
„Widerstand im Reich der Mitte. Chinas Schindler“ am 11. Februar um 22.35 Uhr in ORF 2
„Universum History“-Doku über das mutige Vorgehen zweier Männer im Zweiten Weltkrieg
Wien (OTS) – Im Dezember 1937 richten Soldaten der Kaiserlichen japanischen Armee in der damaligen chinesischen Hauptstadt Nanking ein Massaker unter der Bevölkerung an. Rund 300.000 Menschen werden ermordet. John Rabe, deutscher Geschäftsmann der Firma Siemens und Nationalsozialist, rettet Tausende Chinesen und Chinesinnen. In Wien verhilft ein chinesischer Diplomat verfolgten Juden und Jüdinnen zur Flucht nach Schanghai. Mit Steven R. Talleys Dokumentation „Widerstand im Reich der Mitte. Chinas Schindler“ zeigt „Universum History“ am Freitag, dem 11. Februar 2022, um 22.35 Uhr in ORF 2 ein außergewöhnliches zeitgeschichtliches Dokument, das dem Mut und der Courage dieser beiden Männer ein Denkmal setzt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde nicht nur in Europa und Afrika gekämpft, sondern auch in Asien. Seit Mitte der 1930er Jahre versucht Japan, späterer Verbündeter Nazi-Deutschlands, ganz Asien unter seine Herrschaft zu bringen. 1937 beginnt Japan seine Invasion in China. Im Dezember 1937 richten japanische Soldaten in Nanking, der damaligen Hauptstadt der Republik China, ein Blutbad an und ermorden rund 300.000 Chinesinnen und Chinesen. Der deutsche Geschäftsmann John Rabe kann in einer mutigen Aktion Tausende Menschen in Nanking in Sicherheit bringen und vor dem sicheren Tod retten. Und in Wien ermöglicht der chinesische Diplomat Feng Shan Ho den von den Nazis verfolgten Wiener Jüdinnen und Juden die Flucht nach Schanghai.
„Irgendwann bin ich aus den Leichenbergen hervorgekrochen. Ich war wohl zu jung, um mich zu fürchten. Mein ganzer Körper war voller Blut“, sagt Li Gaoshan, ein Überlebender des Massakers von Nanking. In die englischsprachige Geschichtsschreibung ist das Massaker als „The Rape of Nanking“ eingegangen, die Vergewaltigung Nankings. John Rabe und seinen Helferinnen und Helfern gelingt es, mehr als 200.000 Menschen vor den Japanern in Sicherheit zu bringen. Rabe war Repräsentant eines europäischen Konzerns in China und Mitglied der NSDAP. In seinem Tagebuch beschreibt er, wie es ihm gelungen ist, eine Sicherheitszone einzurichten, in der die Menschen vor Ermordung und Vergewaltigung Zuflucht gefunden haben. Als die Japaner begannen, das Gebiet zu bombardieren, ließ er einen Luftschutzbunker ausheben und darüber eine Hakenkreuzflagge befestigen. So sahen die japanischen Flieger das Symbol ihres deutschen Verbündeten und der Ort blieb von den Bomben verschont. Seine Aufzeichnungen schildern ebenso dramatisch, wie 600 Menschen in seinem Zweifamilienhaus überleben konnten.
Anfang 1938 bricht Rabe nach Berlin auf, um Adolf Hitler persönlich über die Gräueltaten zu informieren. Er glaubte, dass Hitler eingreifen würde, wenn er von den Verbrechen seiner japanischen Verbündeten in China erführe. In einem Brief bittet er ihn, auf die Japaner einzuwirken. Daraufhin wird er von der Gestapo verhaftet. Dieselben Nazis, von denen er sich ein Einschreiten gegen die Gräuel in Nanking erhoffte, gehen selbst mit skrupelloser Brutalität gegen hilflose Zivilistinnen und Zivilisten vor.
Nach den Novemberpogromen am 9. November 1938 ist ein Leben für Jüdinnen und Juden unter diesem Regime nicht mehr möglich. Ein Massenexodus beginnt. Doch eine Nation nach der anderen weigert sich, die Juden und Jüdinnen aufzunehmen. Feng Shan Ho, der chinesische Generalkonsul in Wien, stellt weiterhin Visa aus, und zwar für das von japanischen Truppen besetzte Schanghai. Denn dort herrschen derart chaotische Zustände, dass die Pässe bei der Einreise nicht kontrolliert werden. So gelingt es mit Hilfe Feng Shan Hos, dass bis 1940 18.000 Wiener Jüdinnen und Juden nach Schanghai emigrieren konnten. Der chinesische Botschafter in Berlin sieht dadurch die Beziehungen seines Landes zu Hitlerdeutschland gefährdet, das chinesische Konsulat wird geschlossen. Doch Feng Shan Ho macht weiter und stellt in seiner Privatwohnung weiterhin Visa aus.
Der Chinese Feng Shan Ho, der sein Leben aufs Spiel setzte, um Menschen vor dem sicheren Tod zu retten, ist zum Helden geworden. Und der Deutsche John Rabe ist für Tausende Chinesinnen und Chinesen „der gute Mensch von Nanking“.
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