Bernhuber: „Wirksamer Impfstoff ein Durchbruch, mehr Transparenz notwendig“

Vertrag zur Lieferung des Impfstoffs mit Biontech und Pfizer steht – Zugang zum Impfstoff absichern – Europäischen Standort stärken

Wien (OTS/ÖVP-PK) – „Wenn sich die Ankündigungen von Biontech und Pfizer bewahrheiten und es tatsächlich noch heuer einen wirksamen Impfstoff gegen COVID-19 gibt, dann wäre das ein Durchbruch und die Voraussetzung für die Rückkehr in die Normalität“, sagt Alexander Bernhuber, Gesundheitssprecher der ÖVP im EU-Parlament, zum Verhandlungsergebnis der EU-Kommission mit Biontech und Pfizer. Nach Abschluss des Vertrags sei das der vierte EU-Vertrag mit Pharmakonzernen und mit drei weiteren würden Gespräche geführt. „Die angekündigte Wirksamkeit des Impfstoffs von 90 Prozent ist sehr hoch, wichtig ist jetzt zu gewährleisten, dass der Impfstoff auch sicher ist. Neben raschen Lieferverträgen muss die EU dafür sorgen, dass alle EU-Bürgerinnen und Bürger Zugang zum Impfstoff haben“, sagt Bernhuber.

Kritik äußert der EU-Abgeordnete an der Kommunikation der Verhandlungen: „Die Kommission hätte proaktiv mehr Informationen über die Vorabkaufvereinbarungen für COVID-19-Impfstoffe veröffentlichen müssen“, sagt Bernhuber. „Hier fehlt die Transparenz und bei so einem wichtigen Thema ist das nicht akzeptabel. Gerade wenn es um ein so wertvolles Gut wie den Impfstoff geht, werden wir der Kommission noch mehr auf die Finger schauen.“

Bernhuber informiert weiter darüber, dass der neue Impfstoff ein Produkt europäischer Medizinforschung ist und zu guten Teilen in Europa hergestellt wird. Als Ausschreibungskriterium für den gemeinsamen Einkauf über die EU-Kommission schlägt er einen Vorrang für COVID-19-Impfstoff vor, der auch in Europa produziert wird.

„Wo europäisches Steuergeld verwendet wird, soll auch europäische Produktion gefördert werden. Das gilt nicht nur für diesen Impfstoff, sondern auch ganz grundsätzlich für Medikamente und Medizinprodukte, deren Produktion wir nach Europa zurückholen müssen. Nur so können wir die Abhängigkeit von Herstellern in Asien reduzieren“, sagt Bernhuber und verweist darauf, dass 40 Prozent der in der EU verkauften Medikamente aus China und Indien kommen und 80 Prozent der pharmazeutischen Wirkstoffe aus Asien bezogen werden.

„Die COVID-19 Krise hat hier Lücken aufgezeigt. Es ist klar, dass die eigene Produktion mehr Sicherheit schafft. Das gilt für das Desinfektionsmittel, das in der Apotheke hergestellt wird, genauso wie für den Impfstoff, der innerhalb der Union produziert wird. Eine unabhängige europäische Medizinversorgung muss das gemeinsame erklärte Ziel der Europäischen Union sein, um für Gesundheitskrisen jeder Art besser vorbereitet zu sein“, sagt Bernhuber in Richtung EU-Kommission.

„Die Pandemie hat in vielen gesundheitsrelevanten Bereichen einen Souveränitätsverlust aufgezeigt. Die Kommission zieht bereits in vielen Bereichen Lehren. Durch das EU-4Health Programm wird die EU einen wesentlichen Beitrag leisten, um die nationalen Gesundheitssysteme zu stärken“, schließt Bernhuber. (Schluss)

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