
Familiennachzug für Schutzberechtigte: Erste Quote wie angekündigt sehr gering
Start der Begutachtung am 30. Oktober 2026 – sehr geringe Quote schützt Systeme vor Überlastung und bekämpft Jugendkriminalität
Nach der vorübergehenden Aussetzung des Familiennachzugs im März 2025 wird dieser künftig durch eine jährliche Quote begrenzt, um wichtige Systeme besonders in den Bereichen Bildung und Integration vor Überlastung zu schützen. Auch die zunehmenden polizeilichen Anzeigen gegen 10- bis 14-Jährige machten diesen Schritt notwendig. Die nachstehenden Zahlen zeigen den Verlauf des Familiennachzugs: Von Jänner bis September 2024 gab es mehr als 6.000 tatsächliche Einreisen, von Jänner bis September 2026 nur 60, und das waren absolute Härtefälle.
ERSTE QUOTE UND NÄCHSTE SCHRITTE
Die ersten beiden Quoten für die Jahre 2026 und 2027 werden auf jeweils 314 Personen festgelegt. Das bedeutet, dass 314 Menschen über den Familiennachzug nach Österreich gelangen können. Die Sicherheitsüberprüfungen der betroffenen Menschen finden im Vorfeld statt. Die entsprechenden Verordnungen werden am 30. Oktober 2026 in eine vierwöchige Begutachtung geschickt. In diesem Zeitraum haben auch die Bundesländer die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben.
„Die erste Quote wird wie angekündigt sehr gering sein. Dadurch schützen wir wichtige Systeme wie etwa den Bildungsbereich vor weiterer Überlastung und setzen gleichzeitig Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität“, sagt Innenminister Gerhard Karner zum Start der Begutachtung der Verordnungen.
Staatssekretär Jörg Leichtfried betont: „Österreich war und ist ein hilfsbereites Land. Mit der Einigung auf die Quotierung des Familiennachzugs zeigen wir, dass Sicherheit, Ordnung und Menschlichkeit bei uns zusammengehören. Ziel ist es nach wie vor, Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein Bekenntnis zu Asyl und den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft nachhaltig stärken.“
Auch NEOS-Asylsprecherin Sophie Wotschke unterstreicht die Bedeutung einer geordneten Zuwanderung: „Österreich steht bei der Integration vor großen Herausforderungen. Das sehen wir besonders deutlich an den Wiener Schulen, die vielerorts an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Für uns ist deshalb klar: Migration kann nur in einem Ausmaß stattfinden, in dem Integration auch tatsächlich gelingt. Denn wenn wir unsere Systeme überfordern, lassen wir auch jene Menschen im Stich, die bereits hier sind und unsere Unterstützung bei der Integration brauchen. Unser Ziel muss sein, dass Menschen möglichst rasch Deutsch lernen, sich in unsere Gesellschaft integrieren und am Arbeitsmarkt Fuß fassen.“
QUOTE SICHERT SYSTEME NACHHALTIG AB
Ziel der Quotierung ist, eine Überlastung gesellschaftlich relevanter Systeme langfristig zu verhindern. Insbesondere in den Bereichen Bildung und Gesundheit sollen damit die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Funktionsfähigkeit dieser Systeme nachhaltig sicherzustellen. Gleichzeitig soll die Begrenzung des Familiennachzugs dazu beitragen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendkriminalität nachhaltig zu etablieren.
ASYL-ERSTANTRÄGE UND GRUNDVERSORGUNG AUF HISTORISCHEM TIEFSTAND
Der restriktive Kurs in der Asyl- und Migrationspolitik zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen. Im September 2026 wurden in Österreich lediglich 308 Asyl-Erstanträge gestellt. Im September 2025 waren es noch 739 gewesen – ein Rückgang um mehr als 58 Prozent innerhalb eines Jahres. Auch die Zahl der Asylwerber in der Grundversorgung befindet sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Aktuell werden nur noch rund 5.200 Asylwerber in der Grundversorgung betreut. Das ist der niedrigste Wert seit knapp 30 Jahren.
Bundesministerium für Inneres
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