
Sparbudget gefährdet Lehre, Forschung und unsere gemeinsame Zukunft
Wer bei Forschung, Bildung und Universitäten spart – geht blind in die Zukunft
Die Hochschüler_innenschaft an der TU Wien (HTU Wien) kritisiert das von der Bundesregierung präsentierte Universitätsbudget für 2028 bis 2030 scharf. Die rund 16 Milliarden Euro liegen deutlich unter den 18 Milliarden, die laut Universitätenkonferenz (Uniko) allein zur Abgeltung der Inflation nötig wären. Real bedeutet das eine Kürzung von rund zehn Prozent. Die Folgen tragen Studierende, Lehrende und der gesamte Forschungsstandort Österreich.
UNIVERSITÄTEN SIND ZUKUNFT, KEINE BUDGETRESERVE
Wo stünde Österreich heute ohne seine Universitäten? Absolvent_innen und Forschende der TU Wien und ihrer Vorgängerinstitutionen stehen hinter Innovationen wie der Kaplan-Turbine, die in Wasserkraftwerken heute günstigen Strom erzeugt, und dem „Mailüfterl“, einem der ersten transistorbasierten Computer weltweit und damit dem Grundstein für Informatik und Digitalisierung in unserem Land. In jüngster Vergangenheit kam ein Nobelpreis für die Erzeugung von Attosekunden-Lichtpulsen dazu. Universitäten sind Orte, die Bildung in die Bevölkerung tragen. Sie bringen allen einen Mehrwert in Alltag und Beruf, auch jenen, die sie nicht besuchen. Ein kleines Land wie Österreich kann sich im globalen Wettbewerb nur über Bildung und Innovation behaupten. Wer hier spart, spart an der Zukunft!
MEHR LEISTUNG MIT WENIGER GELD: DAS GEHT SICH NICHT AUS!
Die Regierung bezeichnet Rektor_innen gerne als Top-Manager_innen. Doch kein Management der Welt kann ein Unternehmen um zehn Prozent schrumpfen und dabei steigende Ziele erreichen. Wer zusagt, dass weiterhin alle studieren können, während Lehrende schon heute überlastet sind, muss erklären, wie das gehen soll. Droht am Ende die Einschränkung ganzer Studienangebote, weil plötzlich das Personal fehlt? Nachhaltig gute Lehre und wissenschaftliche Karrieren lassen sich nicht aufbauen, wenn Budgets von Jahr zu Jahr verschoben werden.
AN DER TU WIEN LÄNGST REALITÄT
Die Regierung beteuert, die Sparmaßnahmen würden nicht auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen. Das stimmt schlicht nicht. An der TU Wien sind, um zu sparen, bereits jetzt die Gebäude kürzer geöffnet, es gibt weniger Tutor_innen und bestimmte Lehrveranstaltungen werden nicht mehr angeboten. Viele Studierende sorgen sich um das Klima und die geopolitische Lage, nun kommt die Sorge um ihre Bildung hinzu.
„Ich arbeite, wie ein Großteil der Studierenden, seit meinem ersten Semester neben dem Studium, um mir diese Ausbildung zu finanzieren. Das Studium selbst ist ein Vollzeitjob. Wenn wir erwarten, dass Studierende unter diesen Bedingungen in Regelzeit fertig werden und gleichzeitig die Lebenshaltungskosten durch die Decke gehen, dann lügen wir uns alle gemeinsam an. “, so Marvin Kleinlehner, Vorsitzteam der HTU Wien.
Auch der pauschale Vergleich von Studien greift zu kurz: Durchschnittliche Studiendauer und wöchentliche Belastung unterscheiden sich stark zwischen Universitäten und Disziplinen. Jede Reform muss diese Unterschiede berücksichtigen.
Die Valorisierung der Studienbeihilfe als Errungenschaft zu verkaufen, ist in Zeiten spürbarer Inflation das Mindeste. Die Studienbeihilfe ist jenes Instrument, das auch Studierenden aus sozial schwächeren Verhältnissen den Zugang zu tertiärer Bildung ermöglicht. Sie muss gestärkt und darf nicht als Feigenblatt verwendet werden.
„Wir begrüßen die Arbeit der Ministerin in den Frauen- und Gleichstellungsagenden – besonders auch im Hochschulbereich. Umso stärker kritisieren wir, dass sie sich nicht genügend für die Hochschulen und die Wissenschaft einsetzt! Ohne ausreichendes Budget kann das Versprechen, dass alle studieren können, nicht erfüllt werden.“ , so Astrid Albrecht-Kramreiter, Vorsitzende der HTU Wien.
Es ist ein Eingeständnis politischer Kurzsichtigkeit, ausgerechnet dort zu sparen, wo Weiterentwicklung und Zukunft stattfinden, während alte Strukturen unangetastet bleiben. Die HTU Wien fordert die Bundesregierung auf, die Finanzierung der Universitäten nachzubessern und einen verlässlichen Finanzierungspfad zu sichern.
Die HTU ruft alle zur Teilnahme an der gemeinsamen, friedlichen Demonstration am Donnerstag vom Resselpark zum Ring auf. Gemeinsam für die Zukunft von Österreich.
Vorsitz der HTU Wien
Telefon: +43 (1) 58801 49502
E-Mail: vorsitz@htu.at
Website: https://www.htu.at
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