
ORF-„kulturMATINEE“ zum Weltfrauentag: Künstlerporträts von Opernstar Brigitte Fassbaender und Dirigentin Simone Young
Weiters: „Die Kulturwoche“ – am 8. März ab 9.05 Uhr, ORF 2 und ORF ON
Am Internationalen Frauentag, Sonntag, dem 8. März 20206, widmet sich die ORF-„kulturMATINEE“ um 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON zwei besonderen Frauenpersönlichkeiten, die die klassische Musikwelt der Gegenwart entscheidend geprägt haben und prägen. Zunächst steht „Brigitte Fassbaender – Ein Portrait der legendären Sängerin und Regisseurin“ auf dem Programm, das von Andreas Morell anlässlich des 85. Geburtstags der Künstlerin gestaltet wurde. Danach würdigt der Film „Die Dirigentin Simone Young. ,Nennt mich nicht Maestra‘“ (10.00 Uhr) von Janine Hosking den australischen Pultstar zum 65. Geburtstag. Zum Abschluss des von Clarissa Stadler präsentierten Vormittags informiert „Die Kulturwoche“ (10.50 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps über das heimische Kulturgeschehen.
„Brigitte Fassbaender – Ein Portrait der legendären Sängerin und Regisseurin“ (9.05 Uhr)
Brigitte Fassbaender ist eine Ausnahmekünstlerin, deren Name in der Welt der Oper und des Liedgesangs unvergessen bleiben wird. Ihr unverwechselbares Timbre, ihre charismatische Bühnenpräsenz und ihre außergewöhnliche Fähigkeit, jeder Rolle emotionale Tiefe zu verleihen, machten sie zu einer gefeierten Sängerin auf den großen Bühnen dieser Welt. Mit 55 Jahren verabschiedete sie sich jedoch von der aktiven Gesangskarriere – nicht aus Erschöpfung, sondern aus dem Wunsch heraus, ihrer Kunst neue Wege zu eröffnen.
Der Schritt von der Sängerin zur Regisseurin und Intendantin gelang ihr in einer Zeit, in der Frauen in diesen Positionen eine Seltenheit waren. Fassbaender begegnete jeder neuen Herausforderung mit unermüdlicher Leidenschaft und einem kompromisslosen Streben nach Wahrhaftigkeit. In ihren Inszenierungen prüft sie jedes Werk auf seine heutige Relevanz und sucht stets nach der lebendigen Verbindung zwischen Text, Musik und Zeitgeist. Im Probenraum schafft sie eine Atmosphäre der Offenheit und Inspiration, in der Kreativität gedeiht und Persönlichkeiten wachsen können. Für sie zählen die Lebendigkeit und Authentizität der Figuren mehr als technische Perfektion.
Auch abseits der Bühne ist Brigitte Fassbaender schöpferisch tätig geblieben. Im Chiemgau, umgeben von Bildern, Skulpturen und Fundstücken, findet sie in der Kunst einen Rückzugsort und eine lebenslange Quelle der Inspiration.
Geboren in ein künstlerisch geprägtes Elternhaus, fand sie erst spät zum Gesang. Ihr Werdegang ist geprägt von einer beständigen Weigerung, Routine zuzulassen: Immer suchte sie nach neuen Ausdrucksformen, nach dem Dialog zwischen Musik und Schauspiel. Als Regisseurin und Festivalleiterin brachte Brigitte Fassbaender eine beeindruckende Vielfalt auf die Bühne: Tragödien, Komödien, Musicals. Besonders am Herzen lag ihr stets die Förderung des künstlerischen Nachwuchses. Sie gab ihr Wissen weiter und prägte Generationen junger Sängerinnen und Sänger.
Fassbaenders künstlerische Handschrift ist geprägt von der Suche nach Wahrheit und emotionaler Echtheit. Die Freiheit des Singens, das Verschmelzen von Musik und Gefühl, ist für sie das größte Geschenk ihres Lebens. Ihr Schaffen ist ein fortwährender Prozess der Erneuerung – und die Kunst, immer weiterzugehen.
„Die Dirigentin Simone Young. ‚Nennt mich nicht Maestra‘“ (10.00 Uhr)
Die Australierin Simone Young hat es mit Entschlossenheit und Taktstock an die Spitze der immer noch männerdominierten Dirigentenwelt geschafft und rund um den Globus die bedeutendsten Bühnen – ob New York, London, Paris, Berlin oder Wien – erobert. Nach Jahrzehnten in der Champions League des internationalen Musikbetriebs hat sie den Trubel um ihren „Frauentitel“ allerdings mittlerweile satt.
2022 kehrte die Australierin mit großer Freude als erste Chefdirigentin des Sydney Symphony Orchestra in ihre Heimatstadt zurück. Eine inspirierende, brillante Künstlerin, die ihre Karriere am Pult mit Musikalität, Witz und Verve verfolgt hat – obwohl ihr als Mädchen, das am Manly Beach in Sydney aufwuchs, so dringlich davon abgeraten worden war. Mit eisernem Willen war sie immer wieder diejenige, die als Erste gläserne Decken in der Männerbastion der Taktstockgiganten durchbrochen hat. Als erste Frau gab sie bei der Wiener Staatsoper und den Wiener Philharmonikern den Takt an, zahllose Preise markieren ihren Weg zum umjubelten Star der Opern- und Konzertwelt.
Im Filmporträt zeigt sich die sonst so tatkräftige Simone Young in der Corona-Zeit zerbrechlich wie nachdenklich und führt das Fernsehpublikum in ihr heimliches Refugium: einen Strickladen, in dem sie sich den wahren Herausforderungen ihres Daseins stellt.
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