Oö. Volksblatt: „Ernst genommen“ (von Herbert SCHICHO)

Ausgabe vom 14. Jänner 2023

Politiker soll man ernst nehmen. Und gerade im Wahlkampf gilt es, bei den Ansagen aufzupassen, damit man die Politiker nach der Wahl beim Wort nehmen kann. SPÖ-Kandidat Schnabl und FPÖ-Kandidat Landbauer erheben also Anspruch auf den Sessel des Landeshauptmannes von Niederösterreich. Noch gibt es nur Umfragen, die Wähler sind erst in zwei Wochen am Zug. Aber in Gedanken kann man es ja durchspielen: Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass die ÖVP zwar ihre knappe absolute Mehrheit verliert, aber trotzdem klar vorne bleibt. Am unwahrscheinlichsten ist, dass FPÖ oder SPÖ eine Absolute schaffen. Ihren Traum vom LH-Sessel können Landbauer bzw. Schnabl realistischerweise also nur mit dem jeweils anderen verwirklichen und sie werden wohl auch noch einen weiteren Partner brauchen, die Neos scheinen eh Gewehr bei Fuß zu stehen. Das rotblaue Duell um Platz 2 könnte also wichtig werden. Etwas verwirrend sind aber die Aussagen des derzeitigen FPÖ-Landesrates Gottfried Waldhäusl: Denn erstens sieht er sich nicht im Wahlkampf und zweitens bleibe er in jedem Falle Landesrat. Sollte die FPÖ einen zweiten Sitz in der Proporzregierung erreichen, seien die Gremien am Zug. Vermutlich hat Waldhäusl nicht mitbekommen, dass sein Parteichef Landbauer dann schon LH sein will.

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