
Die Albertina trauert um Wander Bertoni
Wien (OTS) – Mit große Bestürzung haben wir vom Ableben von Wander Bertoni erfahren.
Wander Bertoni, in Italien geboren und als Zwangsarbeiter in Österreich während des Dritten Reichs gestrandet, war unter allen Schülern von Fritz Wotruba derjenige, der sich von seinem Lehrer am deutlichsten emanzipiert hat.
Unter dem Einfluss von Jean Arp löst er sich in den fünfziger Jahren vollkommen von der Figuration und verschreibt sich den avanciertesten Tendenzen abstrakter Skulptur. Mit einem einzigartigen Verständnis von Raum, Dynamik und biomorphen Formen löst sich Bertoni vom Spätkubismus seines Lehrers. Er schafft dabei ein „Alphabet“ von hochpolierten Bronzen, die in ihrer unerklärlichen Schönheit zum Besten zählen, das die Skulptur Österreichs nach 1945 hervorgebracht hat.
Erst vor einem Jahr hat Wander Bertoni der Albertina ein Hauptwerk seiner frühen abstrakten Skulptur geschenkt. Es zählt seitdem im harmonischen Einklang mit Gemälden und Plastiken von Max Ernst, Miró, Brancusi und Giacometti zu den Meisterwerken der Schausammlung der Albertina.
Mit Wander Bertoni verliert Österreich den letzten Großen jener wichtigen Bildhauer-Generation, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine beispiellose internationale Ausstrahlung hatte. Die Albertina wird Wander Bertoni ein würdiges Andenken bewahren.
Albertina
Mag. Fiona Sara Schmidt
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