Integrativ wirkt. 45 Jahre wienwork – von der Geschützten Werkstätte zum modernen Vorzeigebetrieb.

800 Mitarbeiter, 15 Mio. Euro Jahresumsatz und ein klarer Auftrag. Wirtschaftlicher Erfolg und die Integration von Menschen mit Behinderungen gehen bei wienwork Hand in Hand.

Für Manu (60) beginnt jeder Arbeitstag mit einer längeren Anfahrt: Von Simmering geht es mit den Öffis in die Seestadt, wo sie bei wienwork in der Wäscherei arbeitet. Seit über 40 Jahren. Manu hat eine körperliche Behinderung und Lernschwierigkeiten. Für sie ist wienwork weit mehr als ein Arbeitsplatz mit geregeltem Einkommen und sozialer Absicherung. Es bedeutet Gemeinschaft, Teamarbeit, gemeinsame Erfolge und vor allem ein selbstbestimmtes Leben. Am regulären Arbeitsmarkt hätte sie kaum Chancen gehabt.

Manu ist eine von insgesamt 800 Mitarbeitern und Lehrlingen bei wienwork.

VON DER GESCHÜTZTEN WERKSTÄTTE ZUM INTEGRATIVEN BETRIEB

Die Geschichte von wienwork beginnt 1981 mit der Gründung einer „Geschützten Werkstätte“. Grundlage war das sogenannte Weißenberg-Konzept, benannt nach Sozialminister Gerhard Weißenberg. Ziel war es, für Menschen mit Behinderungen vollwertige Arbeitsplätze zu schaffen.

1984, drei Jahre später, eröffnete Sozialminister Alfred Dallinger im 15. Bezirk ein Werkstättenzentrum mit rund 80 Mitarbeitern. Zu den ersten Geschäftsfeldern zählten eine Tischlerei und eine Näherei. Im Laufe der Jahrzehnte kamen eine Wäscherei, Landschaftsgärtnerei, Renovierung, Gastronomie, Reinigungstechnik und Digitaldruck hinzu.

2001 wurde aus dem einstigen Werkstättenzentrum die „Wien Work-integrative Betriebe und AusbildungsgmbH“. DER GRUNDGEDANKE BLIEB UNVERÄNDERT: Im Integrativen Betrieb sind mindestens 60 Prozent der Beschäftigten Menschen mit Behinderungen, so die gesetzliche Vorgabe.

DIE SEESTADT ASPERN ALS NEUER UNTERNEHMENSSTANDORT

Mit dem kontinuierlichen Wachstum auf über 600 Mitarbeiter im Jahr 2015 stieß wienwork an räumliche und organisatorische Grenzen. Die zahlreichen Standorte in ganz Wien erschwerten die Zusammenarbeit und verursachten einen beträchtlichen Verwaltungsaufwand.

Die ÜBERSIEDLUNG IN DIE SEESTADT BRACHTE DEN ENTSCHEIDENDEN ENTWICKLUNGSSCHRITT: im Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern entstand eine rund 6.000 Quadratmeter große Werkshalle. Zwei Jahre später folgten die Firmenzentrale, das Ausbildungsrestaurant Speiseamt Seestadt und zahlreiche Beratungs- und Qualifizierungsangebote.

Heute vereint wienwork drei zentrale Bereiche unter einem Dach: den INTEGRATIVEN BETRIEB MIT SIEBEN GESCHÄFTSFELDERN, DIE INTEGRATIVE LEHRLINGSAUSBILDUNG IN ELF LEHRBERUFEN SOWIE SIEBEN BERATUNGS- UND QUALIFIZIERUNGSPROJEKTE FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE.

EIN WICHTIGER NAHVERSORGER FÜR DIE SEESTADT ASPERN

wienwork ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber in der Seestadt, sondern auch ein wichtiger Dienstleister für die Menschen vor Ort. Das Speiseamt Seestadt bietet ein täglich frisch gekochtes und preiswertes Mittagessen, die Näherei und die Wäscherei übernehmen Aufträge für Privatkunden und Businesskunden, Digital Media produziert Drucksorten, Scheckkartenausweise und Werbemittel, eine Möbelflechterei und eine Möbeltapeziererei bieten nachgefragtes Handwerk und sind Teil des Wiener Reparaturnetzwerks.

