Pensionen kürzen ist keine Reform, sondern politische Bequemlichkeit

IMADEC Executive Education warnt vor einer gefährlichen Scheinlösung. Dr. Christian Joksch fordert eine echte Pensionsreform statt Kürzungspolitik auf Kosten älterer Menschen.

Das österreichische Pensionssystem muss reformiert werden. Darüber besteht kein Zweifel. Aber wer glaubt, Reform bedeute vor allem, Pensionen zu kürzen, verwechselt Strukturpolitik mit politischer Bequemlichkeit. Pensionen sind nicht bloß ein Budgetposten. Sie sind Kaufkraft, Konsum, Stabilität und für viele Menschen die Grundlage eines würdigen Lebensabends. Wer hier mit dramatischen Kürzungen ansetzt, trifft daher nicht nur ältere Menschen, sondern auch Binnenwirtschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade in Österreich wäre das ein gefährlicher Fehler.

Auch international ist die Lage klarer, als viele tun. Die OECD betont, dass Reformen die Angemessenheit der Pensionen und die finanzielle Nachhaltigkeit des Systems gleichzeitig sichern müssen. Reform bedeutet also nicht Kahlschlag, sondern Balance. Es geht nicht um eine einzige Stellschraube, sondern um Demografie, Lebenserwartung, Erwerbsbeteiligung, Produktivität, Systemeffizienz, Finanzierbarkeit und die erfolgreiche Integration in Arbeit und Beitragsleistung. Eine Reform des Pensionssystems ist notwendig. Aber einfach Pensionen zu kürzen, wäre wirtschaftlich kurzsichtig, sozial falsch und politisch ein Armutszeugnis. Wer älteren Menschen Kaufkraft entzieht, gefährdet Konsum, Stabilität und am Ende auch den sozialen Frieden, so Dr. Christian Joksch, Gründer von IMADEC Executive Education.

Besonders deutlich formuliert das Vitor Gaspar mit seinen IMF-Koautoren: The challenge is to reform pension systems without hurting their ability to provide income security for the elderly and prevent old-age poverty. Genau darum geht es auch in Österreich. Reformen ja, aber nicht so, dass Einkommenssicherheit zerstört und Altersarmut verschärft wird.

Auch der LSE-Ökonom Nicholas Barr bringt den Kern der Sache auf den Punkt: The purpose of pensions is to give pensioners a comfortable old age. Wer das ernst nimmt, kann die Pensionsfrage nicht auf kalte Budgetarithmetik reduzieren. Es geht auch um Würde, Sicherheit und Verlässlichkeit im Alter. Und selbst aus ordnungspolitischer Sicht greift die pure Kürzungslogik zu kurz. Hayek warnte vor Systemen, in denen Pensionen bloß zu politisch bestimmten Leistungen aus laufender Besteuerung werden. Daraus folgt aber gerade nicht, dass man komplexe Fehlentwicklungen einfach durch pauschale Leistungskürzungen behebt. Wer sich auf Hayek beruft, muss über Fehlanreize, Systemarchitektur und langfristige Tragfähigkeit sprechen, nicht bloß darüber, wem man als Erstem etwas wegnimmt.

Wer bei Pensionen pauschal zur Schere greift, weil ihm für echte Reformen Mut und Ideen fehlen, löst kein Problem. Er verschiebt es nur – in Kaufkraftverlust, Unsicherheit und ein höheres Risiko von Altersarmut. Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Kahlschlag, sondern durch Strukturreformen mit Vernunft und Verantwortung, so Joksch.

Österreich braucht daher keine Kürzungspolitik gegen Pensionisten, sondern eine ernsthafte Reformdebatte über Demografie, Erwerbsbeteiligung, Produktivität, Integration in Arbeit, Systemeffizienz und langfristige Finanzierbarkeit. Reform ja. Aber nicht als Angriff auf Kaufkraft, Sicherheit und Würde der älteren Generation.

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