
Sinkende Entwicklungshilfeleistungen Österreichs: CARE fordert Kurskorrektur im Doppelbudget
Österreichs ODA-Quote für 2025 sinkt auf 0,33 Prozent / CARE warnt vor Folgen für Krisenregionen weltweit: „Kürzungen kosten Menschenleben“
Der Entwicklungsausschuss (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat heute die vorläufigen Zahlen für öffentliche Entwicklungshilfeleistungen (ODA) der Geberländer im Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht bestätigt, was humanitäre Organisationen seit Monaten mit Sorge beobachten: Immer mehr wohlhabende Länder ziehen sich aus ihrer internationalen Verantwortung im Kampf gegen Not, Armut und Hunger zurück – darunter auch Österreich. Lag Österreichs ODA-Quote 2024 noch bei 0,35 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE), sank sie 2025 auf 0,33 Prozent – und bleibt damit weit hinter dem international vereinbarten Ziel von 0,7 Prozent zurück. Österreich liegt zwar noch über dem OECD-Durchschnitt von 0,26 Prozent, doch verzeichnet die ODA-Quote aller DAC-Mitglieder einen historischen Rückgang von 23 Prozent.
„Sinkende Mittel hinterlassen nicht nur eine Finanzierungslücke, sondern senden auch ein fatales Signal: dass humanitäre Hilfe in Zeiten wachsender Krisen verhandelbar ist. Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe sind jedoch keine abstrakten Sparmaßnahmen – sie kosten Menschen im schlimmsten Fall ihr Leben“, mahnt ANDREA BARSCHDORF-HAGER, GESCHÄFTSFÜHRERIN VON CARE ÖSTERREICH. „In den vielen Krisenregionen, in denen CARE arbeitet, sehen wir täglich, was diese Kürzungen bedeuten: Weniger Lebensmittel und Medizin für vertriebene Familien aus dem Sudan. Unterernährte Kleinkinder und Babys, die wochenlang auf Aufbaunahrung warten müssen. Frauen und Kinder in der Ukraine, die in die gefährlichen frontnahen Gebiete zurückkehren, weil ihnen andernorts jede Perspektive fehlt. Menschen in Syrien, die Wasser rationieren und ihre Kinder aus der Schule nehmen müssen.“
Besorgniserregend sind zudem die überproportionalen Kürzungen bei der Austrian Development Agency (ADA) und dem Auslandskatastrophenfonds (AKF). Diese bilateralen Instrumente sind wesentliche Bestandteile der österreichischen Außenpolitik. Sie schaffen Vertrauen, bauen globale Partnerschaften auf und sichern Österreichs Handlungsfähigkeit in der Welt.
CARE Österreich appelliert an die Bundesregierung, im kommenden Doppelbudget gegenzusteuern: Die Mittel für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Klimaprojekte müssen zumindest auf das Niveau von 2024 angehoben werden. „Entwicklungszusammenarbeit ist eine Investition in Stabilität, Frieden und eine gemeinsame Zukunft. Auch im Interesse Österreichs. Diese Kürzungen sind wie ein Bumerang: Wer heute spart, wird morgen die Konsequenzen tragen müssen“, so BARSCHDORF-HAGER.
CARE Österreich
Stephanie Weber
Pressereferentin
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