Besonders beliebt sind das Brötchen- und Tortenservice sowie die handgefertigten Weihnachtskekse aus dem Speiseamt, von denen jährlich mehr als eine halbe Tonne verkauft wird.

Zur wienwork-Familie gehört außerdem eine Postpartnerfiliale und seit über 20 Jahren der Sozialökonomische Betrieb Michls mit seinem vielfältigen Gastronomie- und Cateringangebot.

WIRTSCHAFTLICHER ERFOLG UND SOZIALE VERANTWORTUNG

Heute beschäftigt wienwork rund 800 Mitarbeiter und Lehrlinge. Rund 350 von ihnen arbeiten im Integrativen Betrieb, 70 Prozent davon haben eine Behinderung. 180 junge Menschen mit Lernschwächen absolvieren eine integrative Lehrausbildung oder Teilqualifikation. Darüber hinaus werden über 4.000 Klienten pro Jahr gecoacht, beraten, qualifiziert und teilweise in den Arbeitsmarkt vermittelt.

Mit einem Jahresumsatz von rund 15 Mio. Euro (2025) zeigt wienwork, dass integrative Beschäftigung und wirtschaftlicher Erfolg vereinbar sind. Das Unternehmen bietet seine Produkte und Dienstleistungen zu marktüblichen Preisen an und arbeitet für Unternehmen, Privatkunden und öffentliche Auftraggeber.

DIE BESONDEREN RAHMENBEDINGUNGEN INTEGRATIVER BESCHÄFTIGUNG ERFORDERN ZUSÄTZLICHE RESSOURCEN. Wo andere Betriebe einen Auftrag mit einer Person erledigen, sind bei wienwork mitunter zwei Mitarbeiter im Einsatz. Dazu kommen betriebliche Sozialarbeit, individuelle Unterstützung und ein höherer organisatorischer Aufwand.

Dieser Mehraufwand wird durch öffentliche Förderungen ausgeglichen. Rund 25 Mio. Euro jährlich fließen von Sozialministerium, Sozialministeriumservice, Stadt Wien sowie AMS Wien und Niederösterreich in die drei Unternehmensbereiche. Die Lehrlingsausbildung und die sieben Beratungs- und Qualifizierungsprojekte werden vollständig öffentlich finanziert. Der Integrative Betrieb deckt rund 60 Prozent seiner Finanzierung durch eigene Umsätze, Fördermittel ersetzen behinderungsbedingte Produktivitätsnachteile bzw. Mehrkosten.

Diese Verbindung von wirtschaftlicher Leistung und öffentlicher Förderung ermöglicht abgesicherte Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven für Menschen, die am regulären Arbeitsmarkt oft nur geringe oder gar keine Chancen haben.

45 JAHRE INTEGRATION, DIE WIRKT

Was 1981 als Geschützte Werkstätte begann, ist heute ein vielseitiges Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitern und einem unveränderten Auftrag: Menschen mit Behinderungen Beschäftigung, Ausbildung und damit eigenständige Existenzsicherung sowie gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Damit dieses Erfolgsmodell auch in Zukunft funktioniert, braucht es neben einer verlässlichen öffentlichen Finanzierung vor allem eines: AUFTRÄGE.

wienwork steht zu je 50 Prozent im Eigentum der Volkshilfe Wien und des KOBV – dem Behindertenverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland.

VIDEOS ZU 45 JAHRE WIENWORK (HTTPS://WWW.LINKEDIN.COM/COMPANY/WIEN-WORK-INTEGRATIVE-BETRIEBE-UND-AUSBILDUNGSGMBH)

www.wienwork.at/

Wien Work-integrative Betriebe und AusbildungsgmbH
Mag. Andrea Angermann
Telefon: +43 664 817 40 15
E-Mail: andrea.angermann@wienwork.at
Website: https://www.wienwork.at

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