SWV-Pokorny: Unzumutbare Arbeitsbedingungen für Paketzusteller

Die Post AG, die über die ÖBAG mehrheitlich im Eigentum der Republik Österreich ist, hält sich „Paketsklaven“ und Finanzminister Brunner schaut als Eigentümervertreter zu.

Und jährlich grüßt das Murmeltier: „Das Thema der „Paketsklaven“ holt uns jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit wieder ein, schon seit Jahren“, sagt Katarina Pokorny SWV-Vizepräsidentin und Vorsitzende der Sparte Transport und Verkehr. „Das unmenschliche System seitens einiger Auftraggeber wird angeprangert, aber es passiert leider ganz wenig bis gar nichts.“

„Die Verträge dieser Frächter verstoßen des Öfteren gegen alle guten Sitten und wären, wenn die Leute den Mut hätten, sie wirklich offenzulegen, ein Fall für die Staatsanwaltschaft“ empört sich Pokorny. „Dass die Arbeitsbedingungen für diese Kleinstunternehmer, die im Auftrag der Post AG und für einige andere Postdienstleister unterwegs sind, teilweise wirklich an die Schmerzgrenze des Zumutbaren stoßen, scheint  Finanzminister Brunner, als Eigentümervertreter der Post AG nicht zu stören, dem geht es nur um die Dividende.“

Jedes Jahr erhöht die Post Ihre Gebühren, aber nur ein Bruchteil oder gar nichts landet bei den Sub-Frächtern der Post, man könnte meinen, es steigen eigentlich nur die Auszahlungen der Dividenden, anstatt vernünftige Preise an die Auftragnehmer zu zahlen.

„Viele dieser Menschen, welche für diverse Paktdienstleister und vor allem auch für die österreichische Post arbeiten, sind selbstständig tätig. Ihnen bleibt am Monatsende, wenn man alle Kosten abzieht, weniger als einem Dienstnehmer, welcher Anspruch auf div. Sozialleistungen hat“, zeigt sich Pokorny betroffen. „Die Situation hat sich durch das erhöhte Aufkommen im online Handel noch verschärft. Sämtliche Gespräche mit den Paktdienstleistern, besser Preise an Ihre Frächter zu zahlen, verliefen leider im Sand.“

Dem Vorwurf der Gewerkschaft, dass seitens der Finanzpolizei zu wenig oder gar nicht kontrolliert wird, kann Katarina Pokorny nur beipflichten und meint abschließend: „Es erweckt den Anschein, dass alle Bemühung seitens der Interessensvertretung ignoriert werden und diese Praktiken seitens div. Paketdiensleister eigentlich auch erwünscht sind. Das ist gelebter Kapitalismus auf Kosten der Kleinsten!“

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