PH Wien begrüßt Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule

Mehr Zeit für Entwicklung und Bildungschancen: Die Pädagogische Hochschule Wien will den geplanten Schulversuch aktiv mitgestalten und wissenschaftlich begleiten.

Mehr als 40 Schulen in Österreich haben ihr Interesse am geplanten Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule bekundet. Die Pädagogische Hochschule Wien begrüßt die Initiative des Bildungsministeriums und strebt eine aktive Beteiligung an. Die Verlängerung der gemeinsamen Volksschulzeit bietet die Chance, individuelle Lernprozesse stärker zu berücksichtigen, Potenziale gezielter zu fördern und Bildungsungleichheiten entgegenzuwirken.

MEHR ZEIT FÜR ENTWICKLUNG UND BILDUNGSGERECHTIGKEIT

In Österreich wird bereits im Alter von zehn Jahren über den weiteren Bildungsweg von Kindern entschieden. Diese im internationalen Vergleich frühe Aufteilung in Mittelschule und AHS-Unterstufe kann bestehende soziale und bildungsbezogene Ungleichheiten verstärken. Eine sechsjährige Volksschule würde Kindern zwei zusätzliche Jahre ermöglichen, ihre Fähigkeiten und Begabungen in einer vertrauten Lernumgebung zu entwickeln, bevor eine richtungsweisende Bildungsentscheidung getroffen wird.

„Mit zehn Jahren ist die Bildungsbiografie eines Kindes noch lange nicht vorgezeichnet. Zwei zusätzliche Jahre gemeinsamer Bildung können einen entscheidenden Unterschied machen – insbesondere für Kinder, deren Potenziale sich erst später entfalten. Eine spätere Bildungsentscheidung ist deshalb auch eine Frage der Chancengerechtigkeit“, betont Rektorin Barbara Herzog-Punzenberger.

PH WIEN WILL REFORMPROZESS AKTIV MITGESTALTEN

Als Urban Diversity Education Campus beschäftigt sich die PH Wien intensiv mit den Herausforderungen einer von Superdiversität geprägten Gesellschaft. Ihre Expertise in den Bereichen Diversität, Inklusion, Sprachbildung und pädagogische Professionalisierung möchte die Hochschule in den Schulversuch einbringen.

Im Mittelpunkt stehen die individuelle Förderung unterschiedlicher Lernvoraussetzungen, die Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte und die wissenschaftliche Untersuchung der Auswirkungen auf Bildungswege und Bildungschancen.

„Eine sechsjährige Volksschule gibt Kindern mehr Zeit, ihre Fähigkeiten und Begabungen zu entfalten, stärkt durch längeres gemeinsames Lernen soziale Kompetenzen und fördert ein respektvolles Miteinander. Gleichzeitig ermöglicht sie fundiertere Bildungsentscheidungen, die sich stärker an den tatsächlichen Interessen und Potenzialen der Kinder orientieren“, betont Rektorin Barbara Herzog-Punzenberger.

Der Schulversuch soll ab dem Schuljahr 2027/28 zunächst an fünf Volksschulen mit entsprechenden Kooperationsschulen in drei Bundesländern starten. Für die PH Wien bietet das Vorhaben die Möglichkeit, neue Bildungsmodelle unter realen Bedingungen zu erproben und daraus Erkenntnisse für ein chancengerechteres österreichisches Bildungssystem zu gewinnen.

Pädagogische Hochschule Wien / Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und
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