ÖVP-Minister Totschnig versagt bei Gespräch mit Minister Rauch: kein Verbot Vollspalten

Aber noch ist nicht aller Tage Abend, der Weg zu früherer Version der Gesetzesreform offen: ab 2027 neuer Standard, ab 2040 für alle Schweinebetriebe verpflichtend

Wien (OTS) – Die Schweinebranche tut sich schwer, irgendetwas an der Schweinehaltung zu ändern, und mit ihr die ÖVP, die sich der Branche verpflichtet fühlt. Dass aber die Mastschweine in Österreich am absoluten EU-Minimum leiden und dass die Haltung hierzulande selbst unter dem Niveau der miesesten Haltung in Deutschland liegt, das sind die harten Fakten. Eigentlich sollte auch den Schweinebetrieben klar sein, dass sie so nicht wettbewerbsfähig bleiben. Abgesehen vom Tierleid. Und dem großen Aufschrei, der wegen des einstreulosen Vollspaltenbodens durch die Lande geht. Der neue ÖVP-Landwirtschaftsminister Totschnig hat nach Angaben der Kronen Zeitung im Gespräch mit Tierschutzminister Rauch keinerlei Zusagen gemacht. Nicht einmal ein Ablaufdatum für den Vollspaltenboden am St. Nimmerleinstag kann er sich vorstellen.

Dabei wäre die Lösung so einfach. Es gab bereits eine Version zur Reform des Tierschutzgesetzes, die man als ersten ernsthaften Schritt in Richtung Ende des Vollspaltenbodens bezeichnen könnte. Darin war vorgesehen, bis 2027 einen neuen Haltungsstandard abseits des Vollspaltenbodens zu entwickeln, der ab dann für alle Neu- und Umbauten und ab 2040 für alle Schweinebetriebe gelten sollte. Das wäre analog zum seinerzeitigen Kompromiss bei der Kastenstandhaltung der Mutterschweine. Ein schmerzlicher Kompromiss für den Tierschutz, aber wenigstens ein Weg aus der Sackgasse. Der VGT appelliert an Landwirtschaftsminister Totschnig, diesen Weg jetzt zumindest zuzulassen!

VGT-Obmann DDr. Martin Balluch dazu: „Eine Übergangsfrist für das Ende des Vollspaltenbodens bis 2040 wäre entsetzlich lange. Und dass bis 2027 noch das dänische System mit der Hälfte der Spalten auf einem Drittel der Bodenfläche bei Neu- und Umbauten installiert werden dürfte, tut auch weh. Aber dennoch wäre das ein Commitment, das vom VGT zumindest dahingehend unterstützt werden würde, dass wir dann den Handel, die verarbeitenden Betriebe und die Gastronomie in die Pflicht nehmen würden, um die Umsetzung zu ermöglichen. So viel können wir garantieren.“

VGT – Verein gegen Tierfabriken
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