
Grüne pochen auf Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit von Frauen
Disoski/Koza fordern Beschäftigungsprogramme und Neubewertung systemrelevanter Berufe
Wien (OTS) – „Ich begrüße die heute von Bundesministerin Raab und Bundesminister Kocher vorgestellten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für Frauen. Mit der frauenpolitischen Schwerpunktsetzung in der Arbeitsstiftung machen wir die berufliche Weiterqualifizierung, Neu-Orientierung und Umschulung von Frauen, wie sie von Arbeitsmarktexpert*innen gefordert wird, möglich. Um erwerbsarbeitslose Frauen in der Krise abzusichern, waren die Erhöhung der Notstandshilfe, zwei Einmalzahlungen für Erwerbsarbeitslose, der Kinderbonus sowie die Einrichtung des Familien-Härtefallfonds zentral“, sagt die stv. Klubobfrau und Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski. „Jetzt muss es prioritär darum gehen, zielgerichtete Maßnahmen gegen die Langzeitarbeitslosigkeit von Frauen zu entwickeln. Arbeitsminister Kocher ist hier dringend gefordert, schnell die nächsten Schritte zu setzen“, unterstreicht Disoski.
Auch Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, sieht hier den dringlichsten Handlungsbedarf. Corona-bedingt ist die Langzeitarbeitslosigkeit von Frauen im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent gestiegen, jene der Männer um 42 Prozent. „Umschulungen werden nicht ausreichen, um diese Form der Arbeitslosigkeit nachhaltig zu bekämpfen“, erklärt Koza. „Es wird auch gezielte öffentliche Beschäftigungsprogramme für jene Gruppen brauchen, die es besonders schwer haben, rasch wieder in Beschäftigung zu kommen. Vor allem aber für jene, die vor der Corona-Krise arbeitslos waren – unter ihnen immer mehr Frauen. Betroffene müssen bestmöglich dabei unterstützt werden, wieder Perspektiven am Arbeitsmarkt zu entwickeln“, fordert Koza. Die Dauer der Krise mit langen Phasen geringen Einkommens verlange nach rascherem Handeln, so die Grünen. „Es braucht mehr Tempo bei der Umsetzung von Beschäftigungsprojekten,“ betont Koza. Geförderte Jobs sollten dabei – geht es nach den Grünen – sowohl im kommunalen und gemeinnützigen als auch im privatwirtschaftlichen Bereich geschaffen werden.
Als dringend notwendig erachten Disoski und Koza außerdem eine Neubewertung jener Berufe, die durch die Pandemie im öffentlichen Diskurs als besonders systemrelevant in den Vordergrund gerückt sind:
„Ob in der Produktion, im Handel, im Gesundheits- und Sozialbereich oder in der Pflege: In all diesen Branchen sind hauptsächlich Frauen tätig, oft schlecht entlohnt und unter schweren Arbeitsbedingungen. Es ist kein Naturgesetz, dass diese Branchen so genannte ‚Niedriglohnsektoren‘ sind“, hält Disoski fest. „Wirtschaft, Gewerkschaften, Gemeinden, Länder und der Bund sind hier in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung nachhaltig zu verbessern“, ergänzt Koza.
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