftaten ungemein schwierig ist, müssen wir in der Vorbeugung und Prävention noch aktiver sein. Durch den vorsichtigen Umgang mit den eigenen Daten im Internet können viele Straftaten verhindert werden. Daher gibt es auch Initiativen wie ‚#10TageGegenPhishing‘ oder anders formuliert: ‚Geben wir den Online-Betrügern keine Chance.‘“

PHISHING BLEIBT AUSGANGSPUNKT ZAHLREICHER BETRUGSHANDLUNGEN

Wie wichtig Information und Prävention weiterhin sind, zeigen die aktuellen Fallzahlen. Im Jahr 2025 wurden österreichweit rund 7.000 Phishing-Fälle mit einer Schadenssumme von etwa 22 Millionen Euro registriert.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 wurden bereits rund 5.000 Fälle mit einer Schadenssumme von etwa 19 Millionen Euro verzeichnet.

Phishing gehört damit weiterhin zu den bekanntesten Methoden der Internetkriminalität. Täterinnen und Täter passen ihre Vorgehensweisen laufend an aktuelle Entwicklungen an und versuchen, über gefälschte Nachrichten, Webseiten oder andere Kommunikationswege an persönliche Daten, Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen ihrer Opfer zu gelangen.

Wie rasch aktuelle Themen für neue Betrugsmaschen genutzt werden, zeigte sich im Frühjahr 2026 bei einer Phishing-Welle im Zusammenhang mit vermeintlich notwendigen Verlängerungen von ID-Austria-Zertifikaten. Rund 100 Menschen wurden dabei Opfer der Betrugsmasche. Der entstandene Schaden belief sich auf knapp 500.000 Euro.

„Der Zahlungsverkehr in Österreich ist nach wie vor sehr sicher: Nur etwa eine von 16.000 Zahlungen ist von Betrug betroffen. Dennoch entstanden im vergangenen Jahr Schäden von rund 115 Millionen Euro. Dabei zeigt sich, dass Kriminelle zunehmend versuchen, Menschen gezielt zu manipulieren, anstatt technische Sicherheitssysteme zu umgehen. Als Oesterreichische Nationalbank setzen wir deshalb neben sicheren Zahlungssystemen vor allem auf Finanzbildung und Aufklärung. Gemeinsam mit Partnern wie dem Innenministerium arbeiten wir daran, die Menschen in Österreich durch Bewusstseinsbildung besser vor Betrugsversuchen zu schützen. Auch Initiativen wie „10 Tage gegen Phishing“ leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Denn wer die Risiken kennt, kann sich auch besser schützen“, betonte OeNB-Gouverneur Martin Kocher.

PRÄVENTION ALS WESENTLICHE SÄULE DER KRIMINALITÄTSBEKÄMPFUNG

Für das Bundeskriminalamt ist neben der konsequenten Ermittlungsarbeit insbesondere die Prävention ein wesentlicher Bestandteil der Bekämpfung von Internetkriminalität. Ziel ist es nicht nur, Täterstrukturen zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen, sondern Straftaten möglichst bereits im Vorfeld zu verhindern.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen aus unterschiedlichen Bereichen. Während Sicherheitsbehörden Erkenntnisse über aktuelle Betrugsmethoden und Täterstrukturen einbringen, verfügen Banken, Telekommunikationsunternehmen, Verkehrsbetriebe, Handelsunternehmen und andere Institutionen über zusätzliche Erfahrungen aus ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich sowie über unmittelbaren Kontakt zu großen Teilen der Bevölkerung.

Durch den gemeinsamen Austausch können neue Entwicklungen rascher erkannt, Schutzmaßnahmen abgestimmt und Warnungen zielgerichtet verbreitet werden.

„Die Bekämpfung von Phishing erfordert ein gemeinsames und entschlossenes Vorgehen von Sicherheitsbehörden, Wirtschaft und weiteren Partnerorganisationen. Durch die Bündelung unserer Erfahrungen, Erkenntnisse und Möglichkeiten schaffen wir eine wichtige Grundlage, um auf neue Betrugsmaschen rasch reagieren und die Bevölkerung gezielt sensibilisieren zu können. Die Initiative ‚#10TageGegenPhishing‘ zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert eine starke und stetig wachsende Partnerschaft im Kampf gegen Cyberkriminalität bietet. Denn unser gemeinsames Ziel ist es, Straftaten nicht nur konsequent zu verfolgen, sondern sie möglichst schon im Vorfeld zu verhindern“, sagte Andreas Holzer, Direktor des Bundeskriminalamtes.

GEMEINSAM VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung diskutierten David Ostah, Geschäftsführer der Payment Services Austria GmbH, Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation, Barbara Potisk-Eibensteiner, Finanzvorständin der Österreichischen Post AG, Philipp Sandner, Teamleiter bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, Manuela Waldner, CFO der ÖBB-Holding AG, sowie Eva Landrichtinger von der Wirtschaftskammer Österreich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Möglichkeiten der Prävention.

Die breite Zusammensetzung der Initiative zeigt, dass die Bekämpfung von Phishing nicht Aufgabe einer einzelnen Institution sein kann. Unterschiedliche Organisationen erreichen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und können mit ihrer jeweiligen Expertise dazu beitragen, Menschen frühzeitig vor aktuellen Betrugsformen zu warnen.

