Grüne Wien/Stadler, Malle: Verpflichtende Sommerkurse weder sinnvoll noch gerecht

Wien (OTS) – Lehrer*innen und Schüler*innen leisten in der Zeit der Pandemie enorm viel. Die Umstellung auf Distance-Learning und die Herausforderungen des Homeschoolings waren sowohl für Lehrer*innen als auch für Schüler*innen mit viel Arbeit, Ungewissheit und Zeitaufwand verbunden. „Aufgrund dieser Anstrengungen und der vielfältigen Kompetenzen, die Schüler*innen in dieser Zeit erlernt haben, ist es ungerecht und faktisch falsch von einem verlorenen Jahr zu sprechen“, sagt Julia Malle, Bildungssprecherin der Grünen Wien. Lerndefizite seien aber klarerweise entstanden und müssen, um die Zukunftschancen der Kinder zu erhöhen, abgebaut werden.

Die Vorstellung, diese Lernrückstände mit einmaligen, verpflichtenden Sommerkursen aufholen zu können, ist falsch. Defizite, die durch das Distance-Learning über Monate hinweg entstanden sind, können nicht durch Pflicht-Pauken im Sommer wettgemacht werden. Zusätzlich stellt sich die Frage, welche Schüler*innen überhaupt verpflichtet werden: „Jene Schüler*innen, die während des Distance-Learnings Probleme hatten, einen großen Rucksack an Sorgen und Herausforderungen mit sich tragen, durch zusätzliche Pflichtkurse im Sommer zu bestrafen, ist weder fair noch sinnvoll“, so Felix Stadler, Bildungssprecher der Grünen Wien. Es besteht die Sorge, dass die Verpflichtung zur Strafe für jene wird, die es ohnehin schon nicht leicht im Schulsystem haben.

Anstatt auf verpflichtende Lernkurse zu setzen, sollten attraktive Angebote, die Lern- und Freizeit abwechseln, ausgebaut werden und kostenfrei zur Verfügung stehen. Entstandene Lerndefizite können nur durch längerfristige Zusatzangebote und Förderunterricht während der Schulzeit und nicht in einem zweiwöchigen Schnellsiede-Pflichtkurs ausgeglichen werden. Die von der Bundesregierung bereitgestellten 200 Millionen, die jeder Klasse bis zu 2 Stunden Förderunterricht pro Woche ermöglichen, sind ein guter Schritt, um Lernrückstände konstant abzubauen. Speziell die 20 Millionen Euro, die für Schüler*innen mit außerordentlichem Status vorgesehen sind, können in Wien dazu beitragen, kontinuierlich Lernunterschiede zu verringern.

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