„Technik und Design“ – Ein Neustart für den schulischen Werkunterricht

Bundesarbeitskammer, Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer präsentieren gemeinsam mit Partnern ein neues Praxishandbuch für den schulischen Unterricht

„Unsere Welt ist immer stärker von Technik geprägt. Sie bringt uns innovative Produkte, Wohlstand und eröffnet die Chance zur Lösung der globalen Herausforderungen der Menschheit. Aber viel zu selten geht es dabei im öffentlichen Diskurs um den schulischen Werkunterricht. Das kann nicht so bleiben, denn dieses Schulfach ist die Basis der technischen Bildung in Österreich und somit auch für Forschung, Technologie und Innovation `Made in Austria`“, sagte Georg KNILL, der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) anlässlich der Eröffnung der gemeinsamen Veranstaltung mit der Arbeiterkammer (AK) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) im Haus der Industrie, bei der das neue Praxishandbuch „Technik. Design. Werken“ für den schulischen Unterricht präsentiert wurde.

Der Werkunterricht bietet Kindern und Jugendlichen die erste − und oftmals auch einzige − Möglichkeit, sich in der Schule mit den Themen Technik, Gestaltung, Kreativität und Handwerk auseinanderzusetzen. Obwohl diese Bereiche Schlüsselfelder für eine erfolgreiche Zukunft sind, ist das Potenzial des Unterrichtsfaches bislang nicht vollständig ausgeschöpft worden. Durch die neue Lehrplangeneration erfährt das Schulfach als „Technik und Design“ nun die Chance auf einen Neustart.

„Junge Frauen und Männer benötigen eine gleichwertige technische Allgemeinbildung. Sie ist ein wichtiger Baustein in der gendergerechten Berufsorientierung. Die Arbeiterkammer hat sich sehr für die Zusammenlegung der beiden Fächer Textiles und Technisches Werken eingesetzt. Mit dem neuen Lehrplan und der neuen Fachbezeichnung „Technik und Design“ ist ein Neuanfang abseits veralteter Rollenbilder möglich“, betonte Regina ASSIGAL, Vize-Präsidentin der Arbeiterkammer (AK) Wien.

„Handwerkliche Fertigkeiten und technische Fähigkeiten bleiben auch in einer digital geprägten Welt die Grundlage für viele unserer Berufe. Für Kinder und Jugendliche ist der Werkunterricht die wichtigste Möglichkeit, um ihre Talente und Kreativität zu erproben. Mit einem modernen, praxisnahen und ‚coolen‘ Unterricht können wir diese Potenziale voll ausschöpfen und die Wahl des richtigen Ausbildungsweges ideal unterstützen“, sagt Carmen Goby, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

AK, IV und WKÖ unterstützen den Start des neuen Schulfaches „Technik und Design“ aktiv und haben gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Steiermark, dem Förderverein Technische Bildung, der AWS/Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Schule und erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen ein Praxishandbuch für einen zukunftsweisenden, schulischen Unterricht erarbeitet.

Marion STARZACHER, Professorin an der Pädagogischen Hochschule Steiermark, stellte das Praxishandbuch bei der Veranstaltung vor. „Es ist an der Zeit, die Bandbreite des Faches `Technik und Design` aufzuzeigen und darauf hinzuweisen, welche Facetten dieses Fach in den unterschiedlichen Anwendungsbereichen, die einen starken Alltagsbezug aufweisen, bietet. In den Unterrichtsbeispielen des Praxishandbuchs geht um das Tüfteln, Experimentieren, Forschen, Entwickeln, Entwerfen und um das Anwenden von Technik, den zugehörigen Technologien, Materialien sowie um Kreativität. Die Schülerinnen und Schüler haben dadurch die Möglichkeit, für sie Neues auszuprobieren und zugehörige Berufe kennenzulernen“, führte Starzacher aus.

Doris WAGNER, Sektionschefin für Allgemeinbildung und Berufsbildung im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung unterstrich die Bedeutung des Schulfaches. „`Technik und Design` spielt als neuer Pflichtgegenstand sowohl im neuen Lehrplan der Volksschule als auch in den neuen Lehrplänen der Mittelschule und AHS-Unterstufe eine wichtige Rolle. Dieser neue Pflichtgegenstand bietet eine vielfältige Verknüpfung mit den MINT-Fächern und fördert auch die handwerklichen, technischen und künstlerisch-kreativen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler“, sagte. „Das neue Praxishandbuch Technik. Design. Werken leistet einen ausgezeichneten Beitrag, um die Unterrichtsarbeit der Pädagoginnen und Pädagogen durch viele praktische Beispiele und Anregungen in diesem Bereich zu unterstützen und den Unterricht in der Sekundarstufe I zu bereichern. Vielen Dank dafür an die Initiatorinnen und Initiatoren dieses Projekts“, so Wagner.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (FRONIUS International), Roberta Erkinger (BG/BRG Biondekgasse Baden), Helmut Berrer (economica), Helmut Dornmayr (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) und Josef Seiter (Förderverein Technische Bildung) unter der Moderation von Karin Bauer (Der Standard) wurde die Bedeutung der technischen Bildung für Gesellschaft und Wirtschaft diskutiert und das Potenzial von „Technik und Design“ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung wurden den 250 Gästen ausgewählte Unterrichtsbeispiele aus dem Praxishandbuch von den Autorinnen persönlich präsentiert.

ZUM PRAXISHANDBUCH TECHNIK. DESIGN. WERKEN

Das Praxishandbuch ist nach den fünf ergänzenden Anwendungsbereichen des neuen Lehrplans „Technik und Design“ der Sekundarstufe I strukturiert und wird um einen sechsten Bereich (Inspirationen) mit Themen wie Kreativität, Fachdidaktik, Transition zur Primar- und zur Elementarstufe ergänzt.

Das Praxishandbuch enthält aktuell 17 detaillierte und bereits erprobte Stundenvorbereitungen und Inspirationen für einen begeisternden Unterricht in „Technik und Design“. Zudem begleiten die Unterrichtsbeispiele 10 Beiträge von Testimonials, die die hohe Relevanz von „Technik und Design“ in der Berufs- und Arbeitswelt in den schulischen Unterricht spiegeln. Die Zielgruppe des Praxishandbuchs sind Pädagoginnen und Pädagogen der Sekundarstufe I in allen Schultypen.

Sowohl die vorliegende Sammelmappe als auch die bereits geplanten Erweiterungen können von interessierten Pädagoginnen und Pädagogen gegen Versandkostenersatz bestellt oder als elektronische Broschüre bezogen werden.

Download- bzw. Bestellmöglichkeiten finden sich auf den Websites der Projektpartner bzw. unter www.technischebildung.at

Industriellenvereinigung
Marlena Mayer
+43 (1) 711 35 2315
marlena.mayer@iv.at

Arbeiterkammer Wien
Peter Mitterhuber
(+43-1) 501 65-12347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
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