
DÖJ / FICE: „Die Kinder- und Jugendhilfe wird aufs Abstellgleis gestellt!“
Dachverbände fordern Einbindung der Kinder- und Jugendhilfe in die Reformpartnerschaft und raschen Start des „Runden Tisches“ zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe
„Wir sind extrem ungeduldig und im Interesse unserer begleiteten Kinder sehr besorgt, dass die Kinder- und Jugendhilfe von der Bundesregierung aufs Abstellgleis gestellt wird“ fasst DÖJ-Geschäftsführer Michael Lindner die Kritik der beiden Österreichweiten Verbände DÖJ (Dachverband Öst. Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen) und FICE Austria zusammen.
Mit einem Brief an die Verhandler:innen der Reformpartnerschaft aus Bundesregierung, Bundesländern und Gemeindebund und Städtebund fordern DÖJ und FICE eine rasche Einbindung der Kinder- und Jugendhilfe in die laufenden Gespräche:
„Seit der Verländerung 2018 sind die Unterschiede in der Kinder- und Jugendhilfe noch größer geworden: wie viele Kinder wohnen in einer Gruppe, wieviel Personal ist unter Tags und in der Nacht anwesend, wieviel Unterstützung gibt es nach dem 18. Geburtstag. Das kann doch nicht von einer Wohnort-Lotterie abhängen!“ argumentiert Christian Posch, Präsident von FICE Austria.
In vielen Bundesländern sind schmerzhafte Einschnitte für die kommenden Jahre angekündigt. Michael Lindner, DÖJ: „Damit drohen Kürzungen bei Präventionsprojekten, die Zusammenlegung von Beratungsstellen, höherer Arbeitsdruck für das Personal und weniger Beziehungszeit mit den begleiteten Minderjährigen.“
Noch immer keine Diskussion zur versprochenen Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe:
FICE Präsident Christian Posch: „Mit einem großen Versprechen im Regierungsprogramm von Österreichweiten Goldstandards für die Kinder- und Jugendhilfe ist man gestartet, umgesetzt wurde nach über 450 Tagen bisher nichts. Obwohl sich die Situation in der Kinder- und Jugendhilfe Jahr für Jahr zuspitzt. Der Prüfbericht der Volksanwaltschaft hat eindrücklich gezeigt, dass wir endlich wieder eine Österreichweite Weiterentwicklung brauchen: mehr Krisenplätze, kleinere und spezialisierte Einrichtungen, eine Personaloffensive, mehr Pflegeeltern und bessere Unterstützung für `Care Leaver`!“.
Bisher ist nur ein Arbeitspapier der „ARGE Kinder- und Jugendhilfe“ aus dem Jahr 2025 bekannt, die bisher ohne Einbindung der privaten Träger (also ohne jene, die für Umsetzung von Standards verantwortlich sind) an „Qualitätsstandards“ gearbeitet haben: „Das kann man bisher nur als Sammlung von bereits vorhandenen Selbstverständlichkeiten bezeichnen. Wenn das unterschritten werden würde, werden Kinderrechte gebrochen. Wir wollen nicht das Mindestmaß vereinheitlichen, sondern `Goldstandards`für ein gelingendes Leben von Kindern und Jugendlichen!“ fassen Lindner und Posch ihre Kritik zusammen.
DÖJ – Dachverband Österreichischer Kinder- und
Jugendhilfeorganisationen
Mag. Michael Lindner
Telefon: 0677/63614739
E-Mail: michael.lindner@doej.at
Website: https://www.doej.at
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