
Tierschutzorganisationen starten Initiative für jagdfreien Herbst
_Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein und VGT fordern nach Rekordhitze und Höchststand bei Wildtieraufnahmen im Tierschutzhaus eine Aussetzung der im Herbst begonnenen Niederwildjagd für heuer._
Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein und der VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN (VGT) starten eine gemeinsame Initiative für einen jagdfreien Herbst. Die Organisationen fordern die Landesjagdbehörden auf, die generelle Bejagung aller Wildtiere, die nicht zwingend reguliert werden müssen, auszusetzen. Anlass sind der heißeste Sommer der österreichischen Messgeschichte und ein Rekord bei Aufnahmen geschwächter Wildtiere.
Der Sommer 2026 war der wärmste seit Beginn der Messungen vor 260 Jahren. Am 5. August wurden in Bad Deutsch-Altenburg erstmals 41,2 Grad gemessen. Österreichweit fiel rund ein Drittel weniger Niederschlag. Die AGES schätzt für Juni bis August 995 hitzebedingte Todesfälle bei Menschen, den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 2017.
Für verdursteter und in Hitze umgekommener Wildtiere gibt es hingegen keine Statistik, doch der Deutsche Tierschutzbund und WWF Österreich schätzen die Lage als katastrophal ein. Das ganze Ausmaß wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, denn viele natürliche Wasserstellen waren und sind noch immer ausgetrocknet und stehen den Tieren nicht mehr zur Verfügung.
Parallel dazu verzeichnet das Tierschutzhaus Vösendorf des Wiener Tierschutzvereins/Tierschutz Austria einen Höchststand bei Wildtieraufnahmen. Im Juni und Juli wurden 1.955 Wildtiere aufgenommen, mehr als im gesamten Jahr 2023. Bis Mitte August waren es 3.977. An einzelnen Hitzetagen kamen bis zu 250 Tiere innerhalb von zwei Tagen.
WARUM DIE JAGD JETZT EIN ÖKOLOGISCHER FEHLER IST: WILDTIERE SIND DURCH HITZE UND DÜRRE GESCHWÄCHT
Treibjagden verschärfen das Problem sogar. Sie erhöhen den Stress, schwächen die verbliebenen Tiere zusätzlich und führen dazu, dass die wenigen resistenten Tiere mit hoher Bedeutung für die genetische Zukunft der Arten, abgeschossen werden.
Niederwildpopulationen, wie Fasane, Rebhühner, Feldhasen und Wildenten, regulieren sich selbst und benötigen grundsätzlich keine jagdlichen Eingriffe.
DIE INITIATIVE VERLANGT BIS ZUM VORLIEGEN BELASTBARER STRECKENDATEN IM NÄCHSTEN JAHR UND FRÜHJAHRSZÄHLUNGEN:
* Aussetzung der Bejagung, insbesondere
* Verzicht auf Treibjagden auf diese Arten
„Die Jagdsaison hat begonnen, ohne dass jemand sagen kann, wie groß die Restbestände nach Rekordhitze, Dürre und Seuche tatsächlich noch sind. Deshalb starten wir die Initiative für einen jagdfreien Herbst“, so Dr.in Madeleine Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein.
„Solange keine validen Zahlen auf dem Tisch liegen, ist die Bejagung dieser Tiere nicht begründbar. Der VGT wird auch im Herbst wieder aktiv sein, um Jagden auf Feldhasen, Fasane und Rebhühner zu dokumentieren,“ so Georg Prinz, stellvertretender Obmann des VGT.
Viele Wildtierpopulationen der Erde nehmen einem WWF-Bericht zufolge weiterhin dramatisch ab. Von 1970 bis 2022 sind die erfassten Populationen an Land im Schnitt um 63 Prozent geschrumpft (Populationen im Süßwasser um 85%). Der anhaltende Verlust von Lebensräumen wie Wäldern ist einer der Hauptgründe. Schätzungsweise 420 Mio. Hektar Wald sind zwischen 1990 und 2020 vernichtet worden – oft für die Landwirtschaft.
Tierschutz Austria
Leona Fux, M.Sc.
Telefon: +43 699 16604061
E-Mail: leona.fux@tierschutz-austria.at
Website: https://www.tierschutz-austria.at/
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