Volkshilfe zum Weltspartag: Wer kaum über die Runden kommt, kann nichts sparen

Höhere Einkommen für Niedrigverdiener*innen statt Steuergeschenke für Vermögende

„Für viele Menschen ist Sparen nicht mehr als eine Utopie, weil schlicht unmöglich. Bei Haushalten, wo das Geld kaum für Lebensmittel, Miete und Energierechnungen ausreicht, kann nichts auf die Seite gelegt werden. Statt diesen Menschen besser zu helfen, setzt die Regierung auf Steuervorteile für jene, die ohnehin Geld zum Anlegen haben“, kritisiert Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

Zum Weltspartag am 31. Oktober macht die Volkshilfe auf die große finanzielle Ungleichheit in Österreich aufmerksam. Etwa ein Drittel der Menschen in Österreich kann keine relevanten Ersparnisse bilden. Rund 1,9 Millionen Menschen können unerwartete Ausgaben von 1.570 Euro für etwaige Reparaturen oder Neuanschaffungen nicht bewältigen.

Die Volkshilfe fordert eine Anhebung niedriger Einkommen und unterstützt die ÖGB-Forderung eines kollektivvertraglichen Mindestlohns von 2.000 Euro brutto. Ergänzend braucht es flächendeckende, mit Vollzeitarbeit vereinbare Kinderbetreuung sowie mehr Qualifizierungs- und Unterstützungsangebote, die Menschen den Einstieg in gute und stabile Beschäftigung ermöglichen.

„Das sind Maßnahmen, die wir brauchen, wenn wir wollen das sich Menschen ein Sicherheitspolster aufbauen können. Ein KEST-befreites Zukunftsdepot, wie es die Regierung plant, hilft niemandem, der kein Geld zum Sparen hat. Auch die Vorhaben der Sozialhilfe-Reform, die Menschen noch stärker unter Druck setzen und in prekäre Beschäftigung drängen, von der sie kaum leben können, wirkt kontraproduktiv“, so Fenninger.

Die hohen Energiepreise der letzten Jahre verschärfen die finanzielle Situation vieler Haushalte mit niedrigen Einkommen zusätzlich. Rund 13 Prozent der Haushalte in Österreich gelten als energiearm, 4,5 Prozent können ihre Wohnung nicht angemessen warmhalten. Gleichzeitig erzielen Ölkonzerne Rekordgewinne, wie aktuelle Quartalszahlen der Energiekonzerne einmal mehr unterstreichen.

„Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, ob Konzerne hohe Zufallsgewinne einstreichen dürfen, während die Regierung bei der Sozialhilfe Kurzungen plant und Familienleistungen nicht an die Teuerung anpassen will. Wir können uns die Verschärfung der sozialen Lage nicht länger leisten“, betont Fenninger.

Die Volkshilfe fordert daher die Abschöpfung krisenbedingter Übergewinne und eine Politik, die niedrige Einkommen hebt, Energie leistbar für alle macht und soziale Sicherheit gewährleistet.

Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: ulrike.schoeflinger@volkshilfe.at
Website: https://volkshilfe.at

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