Mandl in Pristina für „Westbalkan als Silicon Valley Europas“

Symbiose aus investitionsstarker EU und Westbalkan mit vielen jungen Talenten ist eine Chance, die nicht verstreichen darf

Der österreichische Europaabgeordnete Lukas Mandl, Außenpolitik-Sprecher der ÖVP im Europaparlament und Kosovo-Beauftragter der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, hat heute, Donnerstagvormittag in der kosovarischen Hauptstadt Pristina die Eröffnungsrede beim Digital Summit für die sechs Staaten des Westbalkan gehalten. Mandl bezeichnete einmal mehr die „Entwicklung des Westbalkan gleichsam zum Silicon Valley Europas“ als ein „Herzensanliegen“.

Einerseits sei die EU „nach wie vor vergleichsweise investitionsstark“, andererseits lebten in den Staaten des Westbalkan „viele junge Menschen, die etwas aufbauen wollen, und zwar durch Bildung und Arbeit.“ Das gelte besonders für die Republik Kosovo, die mit einem Altersdurchschnitt von nur rund 30 Jahren die jüngste Bevölkerung in Europa hat. In der EU macht der Altersdurchschnitt ungefähr 44 Jahre aus. „Da ist eine Symbiose zwischen EU und Westbalkan in Sachen Digitalisierung, begleitend zum Integrationsprozess der Westbalkan-Staaten, nur naheliegend. Das ist eine Chance, die wir nicht verstreichen lassen dürfen“, sagt Mandl.

„Europa braucht dringend mehr eigene Innovationskraft, diese wird auch dem Produktionssektor neue Chancen eröffnen. Die Abhängigkeiten haben mittlerweile ein sehr riskantes Ausmaß angenommen“, sagt Mandl, der „die Versorgung mit Medizinprodukten seit Beginn der Pandemie, die Probleme in den Lieferketten und den Rückstau in der Marktanwendung neuer Energietechnologien“ als Beispiele nennt. Der Westbalkan habe „angesichts der Bevölkerungsentwicklung und der Aufbruchsstimmung die besten Voraussetzungen, ein europäischer Hotspot der Digitalisierung zu werden.“

Mandl betont: „Die Chancen sind vielfältig und sehr groß. Die jungen Menschen in der Region entwickeln die Kraft, aus den Schatten der jüngeren Geschichte zu treten und in eine hellere Zukunft zu gehen. Sie müssen und werden über die Grenzen hinweg kooperieren. Und die Chancen für die EU und ganz Europa liegen darin, aufzuholen und in der Technologieentwicklung vielleicht bald global ganz vorne mitzuspielen. Viele einzelne europäische Erfolgsgeschichten sprechen schon jetzt eine klare Sprache und machen Hoffnung.“ Ansonsten sei „angesichts der geopolitischen Entwicklung gerade in diesem Bereich umso mehr die Zusammenarbeit mit jenen Staaten wichtig, die gemeinsame zivilisatorische Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilen“, sagt Mandl, der direkt vor dem Besuch im Kosovo Südkorea besucht hatte und vor wenigen Wochen Israel. „In diesen Staaten etwa finden sich Hotspots der Digitaltechnologie, an die wir andocken können und müssen“, ist Mandl überzeugt.

Die Politik „muss transparent und offen die ethischen Prinzipien für Zukunftsbereiche wie die künstliche Intelligenz und die Robotik stets weiterentwickeln. Schließlich wird besonders die EU mittlerweile auch in anderen Teilen der Welt geschätzt, wenn es um praxistaugliche Standards geht“, sagt Mandl. Weiters sei es „eine politische Aufgabe, jene Freiheit, jenen Frieden und jene Strukturen zu ermöglichen, die es privaten Unternehmen, jungen Talenten, akademischen Einrichtungen, Forschungsstätten und dem Kapitalmarkt ermöglichen, gemeinsam engagiert in die Zukunft zu gehen – vielleicht eines Tages mit einem Campus im Kosovo, der von Akteuren aus den genannten Bereichen gestaltet und so zum europäischen Hotspot der Technologieentwicklung wird“, sagt Mandl abschießend. (Schluss)

Wolfgang Tucek, EVP-Pressedienst, Tel.: +32-484-121431,
wolfgang.tucek@ep.europa.eu

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