SPÖ-Holzleitner: Platz 27 von 30 bei Gleichstellung von Frauen und Männern „inakzeptabel“

Gender-Pay-Gap in Österreich über EU-Schnitt – SPÖ fordert mehr Kinderbetreuung, Einkommenstransparenz und Steuergerechtigkeit

Die britische Marketingagentur „Reboot“ wertete Daten vom europäischen Institut für Gender Equality sowie vom Global Gender Report 2022 und der World Population Review aus. Das traurige Ergebnis: Österreich landet bei der Gleichstellung auf Platz 27 von 30 Ländern. Einzig die Niederlande, Zypern und die Türkei schneiden bei dem Ranking noch schlechter ab. „Inakzeptabel“, nennt das SPÖ-Frauensprecherin Eva-Maria Holzleitner. ****

„Es kann wirklich niemanden wundern, dass Österreich so schlecht im internationalen Vergleich dasteht. Mit einer Frauenministerin, die nur durch ihr dröhnendes Schweigen auffällt und einer Bundesregierung, die ein mehr als rückschrittliches Frauenbild vertritt sowie jeden Vorschlag zu mehr Einkommenstransparenz und -gerechtigkeit ablehnt oder vertagt, kann sich in Sachen Gleichstellung nichts bewegen“, kritisiert Holzleitner scharf.

Auch die am heutigen Freitag veröffentlichten Daten der Statistik Austria schlagen in dieselbe Kerbe wie die Analyse aus Großbritannien. Nach der Höhe der Bildung müssten Frauen laut Statistik Austria rein rechnerisch sogar bereits mehr verdienen als Männer. Tatsächlich liegt der Gender-Pay-Gap in Österreich aber mit 18,8 weiterhin über dem EU-Schnitt von 12,7. Holzleitner: „Frauen sind die Hälfte der Gesellschaft. Sie sind hoch qualifiziert. Und dennoch ziehen sie ständig den Kürzeren. Damit muss endlich Schluss sein!“

Die Probleme, aber auch die Lösungen, lägen auf dem Tisch, so Holzleitner: „Österreichs Frauen brauchen endlich einen Rechtsanspruch auf ganztägige, ganzjährige und flächendeckende Kinderbildungsplätze. Die Teilzeitquote ist in Österreich enorm hoch und das liegt auch daran, dass die Regierung Kinderbildungsangebote verhindert, die den Lebensrealitäten der Frauen entsprechen.“

Auch das Thema Einkommenstransparenz spricht Eva-Maria Holzleitner einmal mehr an: „Ich fordere die Bundesregierung auf, den SPÖ-Vorschlag zu echter Einkommenstransparenz endlich umzusetzen, anstatt ihn ständig auf die lange Bank zu schieben!“ Frauen sollten wissen, wie viel ihre (männlichen) Kollegen verdienen. Das stärke sie in Gehaltsverhandlungen und mache es Unternehmen schwieriger, Ungerechtigkeiten zuzulassen.

Männer profitieren von steuerpolitischen Maßnahmen deutlich mehr als Frauen. Selbst den Familienbonus beziehen überwiegend Männer. „Frauen müssen in Zukunft genauso profitieren wie Männer. Dafür muss bei der Erstellung von Budgets endlich auch tatsächlich auf die Frage der Steuergerechtigkeit geachtet werden“, spricht die SPÖ-Frauensprecherin das in der Verfassung verankerte Gender Budgeting an. Dieses müsse endlich tatsächlich umgesetzt werden, anstatt ein reines Lippenbekenntnis zu bleiben. (Schluss) ts/lp

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