IKT- und Werbewirtschaft: Klares Nein zu weitreichenden Werbeverboten für Lebensmittel

WKÖ-Sery-Froschauer und Mrazek: System der Werbeselbstregulierung hat sich bewährt und soll weitergeführt werden

Wien (OTS) – „Im Überschneidungsfeld von Werbung und Medienpolitik muss alles getan werden, um weitere Werbeverbote und Werbebeschränkungen zu verhindern. Das betrifft aktuell den Bereich Werbung für Lebensmittel samt Nährwertkennzeichnung“, kommentieren Angelika Sery-Froschauer, Obfrau der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), und Michael Mrazek, Obmann des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation, die geplanten, weitreichenden Werbeverbote für Lebensmittel durch die Novelle zur EU-Richtlinie über Audiovisuelle Mediendienste.

Bereits 2010 wurden in Österreich von den Rundfunkunternehmen die Vorgaben der EU-Richtlinie für die Bewerbung von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an Salz, Zucker oder Fett im Rahmen von Kindersendungen durch einen Verhaltenskodex erfolgreich umgesetzt. Der nun vorliegende österreichische Gesetzesentwurf des Gesundheitsministeriums geht weit über die EU-Richtlinie hinaus. So soll unter anderem eine gesetzliche Basis für ein „österreichisches Nährwertprofil“, verknüpft mit Werbeverboten, geschaffen werden. Weder absolute Werbeverbote noch Nährwertprofile sind in der zugrundeliegenden EU-Richtlinie vorgesehen. Ziel der Richtlinie ist lediglich, die Einwirkung ‚unangebrachter audiovisueller kommerzieller Kommunikation‘ auf Kinder wirkungsvoll zu verringern. Dafür ist in Österreich seit 2010 ein System der Selbstregulierung vorgesehen, das funktioniert.

Faires Wettbewerbsumfeld statt überschießender Werbeverbote

„Wir brauchen ein faires Wettbewerbsumfeld, um die Kreativwirtschaft in Österreich halten zu können, und die Werbebranche ist ein wichtiger Teil davon. Der aktuelle Entwurf des Gesundheitsministeriums für ein österreichisches Nährwertprofil sieht massive Einschränkungen der Werbemöglichkeiten für Lebensmittel in heimischen Medien vor. Als Konsequenz würden bisherige Etats sowie die Kreation von Kampagnen aus Österreich abwandern. Und mit jedem einzelnen Etat, der Österreich ‚verlässt‘, wird es für Medien und Agenturen schwieriger, in diesem starken Wettbewerbsmarkt zu bestehen. Das wäre ein massiver Schaden für den Standort und die Konsumenten“, warnt Sery-Froschauer.

„Eine derartige Beschränkung von Werbung für Lebensmittel würde die Agenturlandschaft in Österreich empfindlich treffen. Die Branchen Informations-/Kommunikationstechnologie, Kommunikation und Werbung lehnen daher absolute Werbeverbote für Lebensmittel als überschießend und sachlich nicht gerechtfertigt ab. Wir brauchen ein geeignetes rechtliches und wirtschaftsorientiertes Werbeumfeld. Daher treten wir für eine Stärkung des bewährten Selbstregulierungssystems ein, das auf nationaler Ebene mit dem Österreichischen Werberat institutionalisiert ist. Es geht um Werbeselbstkontrolle statt überbordende staatliche Werbeverbote und Werbebeschränkungen“, unterstreicht auch Mrazek.

„Gerade vor dem Hintergrund der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie brauchen wir intelligente und nachhaltige Konzepte, damit das Angebot an qualitäts- und identitätsstarken Medieninhalten für alle ÖsterreicherInnen aufrechterhalten und ausgebaut werden kann. Was wir brauchen, sind Anreizkonzepte zur Stimulierung der Wirtschaft und keine einseitigen Verbote“, appellieren Sery-Froschauer und Mrazek abschließend. (PWK530/ES)

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