
ZARA-Förderstopp: „Schutzstrukturen sind keine Sparposten“ – ÖH warnt vor Rückbau der Antirassismusarbeit
Die Hochschüler_innenschaft warnt vor Kürzungen im Opferschutz: keine reine Budgetfrage, sondern politische Priorität mit direkten Folgen für Betroffene von Rassismus.
ZARA leistet seit Jahren zentrale Arbeit in der Dokumentation rassistischer und digitaler Gewalt, in der kostenlosen Beratung von Betroffenen sowie in Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit. Ein finanzieller Rückzug würde diese ohnehin bereits begrenzt vorhandenen Strukturen weiter schwächen und damit den institutionellen Schutz vor Diskriminierung deutlich reduzieren.
POLITISCHE VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT
„Statt bestehende Schutz- und Unterstützungsstrukturen auszubauen, werden zentrale Ressourcen im Bereich Antirassismusarbeit nicht ausreichend abgesichert. Das trifft vor allem jene Menschen, die in Österreich tagtäglich rassistische Diskriminierung erfahren und macht deutlich, dass ihre Realität politisch nicht ausreichend priorisiert wird“, stellt Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz klar.
Der Rassismus Report 2025 von ZARA zeigt erneut, dass rassistische Vorfälle kein Randphänomen sind, sondern in vielen gesellschaftlichen Bereichen strukturell auftreten. In einem Land, in dem bereits viel zu wenig Antirassismusarbeit geleistet wird, bedeutet jeder weitere Abbau eine zusätzliche Verschärfung bestehender Ungleichheiten. Diese Entwicklungen stehen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Verschiebungen, in denen diskriminierende und rechte Narrative zunehmend an Normalität gewinnen und gleichzeitig bestehende Gegenstrukturen weiter unter Druck gesetzt werden.
STRUKTURELLE DIMENSION IM BILDUNGSSYSTEM
Die ÖH betont zudem, dass Rassismus im Hochschul- und Bildungssystem strukturell verankert ist und sich nicht auf Einzelfälle reduzieren lässt. „Wenn Antirassismus- und Opferschutzarbeit zurückgebaut werden, ist das Teil einer politischen Entwicklung, die bestehende Ungleichheiten verstärkt und Schutzmechanismen weiter schwächt“, stellt Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz fest.
KONKRETE AUSWIRKUNGEN IM STUDIENALLTAG
Besonders deutlich werden die Folgen im Alltag vieler Studierender, die regelmäßig von Rassismus betroffen sind und auf unabhängige Anlaufstellen angewiesen bleiben. „Rassismus ist für viele Studierende Teil des Alltags – in Lehrveranstaltungen, bei Prüfungen und im sozialen Umfeld. Wenn Unterstützungsstrukturen wegfallen, bedeutet das konkret weniger Schutz und weniger Möglichkeiten, Diskriminierung sichtbar zu machen“, so Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.
Die ÖH weist die Darstellung solcher Maßnahmen als bloße Budgetentscheidung zurück. Sie betont abschließend, dass die Finanzierung von Antirassismusarbeit eine grundlegende demokratische Frage ist.
Bianca Ivan
Telefon: +43 676 8885 2221
E-Mail: bianca.ivan@oeh.ac.at
Website: https://www.oeh.ac.at/presse/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender