Gerettetes Schwein Anna: großes Bedürfnis nach Wühlen am Vollspaltenboden frustriert

Die wesentlichste Tätigkeit im Naturell von Schweinen, laut manchen Studien über 80 % der wachen Zeit, wird durch den Vollspaltenboden verhindert, was zu großem Leid führt.

Wien (OTS) – Tierleid tritt nicht nur bei akuten Schmerzen, Hunger oder Durst auf. Auch wenn ganz zentrale Tätigkeiten, die zum Naturell von Tieren gehören, durch eine Haltung total frustriert werden, ist das eine schwerwiegende Tierquälerei. Schweine haben einen Rüssel und starke Nackenmuskeln, um zu wühlen. Der Rüssel ist dabei von mehr Nerven durchzogen, also empfindlicher, als die menschliche Hand. Diese Tätigkeit, nämlich mit dem Rüssel den Boden umzuackern und nach Essbarem zu suchen, ist für das Wohlbefinden von Schweinen von ganz großer Wichtigkeit. Das aus einer Tierfabrik gerettete Schwein Anna bestätigt das in ihrem neuen Zuhause ohne jeden Zweifel. Jetzt, da der Schnee geschmolzen ist, läuft sie im mehr als 4 ha großen Gelände umher und wühlt den Großteil des Tages in der Wiese. Dabei tastet ihr Rüssel den Untergrund ab und ihr hochempfindlicher Geruchsinn analysiert die aufgeworfene Erde. Ganz anders auf Vollspaltenboden aus Beton. Man sieht den Tieren, die sich darauf befinden, ihre unendliche Frustration und Langeweile an. Die Folge sind pathologische Verhaltensweisen wie Schwanz- und Ohrenbeißen. Der Vollspaltenboden muss durch eine tief mit Stroh eingestreute Bucht ersetzt werden, um den Schweinen wenigstens ein bisschen Lebensqualität zu bieten und die schlimmste Tierquälerei zu verhindern.

Annas siebentes Video:

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: „Die Haltung von Schweinen ist keinesfalls nur eine Frage der Interessen der Menschen. Wir müssen lernen, die Sicht der Tiere in den Blick zu bekommen. Und niemand kann uns dabei besser unterstützen, als ein aus einer Tierfabrik mit Vollspaltenboden befreites Schwein wie Anna, das jetzt in einer tiefeingestreuten Bucht mit ständigem Zugang zu einer großen Wiese lebt. Am Vollspaltenboden war Anna unendlich frustriert und lethargisch, ihren Rüssel hat sie überhaupt nicht benützt. Auf der Wiese verbringt sie den Großteil ihrer Zeit damit, mit diesem Organ im Boden zu graben und zu wühlen. Ihrem fröhlichen Gesicht ist anzusehen, wie wichtig ihr diese Tätigkeit ist. Keine Frage: es ist eine schwere Tierquälerei, Schweinen das Wühlen zu verunmöglichen, wie das auf dem Vollspaltenboden geschieht. Schluss damit, der Vollspaltenboden muss abgeschafft werden!“

VGT – Verein gegen Tierfabriken
DDr. Martin Balluch
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