Mandl: „Netzkosten sind ein Standortskandal!“

Während andernorts die Netzkosten sinken, drohen den Kärntner Betrieben weitere Belastungen. Mandl fordert ein Ende dieser Benachteiligung.

Während die Stromnetzentgelte in weiten Teilen Österreichs im Jahr 2027 sinken sollen, sieht der aktuelle Begutachtungsentwurf der E-Control für das Netzgebiet Kärnten massive Erhöhungen vor. Besonders empörend ist, dass Kärnten – abgesehen vom Sonderfall Kleinwalsertal – im E-Control-Vergleich bereits jetzt das teuerste Netzgebiet Österreichs ist. Und ausgerechnet hier ist für das kommende Jahr mit 9,6 Prozent auch noch die stärkste Erhöhung vorgesehen. Für WK-Präsident Jürgen Mandl ist damit ganz klar eine Grenze überschritten. „Es reicht! Unsere Betriebe kämpfen seit Jahren mit hohen Energiekosten und schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Und jetzt sollen sie bei den Netzkosten schon wieder abkassiert werden, während es anderswo Entlastungen gibt? Das ist ein handfester Standortskandal. Wir können nicht ständig über Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze reden und gleichzeitig zuschauen, wie unsere Unternehmen durch regionale Kostenunterschiede ausgebremst werden“, zeigt sich Mandl empört.

SCHLUSS MIT DEM TARIF-FLECKERLTEPPICH

Die Wirtschaftskammer Kärnten fordert deshalb einen österreichweit einheitlichen Stromnetztarif. Denn während heimische Betriebe mit Unternehmen aus ganz Österreich im Wettbewerb stehen, hängen ihre Netzkosten wesentlich vom jeweiligen Netzgebiet und der Netzebene ab. Für energieintensive Unternehmen kann das einen erheblichen Wettbewerbsnachteil bedeuten. „Wir haben einen gemeinsamen österreichischen Strommarkt, aber bei den Netztarifen wird weiterhin in regionalen Grenzen gedacht. Das ist wirtschaftspolitisch nicht mehr zu rechtfertigen! Beim Mobilfunknetz gibt es einen solchen Unfug auch nicht, wo dann in jedem Tal andere Handypreise gelten. Kärntner Betriebe dürfen nicht allein aufgrund ihres Standorts schlechtere Bedingungen haben. Wir brauchen endlich einheitliche Tarife und eine faire Verteilung der Kosten“, fordert Mandl. Gerade der Ausbau erneuerbarer Energien und die Modernisierung der Stromnetze sind gesamtösterreichische Aufgaben. Kärnten leistet mit seiner Wasserkraft einen wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung. „Es kann nicht sein, dass unsere Unternehmen die Energiewende mittragen und gleichzeitig durch überhöhte Netzkosten zusätzlich belastet werden.“

KÄRNTEN NETZ MUSS AKTIV GEGENSTEUERN

Mandl nimmt auch die Kärnten Netz GmbH deutlich in die Pflicht. Zwar werden die Netzentgelte von der E-Control festgelegt, dennoch müsse der Netzbetreiber sämtliche Möglichkeiten zur Kostensenkung ausschöpfen. „Niemand bestreitet, dass wir moderne und sichere Stromnetze brauchen. Aber die Kärnten Netz GmbH kann sich nicht darauf beschränken, immer wieder zu erklären, warum es teurer wird. Das ist zu wenig, ich erwarte mir konkrete Maßnahmen zur Kostensenkung. Unsere Betriebe brauchen keine weiteren Rechtfertigungen für hohe Netzentgelte, sondern endlich einen Plan, wie die Belastungen sinken können!“

KÄRNTEN MUSS GESCHLOSSEN DRUCK MACHEN

Angesichts der neuerlichen Benachteiligung fordert der WK-Präsident einen breiten Schulterschluss aller politischen Parteien, Sozialpartner und Institutionen in Kärnten. Gemeinsam müsse man gegenüber dem Bund auf eine grundlegende Reform und eine gerechtere Verteilung der Netzkosten drängen. „Hier geht es nicht um Parteipolitik, sondern um die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes. Wir können uns gegenseitige Schuldzuweisungen nicht leisten, während unsere Betriebe weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Kärnten muss jetzt mit einer Stimme sprechen und gemeinsam Druck machen! Ich erwarte mir, dass alle politischen Kräfte und Institutionen geschlossen für faire Netztarife eintreten.“ Für Mandl ist klar: „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmer sind keine Melkkühe, denen man beliebig neue Kosten aufbürden kann. Sie investieren, bilden Lehrlinge aus, schaffen Arbeitsplätze und finanzieren über Steuern und Abgaben den Staat. Dafür brauchen sie faire Rahmenbedingungen statt immer neuer Belastungen. Kärnten darf nicht länger der Zahlmeister bei den Netzkosten sein. Dieser Missstand muss endlich beseitigt werden!“

Wirtschaftskammer Kärnten | Kommunikation
Telefon: 05 90 90 4 – 660

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