Wiener Mindestsicherung: Mehr Familien schaffen den Ausstieg

Jahresstatistik 2021 zeigt beinahe gleichbleibende Anzahl von Bezieher*innen – aufgrund niedrigerer Einkommen geringfügig höhere Leistungen – Rückgang bei Familien und Frauen.

Die Anzahl der Beziehenden von Wiener Mindestsicherung hat 2021 im Jahresdurchschnitt 135.649 Personen betragen und blieb damit nahezu unverändert. Gegenüber 2020 sank die Anzahl der Beziehenden um weniger als ein Prozent bzw. 618 Personen,erläuterten Sozialstadtrat Peter Hacker und die Leiterin der Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) der Stadt Wien, Agnes Berlakovich am Freitag anlässlich der Präsentation des Jahresberichtes der Wiener Mindestsicherung für das Jahr 2021.

Während bei Familien mit bis zu drei Kindern und jüngeren Frauen ein Rückgang zu verzeichnen ist, sind andere Gruppen wie Alleinerziehende mit mehreren Kindern und ältere Frauen vermehrt auf Unterstützung angewiesen.„Das Wiener Mindestsicherungsmodell als letztes soziales Netz ist aktuell wichtiger denn je“, erklärt Sozialstadtrat Peter Hacker. „Mit seinem zielgruppenspezifischen Ansatz übernimmt die Wiener Mindestsicherung eine Vorreiterposition in Österreich. Mit Maßnahmen wie der Wiener Jugendunterstützung und dem Woman Empowerment für alleinerziehende Mütter schaffen wir Perspektiven für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Ähnliche Schwerpunkte wären auch für Drittstaatsangehörige denkbar, dazu braucht es aber auch entsprechende Arbeitsmarktprogramme und gute Deutschkurse vom Bund.“

Laut Jahresbericht sanken die Einkommen der Beziehenden 2021 erneut, die Leistungshöhe ging dadurch geringfügig nach oben. 2021 hatte eine Bedarfsgemeinschaft in der Wiener Mindestsicherung durchschnittlich ein monatliches Einkommen (z.B. aus Erwerbstätigkeit, AMS-Einkommen, Pensionseinkommen) in Höhe von 499 Euro zur Verfügung, das sind um insgesamt 13 Euro weniger als im Vorjahr. Die Leistungshöhen steigen gleichzeitig um 3 Euro. Insgesamt erhalten Bedarfsgemeinschaften im Durchschnitt 730 Euro pro Monat aus der Wiener Mindestsicherung.

„Gerade in einer Zeit, in der die Lebenserhaltungskosten stark steigen, wird die Aufgabe der Mindestsicherung zur Sicherung eines ausreichenden Lebensunterhalts wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Die Abteilung für Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht hat in den letzten beiden Jahren zusätzliche Leistungen – sowohl des Landes Wien, als auch im Auftrag des Bundes – für Beziehende der Wiener Mindestsicherung ausgezahlt, um die Folgen der Pandemie und der Teuerung abzufedern“, erklärt Agnes Berlakovich, Leiterin der Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht der Stadt Wien.

Um die steigenden Energiepreise abzufedern, hat die Stadt Wien im Rahmen der Wiener Energieunterstützung ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, von dem über eine Million Wiener*innen profitieren. Im Rahmen der Energiekostenpauschale erhielten über 200.000 Mindestsicherungsbezieher*innen, Arbeitslose und Notstandshilfebezieher*innen von der Stadt eine Direktanweisung in Höhe von 200 Euro, für Alleinerziehende gab es einen Zuschlag von 100 Euro. Durch die Energieunterstützung Plus und den Wiener Energiebonus werden bis Jahresende bis zu 650.000 Haushalte Unterstützungen von der Stadt unterstützt. „Wir haben hier punktgenau, rasch und unkompliziert geholfen, während die Bundesregierung ankündigt, verschleppt und die Menschen mit vermeidbaren Gegenverrechnung wie beim Teuerungsausgleich verwirrt“, so Sozialstadtrat Hacker.

„In diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtig, besonders betroffene Menschen mit maßgeschneiderten Angeboten zu unterstützen. Mit dem U25 können wir Jugendliche und junge Erwachsene gezielt und bedarfsgerecht an den Arbeitsmarkt heranführen. Die jungen Menschen nehmen das Angebot auch gerne an, in den letzten zwei Jahren konnten 30.000 Arbeitsvermittlungen verbucht werden. Es ist überaus erfreulich, wenn wir junge Menschen mit diesem Angebot Perspektiven für ihre berufliche Zukunft aufzeigen und sie dabei begleiten können“, so Jörg Konrad, Sozialsprecher von NEOS Wien.

ZENTRALE ENTWICKLUNGEN DER WIENER MINDESTSICHERUNG 2021:

WENIGER FAMILIEN SIND AUF MINDESTSICHERUNG ANGEWIESEN – RÜCKGANG UM 4%

Andreas Fläckel
Stadt Wien – Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40)
E-Mail: kommunikation@ma40.wien.gv.at

Reinhard Krennhuber
Mediensprecher – Stadtrat Peter Hacker
Tel.: 01/4000 81248
E-Mail: reinhard.krennhuber@wien.gv.at

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