Nationalratspräsident Rosenkranz: Jugend und Bildung sind zentrale Anliegen des Parlaments

Veranstaltung anlässlich des 23. Vienna Congress zu gesellschaftlichen und politischen Zukunftsfragen

Zum 23. Mal trafen von 25. bis 27. Jänner Persönlichkeiten aus Politik und Zivilgesellschaft in Wien zusammen, um sich im Rahmen des „Vienna Congress com.sult“ über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen in Gesellschaft und Politik auszutauschen. Die von David Ungar-Klein (Connect Consult) initiierte Veranstaltung stand heuer unter dem übergreifenden Titel „Preparing the Future“. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz nahm die Gelegenheit wahr, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 23. Vienna Congress 2026 am Montagabend zu einem Gespräch über die Zukunftsperspektiven von Bildung und Jugend ins Parlament einzuladen.

ROSENKRANZ BEGRÜSST „FORUM VON TOP-ENTSCHEIDERN“ IM HOHEN HAUS

Eine der Fragen, denen sich der heurige Vienna Congress widmet, sei das Thema künstliche Intelligenz, merkte Nationalratspräsident Rosenkranz in seinen Begrüßungsworten an. Eine KI-Anfrage, die er durchgeführt habe, habe den Vienna Congress als „Forum für Top-Entscheider“ definiert, das sich jährlich zusammenfinde, um wichtige gesellschaftliche und politische Fragen zu diskutieren. Er sei sicher, dass die KI sich nicht irre, sagte Rosenkranz. Der heurige Vienna Congress befasse sich mit Fragen, die auch Teil des heurigen Jahresschwerpunkts des Parlaments seien, der insbesondere der Demokratiebildung gewidmet sein werde.

Passend dazu seien auch die Teilnehmerinnen der Podiumsveranstaltung in unterschiedlichster Weise mit Jugend- und Demokratiebildung befasst. Er freue sich besonders über die Preisverleihung an die Zeitzeugin Erika Freeman, die ihr Wissen immer wieder der Jugend weitergegeben habe. Vor fast genau einem Jahr habe Freeman ihre Erfahrungen und ihre Lebensweisheit bei einer Veranstaltung im österreichischen Parlament zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust mit Jugendlichen geteilt.

KLAUS: BILDUNG ALS ZENTRALE HERAUSFORDERUNG

Václav Klaus dankte in seinen Grußworten für die Einladung ins österreichische Parlament, das er bereits in früheren Funktionen als Politiker kennenlernen habe dürfen. Nun freue er sich als Präsident des Vienna Congress besonders über die Einladung an diesen schönen und historischen Ort. Er werte das als Anerkennung der wachsenden Bedeutung des jährlichen Treffens. Die Bildung stehe heute vor großen Herausforderungen, konstatierte Klaus. Viele Entwicklungen, die hier in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hätten, sehe er sehr kritisch.

SHECHTMAN ÜBER DIE BEDEUTUNG EINER MÖGLICHST FRÜHEN WISSENSCHAFTSBILDUNG

Dan Shechtman, Nobelpreisträger für Chemie im Jahr 2011, sprach in seiner Keynote über die Notwendigkeit, jungen Menschen eine wissenschaftliche Ausbildung mitzugeben – seiner Ansicht nach schon ab dem Kindergarten. Er berichtete von verschiedenen Projekten in Israel unter seiner Federführung, die das Ziel hatten, die Jugend für die Wissenschaften, Technologie und Unternehmertum zu begeistern. Von entscheidender Bedeutung sei dabei die Qualität der Lehrerinnen und Lehrer, weshalb für diesen Beruf die geeignetsten Personen ausgewählt werden müssten. Shechtman ging außerdem auf die Unterschiede in den Unternehmenskulturen von Österreich und Israel ein. Seiner Meinung nach sei Israel von flacheren Hierarchien geprägt, was sich positiv auf die Innovationskraft der Unternehmen und damit die Wirtschaftsleistung des Landes auswirke.

PODIUMSDISKUSSION ÜBER DIE HERAUSFORDERUNGEN DES BILDUNGSSYSTEMS

Danielle Spera moderierte ein Podiumsgespräch zum Thema „Jugend, Zukunft und Bildung“. An dem Gespräch beteiligten sich die Professorin für Radiologie Ulrike Attenberger, Emese Hunyadi, Olympiasiegerin im Eisschnelllauf und die Bundesschulsprecherin des Jahres 2024/25, Mira Langhammer. Langhammer betonte wie Shechtman den großen Einfluss von Lehrpersonen auf die Lebenswege junger Menschen. Daher gelte es, diesen Beruf auch für die besten Köpfe attraktiver zu machen. Attenberger erklärte, dass es angesichts der Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz im Bildungssystem zu einer Rückbesinnung auf die traditionellen humanistischen Bildungsideale kommen werde. Jugendliche müssten zu kritischem Denken befähigt werden und Frustrationstoleranz erwerben. Hunyadi unterstrich die Bedeutung, die Mentorinnen und Mentoren sowohl im Sport als auch im Bildungsbereich einnehmen würden.

VERLEIHUNG DES „GOLDEN ARROW“ AN ERIKA FREEMAN

Im Rahmen der Veranstaltung fand auch die jährliche Verleihung des „Golden Arrow“ des Vienna Congress statt. David Ungar-Klein überreichte ihn der Psychoanalytikerin und Zeitzeugin Erika Freeman, einer gebürtigen Wienerin, die 1939 im Alter von zwölf Jahren nach New York flüchten musste. In seiner Laudatio auf die Preisträgerin hob Ungar-Klein hervor, dass Freeman dem Hass, dem sie in ihrem Leben begegnet sei, stets das Prinzip der Liebe entgegengesetzt habe. Besonders bedeutsam sei für ihn daher, ihr am Vorabend des internationalen Holocaust-Gedenktags diesen Preis überreichen zu können. Freeman habe mit ihrem Leben immer wieder ein Beispiel für das jüdische Konzept des „Tikkun olam“, der Verbesserung der Welt, gegeben.

„Wunder sind immer möglich, man muss sie nur erwarten können“, sagte Freeman in ihren Dankesworten. Für sie sei es ein Wunder, dass sie als fast Hundertjährige diese Ehrung in ihrer Heimatstadt erhalten könne. Sie zeigte sich dankbar dafür, dass in Wien, der Stadt, aus der sie einst vertrieben wurde, heute wieder ein jüdisches Leben in Sicherheit möglich sei. (Schluss) sox/wit

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments.

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