Der Grätzel Bericht

Wiener Schätzen auf der Spur

Vier Lebens- und Wohnviertel stehen im Mittelpunkt des siebten Grätzel Berichts. Wieder einmal haben wir bequeme Schuhe angezogen, uns mit Notizblock und Kamera ausgerüstet, um in langen Wanderungen (Wienerisch: „Hatscher“) Entdeckungen zu machen. Wir haben mit Grätzelbewohnern geplaudert, uns von ihnen die Geheimnisse und Eigenarten ihres Lebensumfelds erzählen lassen, um tieferen Einblick in das jeweils Typische zu erhalten.

Bei zwei der hier vorgestellten Grätzel stellt sich die Frage: Können sie überhaupt „Grätzel“ genannt werden? Wir meinen sehr wohl, dass der Wiener Prater und der Böhmische Prater so bezeichnet werden können. Denn zum einen entsteht dort ein je eigenes Lebensgefühl, was ein Grätzel ja ausmacht und zum anderen wohnen auch erstaunlich viele Schaustellerfamilien an ihren Arbeitsplätzen, den Buden und Fahrgeschäften. 

DER WIENER PRATER

Wir beginnen im Wiener Prater, dessen Wahrzeichen, das Riesenrad auch die Titelseite des Grätzel Berichts schmückt. Wir lassen uns über den riesigen Themenpark „Venedig in Wien“ erzählen, fahren mit der Lilliputbahn und wagen uns auf den „Toboggan“, der ursprünglich „Teufelsrutsch“ genannt wurde. Die meisten Attraktionen des Praters werden von Frauen geleitet. Sie hätten, erzählt uns die Eigentümerin eines Fahrgeschäfts, im Prater immer schon eine entscheidende Rolle gespielt. Sie seien stets die gewesen, die im Geschäft gesessen seien und sich um das Geld gekümmert hätten. Zwei von ihnen haben wir getroffen und uns von ihnen über die Besonderheiten der vielen Attraktionen erzählen lassen. Der Prater ist also ein Stückchen „feministisches Wien“. Wer hätte das gedacht? 

Mag. Petra Menasse-Eibensteiner
T: 43 699 126 39 220
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