
Deutsch (SPÖ) zu Hotellerie-Kritik: „Kammerjammer löst keine Herausforderungen“
Deutsch weist Kritik an Ortstaxe zurück: Gemeinsam vereinbarter Kompromiss sichert Planbarkeit und stärkt Wien als Tourismusstandort
„Der gebetsmühlenartige Kammerjammer der Hotellerie hilft weder den Betrieben noch dem Tourismusstandort Wien. Wer aus kleinen Schwankungen bei Zimmerpreisen oder Nächtigungen voreilig die Ortstaxe verantwortlich machen will, ignoriert die tatsächlichen Entwicklungen am internationalen Tourismusmarkt. Entscheidend ist, die wirtschaftliche Entwicklung sachlich zu betrachten und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten“, kontert SPÖ-Gemeinderat Christian Deutsch, Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Finanzen, Wirtschaft, Digitales und Internationales auf die jüngsten Aussagen der Branchenvertretung.
Die aktuellen Tourismuszahlen zeichnen ein differenziertes Bild: Von Jänner bis September 2026 verzeichnete Wien rund 14,9 Millionen Nächtigungen und damit ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der gesamte Nächtigungsumsatz der Beherbergungsbetriebe lag von Jänner bis August mit rund 867 Millionen Euro um ein Prozent über dem Vorjahreswert. „Natürlich nehmen wir rückläufige Zimmererlöse und den wirtschaftlichen Druck auf einzelne Betriebe ernst. Aus diesen Entwicklungen lässt sich aber nicht automatisch ableiten, dass die Ortstaxe dafür verantwortlich ist. Wer einen solchen Zusammenhang behauptet, muss ihn auch belegen“, stellt Deutsch klar.
Deutsch erinnert daran, dass die schrittweise Anpassung der Ortstaxe das Ergebnis eines intensiven sozialpartnerschaftlichen Prozesses war. Die ursprünglich geplante Erhöhung wurde nach Gesprächen mit Wirtschaftskammer, ÖHV und weiteren Branchenvertreter*innen verschoben, reduziert und in zwei Stufen umgesetzt. „Es ist schon bemerkenswert, dass nun ausgerechnet jener Kompromiss infrage gestellt wird, der gemeinsam mit der Branche erarbeitet wurde. Sozialpartnerschaft bedeutet auch, zu gemeinsam gefundenen Lösungen zu stehen“, betont Deutsch. Die zweistufige Anpassung mit 5 Prozent seit Juli 2026 und 8 Prozent ab Juli 2027 wurde gemeinsam erarbeitet.
Der Finanzausschussvorsitzende weist zudem darauf hin, dass die Ortstaxe von den Gästen bezahlt wird. Mehr als 80 Prozent der Nächtigungsgäste in Wien kommen aus dem Ausland. „Gäste leisten damit einen fairen Beitrag zu jener Infrastruktur, Kultur und Lebensqualität, die Wien zu einer der erfolgreichsten Tourismus-, Kultur- und Kongressmetropolen Europas machen“, betont Deutsch. Die Ortstaxe bringt Wien wichtige Einnahmen für Tourismus, Infrastruktur und Lebensqualität. Bereits 2024 betrugen die Einnahmen 41,1 Millionen Euro, ab 2027 werden knapp 94 Millionen Euro jährlich erwartet. Dieses Geld fließt direkt in die Qualität des Standorts Wien.
Auch im internationalen Vergleich sind Tourismusabgaben keineswegs ungewöhnlich. Amsterdam erhebt eine Abgabe von 12,5 Prozent des Nächtigungspreises ohne Umsatzsteuer, Berlin eine Übernachtungsteuer von 7,5 Prozent des Nettoentgelts. „Eine attraktive Stadt braucht eine leistungsfähige Infrastruktur, ein vielfältiges Kulturangebot und hochwertige öffentliche Dienstleistungen. Wer langfristig erfolgreich sein will, muss auch in die Qualität des Standorts investieren“, unterstreicht Deutsch.
„Die langfristige Nachfrage nach Wien als Städtedestination bleibt ungebrochen. Wien baut seine Stellung als führende Tourismus- und Kongressmetropole kontinuierlich aus. Die Wiener Visitor Economy Strategie ‘Optimum Tourism’ steht für Wachstum mit Verantwortung mit genau der richtigen Balance aus Wertschöpfung, Gästezufriedenheit und Lebensqualität für die Wienerinnen und Wiener. Genau diesen erfolgreichen Weg setzen wir fort“, verweist Deutsch abschließend.
Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ
Gwendolin Melchart, MA
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