Hanel-Torsch/Anderl/Steiner zum Equal Pay Day am 5. November „Lohntransparenz für mehr Einkommensgerechtigkeit notwendig“

Frauen verdienen in Österreich um 10.542 Euro weniger als Männer und arbeiten ab 5.11.2026 „gratis“

Der Equal Pay Day für Österreich fällt heuer auf den 5. November. Männer haben zu dem Zeitpunkt bereits so viel verdient wie Frauen im ganzen Jahr. Österreichs Frauen arbeiten also im Verhältnis zu den Männern 57 Tage „gratis“. Basis für die Berechnung ist das durchschnittliche Jahres-Brutto-Einkommen bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung. Im Vorjahr war der 2. November der Equal Pay Day.

Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern in Österreich bei 67.988 Euro liegt, verdienen Frauen im Schnitt 57.446 Euro brutto im Jahr. Sie haben also ein um 15,5 Prozent geringeres Einkommen und verdienen pro Jahr im Durchschnitt 10.542 Euro weniger als Männer.

HANEL-TORSCH/ANDERL/STEINER: „DAS ZIEL IST: GLEICHER LOHN FÜR GLEICHE ARBEIT!“

„Gerechte Löhne und Gehälter, das ist die wichtigste Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und faire Pensionen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Frauen noch immer schlechter bezahlt werden als Männer. Die negativen Folgen von Einkommensungerechtigkeit sind oft ein Leben lang zu tragen. Deswegen ist die Lohntransparenz das Gebot der Stunde! Unser aller Ziel muss deshalb unmissverständlich heißen: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, erklärt Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch.

„Der Equal Pay Day ist eine Anklage: gegen strukturelle gesellschaftliche Ungleichheiten für Frauen und gegen Betriebe, die Gleichstellung nicht ernst nehmen. Dass dieser Tag in Wien später ist als in anderen Bundesländern zeigt, dass Politik gestalten kann, wenn der Wille da ist. Auf europäischer Ebene hat die Politik mit der Lohntransparenz-Richtlinie gezeigt, dass sie diesen Willen hat. Jetzt ist es an der Zeit, dieses gute Instrument zu nutzen und auch in Österreich so umzusetzen, dass Frauen Gerechtigkeit endlich auch auf dem Gehaltskonto spüren“, fordert Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien.

„Die Lohntransparenzrichtlinie ist ein Meilenstein auf dem Weg zu gleicher Bezahlung von Frauen und Männern. Transparenz macht Lohndiskriminierung sichtbar und hilft, die Einkommensschere zu schließen. Es braucht eine rasche Umsetzung mit klaren Regeln und Rechtssicherheit für Beschäftigte und Unternehmen. Die Richtlinie gilt und ist verbindliches EU-Recht. Statt drohende Strafzahlungen an die EU zu riskieren, sollten wir dieses Geld in Österreich dort einsetzen, wo es dringend gebraucht wird: beim Ausbau der Kinderbetreuung. Denn flächendeckende Betreuungsangebote ermöglichen Frauen bessere Erwerbschancen und sind damit ein zentraler Baustein für mehr Einkommensgerechtigkeit“, sagt Sandra Steiner, gf. ÖGB Bundesfrauenvorsitzende.

GLEICHER LOHN UND LOHNTRANSPARENZ

Die größte Frauenbefragung in Wien „Wien, wie sie will.“ hat die Dringlichkeit von Lohngerechtigkeit deutlich gemacht. Lohntransparenz, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und damit die Einkommensschere zu schließen zählen zu den wichtigsten Forderungen der Wienerinnen.

Unbezahlte Arbeit ist nach wie vor überwiegend Frauensache. Auch in Vollzeit berufstätige Frauen leisten den Großteil der unbezahlten Arbeit – also Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege von Angehörigen. Viele Frauen sind also einer Mehrfachbelastung ausgesetzt. Dennoch verdienen sie für die gleiche Arbeit weniger als Männer.

Lohntransparenz kann Frauen bei ihrem Recht auf faire Einkommen unterstützen. Die Umsetzung der EU-Lohntransparenz-Richtlinie ist hierfür zentral, um Diskriminierung beim Arbeitsentgelt durch die Einführung von Lohntransparenz zu beseitigen und besserer Durchsetzungsmechanismen für Arbeitnehmer*innen zu etablieren. So können alle einen fairen Lohn einfordern.

IN WIEN GERINGSTER UNTERSCHIED

Im Bundesländervergleich zeigt sich, dass Wien den spätesten Equal Pay Day hat. Er wird heuer auf den 23. November fallen. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern in Wien liegt derzeit bei rund 69.451 Euro. Frauen verdienen im Schnitt 62.112 Euro brutto im Jahr – um 7.339 Euro beziehungsweise 10,6 Prozent weniger als Männer.

INFORMATIONSOFFENSIVE AM EQUAL PAY DAY AUF DER MARIAHILFER STRASSE UND ONLINE

Das Frauenservice Wien informiert online auf frauen.wien.gv.at.in und in Kooperation mit den ÖGB-Frauen und der AK Wien – Frauen und Gleichstellungspolitik, anlässlich des österreichweiten Equal Pay Day am Mittwoch, den 04.11.2026 von 15 Uhr bis 17 Uhr auf der Mariahilfer Straße (Höhe Nr. 45) zum Thema.

WORKSHOPS DES FRAUENSERVICE ZU ARBEIT, DIGITALISIERUNG UND NACHHALTIGKEIT

Im Herbst bietet das Frauenservice Wien in Kooperation mit dem waff wieder kostenlose Workshops zu beruflichen Zukunftsperspektiven für Frauen. Folgende Workshops im November sind geplant:

* „Erkennen, wann KI im Spiel ist: vom KI-Kaufberater bis zu Online-Betrug und Deepfake“, 3. November 2026, 17.30 bis 19 Uhr
* „Digital und nachhaltig im Job – Frauen erzählen ihre Erfolgsgeschichten“, 25. November 2026, 17.30 bis 19 Uhr

Anmeldung unter: wien.gv.at/frauen-fragen-frauen

Stephan Grundei
Mediensprecher
Stadträtin Elke Hanel-Torsch
Tel.: 0676/8118 98057
E-Mail: stephan.grundei@wien.gv.at

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