Die „#10TageGegenPhishing“ stehen daher nicht nur für eine zeitlich begrenzte Informationskampagne, sondern für eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Wirtschaft und weiteren Institutionen.

Das gemeinsame Ziel: möglichst viele Menschen über aktuelle Betrugsformen zu informieren, ihre Aufmerksamkeit gegenüber verdächtigen Nachrichten und Aufforderungen zu erhöhen und es Kriminellen damit möglichst schwer zu machen, erfolgreich zu sein.

STATEMENTS DER PARTNERINNEN UND PARTNER IM KAMPF GEGEN PHISHING

Eva Landrichtinger, Geschäftsführerin der WKÖ-Bundessparte Bank und Versicherung, unterstrich: „Kriminelle agieren heute professioneller denn je und entwickeln laufend neue Betrugsmaschen. Umso wichtiger sind eine enge sektorübergreifende Zusammenarbeit und die gemeinsame Sensibilisierung der Bevölkerung. Initiativen wie die Kampagne ‚#10TageGegenPhishing‘ fördern den Austausch zwischen den beteiligten Akteuren und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung über neue Betrugsmaschen. Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, den häufig grenzüberschreitend agierenden Kriminellen stets einen Schritt voraus zu sein und Kundinnen und Kunden bestmöglich zu schützen.“

„Nur durch einen breiten Schulterschluss wie bei ‚#10TageGegenPhishing‘ kann der Kampf gegen Internetbetrug erfolgreich sein. Wir von der Watchlist Internet setzen auf Prävention: das ganze Jahr über mit konkreten Warnungen vor aktuellen Fallen und jetzt zum Start von ‚#10TageGegenPhishing‘ mit einem neuen Werkzeugkasten, der Tipps zum rechtzeitigen Erkennen von Phishing enthält“, betonte Bernhard Jungwirth, Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation ÖIAT.

„Die Österreichische Post zählt zu den bekanntesten und vertrauenswürdigsten Marken des Landes. Genau dieses Vertrauen versuchen Kriminelle immer wieder auszunutzen, indem sie sich mit gefälschten Nachrichten, Websites oder SMS als Post ausgeben. Gemeinsam mit Behörden sowie Partnerinnen und Partnern setzen wir alles daran, solche Betrugsversuche rasch zu erkennen und zu bekämpfen. Gleichzeitig appellieren wir an alle Nutzerinnen und Nutzer: Prüfen Sie Nachrichten kritisch, verwenden Sie ausschließlich post.at oder die Post-App und schenken Sie Ihrem Bauchgefühl Aufmerksamkeit. Ein kurzer Moment der Vorsicht kann vor großem Schaden schützen“, sagte Barbara Potisk-Eibensteiner, Finanzvorständin, Österreichische Post AG.

Manuela Waldner, CFO der ÖBB, ergänzte: „Die Digitalisierung eröffnet enorme Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Gleichzeitig wächst die Verantwortung, digitale Systeme und Daten wirksam zu schützen. Als Betreiberin kritischer Infrastruktur investieren wir als ÖBB daher laufend in Technologie, Prozesse und vor allem in die Sensibilisierung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn digitale Sicherheit ist Teamarbeit: Starke Schutzsysteme im Rechenzentrum und aufmerksame Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Bildschirm sind gleichermaßen entscheidend. Mit unserem Engagement bei ‚#10TageGegenPhishing‘ möchten wir dazu beitragen, das Bewusstsein für digitale Betrugsformen zu stärken und die Resilienz Österreichs insgesamt zu erhöhen.“

„Phishing ist längst kein punktuelles Phänomen mehr. Die Betrugsmaschen verändern sich laufend und werden immer professioneller. Umso wichtiger ist es, auch Prävention als kontinuierliche Aufgabe zu verstehen. Mit der Plattform gegen Phishing bündeln wir gemeinsam mit Banken, Sicherheitsbehörden und weiteren Partnern Wissen und Erfahrung und bringen dieses direkt zu den Menschen. Denn technische Sicherheitsmaßnahmen sind unverzichtbar – ebenso entscheidend ist aber, dass Menschen Betrugsversuche erkennen und im richtigen Moment richtig reagieren. Genau hier setzt die Kampagne ‚Phishen Impossible‘ an: mit verständlicher Information, konkreten Hilfestellungen und ohne Angstmache“, hielt David Ostah, Geschäftsführer der PSA Payment Services Austria GmbH, fest und ergänzte: „Phishing macht nicht an Landesgrenzen halt. Umso mehr freut es uns, dass unsere Kampagne nun auch in Deutschland aufgegriffen und unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des deutschen Bundesministeriums für Finanzen landesweit ausgerollt wird.“

„Durch eine zielgerichtete Regulierung von alphanumerischen SMS-Kennungen leistet die RTR-GmbH einen wichtigen Beitrag zur Betrugsprävention und bekämpft aktiv die Fälschung von SMS-Kennungen. Mit dieser Maßnahme soll das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Sicherheit und Integrität der Telekommunikationsdienste wieder gestärkt werden“, sagte Philipp Sandner, Teamleiter Kommunikationsdienste und Nummerierung bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, abschließend.

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