
„Harnoncourts Klang-Reden“: Verschollene Kostbarkeiten als Ö1-Podcast-Hörerlebnis
Wien (OTS) – Im neuen zehnteiligen Ö1-Podcast „Harnoncourts Klang-Reden“ präsentiert Ö1-Redakteurin Judith Hoffmann gemeinsam mit Alice Harnoncourt Tonmaterial und Ausschnitte von Vorträgen ihres 2016 verstorbenen Mannes, Nikolaus Harnoncourt. Auszüge daraus werden ab 7. Februar immer montags im „Ö1 Kulturjournal“ (17.09 Uhr) präsentiert, die Podcastfolgen sind auf https://oe1.orf.at/ und auf https://radiothek.orf.at/podcasts zu hören.
„Musik als Klangrede“ heißt Nikolaus Harnoncourts bekanntestes Buch. Noch beeindruckender waren seine mündlichen Vorträge über die Sprache und Aufführungspraxis Alter Musik. Nun sind verschollene Aufnahmen seiner lebhaften Klang-Reden aus den 1970er Jahren wieder aufgetaucht. Der Journalist Wolfgang Buchner, der damals bei Radio Bremen Redakteur für Alte Musik war, hat viele Stunden Material aufgezeichnet: zahlreiche Workshops, Vorträge und Podiumsdiskussionen von und mit Nikolaus Harnoncourt. Dieser akustische Schatz geriet in Vergessenheit und tauchte erst 2021 als Kiste voller Tonbänder in Buchners Nachlass wieder auf.
Die Leidenschaft des Musikerklärers
Für den Podcast ergänzt und kommentiert die 91-jährige Alice Harnoncourt die Vorträge ihres Mannes von damals und erinnert sich an die Musik als gemeinsame Obsession seit Studientagen, an 100-Stunden-Arbeitswochen, Konzerttourneen rund um den Globus und vor allem an die unermüdlichen gemeinsamen Nachforschungen zu Instrumenten und Aufführungspraxis. Es wird darüber gesprochen, dass die Musik vor dem 18. Jahrhundert nicht „mit dem breiten Pinsel malt“, sondern „erzählt“, oder davon, wie wenig ein „schwarzer Knödel mit einem Hals dran“ (Harnoncourts Fachterminus für Note) die musikalische Intention des Komponisten wiedergeben kann und wie man dieses Manko tilgt.
Wer einmal ein Konzert von und mit Nikolaus Harnoncourt besucht hat, hat gewiss noch seine bildreiche Einführung im Ohr, mit der er die Türen und Fenster zur Musikwelt öffnete oder manchmal überschwänglich eintrat, um ohne Umschweife zum Kern eines Werks vorzudringen. Das spürt man auch in den Bremer Aufnahmen aus den 1970er Jahren. Und das macht das Hörerlebnis heute so spannend wie damals. Jede Erklärung erzeugt sofort ein Bild vor Augen, ein Gefühl im Bauch. Und wenn er beim Erklingen eines Septakkords fragt: „Spüren Sie, wie Sie sich gleich innerlich aufrichten?“, sieht man förmlich einen vollen Saal aus der gebückten Zuhörerhaltung in eine hellwache, aufmerksame Position emporwachsen. Ausschnitte aus dem Ö1-Podcast „Harnoncourts Klang-Reden“ sind ab 7. Februar jeweils montags im „Ö1 Kulturjournal“ (17.09 Uhr) zu hören, die kompletten Podcastfolgen auf https://oe1.orf.at/ und auf https://radiothek.orf.at/podcasts.
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Isabella Henke
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